Ortstermin Bayerische Zugspitzbahn: Zahnradbahn auf den höchsten Bahnhof Deutschlands (2.588 m)

ORTSTERMIN

„Nächster Halt: 2.588 Meter. Bitte warm anziehen – wir fahren auf den höchsten Bahnhof des Landes.“

Ortstermin Bayerische Zugspitzbahn: Zahnradbahn auf den höchsten Bahnhof Deutschlands (2.588 m)

→ Mit Zahnrädern durch den Fels auf Deutschlands Dach

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Kurz gesagt

Von Garmisch bis unter den Gipfel der Zugspitze: Die Bayerische Zugspitzbahn klettert auf Zahnrädern bis zum Bahnhof Zugspitzplatt in 2.588 Metern Höhe – dem höchstgelegenen Bahnhof Deutschlands. Ein Ortstermin auf der steilsten Strecke des Landes.

Die Zahlen zur Bergbahn

Es gibt Bahnhöfe, zu denen man erst einmal aufsteigen muss. Der höchste von allen liegt in Deutschland auf 2.588 Metern: der Bahnhof Zugspitzplatt, unmittelbar unter dem höchsten Gipfel des Landes. Dorthin bringt die Bayerische Zugspitzbahn ihre Fahrgäste – nicht mit purer Kraft, sondern mit einem klugen technischen Kniff.

Bayerische Zugspitzbahn in Zahlen

2.588 m

Bahnhof Zugspitzplatt

höchster Bahnhof Deutschlands

1930

eröffnet

nach wenigen Jahren Bau

Zahnrad

für die Steilstücke

sonst würde der Zug rutschen

≈19 km

Streckenlänge

von Garmisch bis zum Platt

Im Tal fährt die Bahn wie eine normale Eisenbahn, am Berg mit Zahnstange.

Oben schließt die Seilbahn den letzten Weg zum Gipfel an.

Zug der Bayerischen Zugspitzbahn in den Alpen
Ein Zug der Bayerischen Zugspitzbahn unterwegs in den Alpen. Foto: Geoprofi Lars, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Auf Zahnrädern in die Höhe

Das Geheimnis der Bergfahrt liegt zwischen den Schienen. Dort läuft auf den Steilstücken eine gezahnte Stange, die Zahnstange, in die ein Zahnrad unter dem Triebwagen greift. So zieht sich der Zug regelrecht am Berg hinauf, statt nur auf die Reibung der Räder zu vertrauen – die würde an solchen Steigungen längst versagen.

Ohne diesen Trick wäre der Aufstieg unmöglich. Eine normale Eisenbahn schafft nur sanfte Steigungen; die Zahnradtechnik erlaubt Rampen, an denen ein gewöhnlicher Zug hilflos zurückrollen würde. Genau deshalb ist die Zugspitzbahn keine gewöhnliche Bahn, sondern eine Bergbahn im Wortsinn.

Die Zahnstange im Gleis der Bayerischen Zugspitzbahn
Die Zahnstange in der Gleismitte: Hier greift das Zahnrad des Zuges. Foto: lienyuan lee, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons
Tallokomotive der Bayerischen Zugspitzbahn
Eine Tallokomotive der Zugspitzbahn im Einsatz. Foto: Whgler, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Im flachen Talabschnitt zwischen Garmisch und Grainau rollt die Bahn übrigens ganz normal auf ihren Rädern. Erst dort, wo es steil wird, kommt die Zahnstange ins Spiel. Die Bahn wechselt also während der Fahrt gewissermaßen den Modus.

Moderne Triebwagen der Bayerischen Zugspitzbahn
Moderne Triebwagen bringen die Fahrgäste bergwärts. Foto: Whgler, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Von Garmisch zum Eibsee

Die Reise beginnt in Garmisch-Partenkirchen, dem bekannten Wintersportort am Fuß der Alpen. Von dort geht es zunächst gemächlich durch das Tal, vorbei an Wiesen und Wäldern, bis nach Grainau. Hier, am Fuß des eigentlichen Anstiegs, beginnt das Abenteuer erst richtig.

Ein Höhepunkt ist der Bahnhof Eibsee, gelegen an dem tiefgrünen Bergsee gleichen Namens. Viele Ausflügler steigen hier aus, um zum See zu wandern oder auf die Seilbahn umzusteigen. Wer weiterfährt, taucht bald in den Berg selbst ein.

Bayerische Zugspitzbahn in Garmisch
Ausgangspunkt Garmisch-Partenkirchen am Fuß der Berge. Foto: Frank Nowotny, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Zugspitzbahn im Bahnhof Garmisch-Partenkirchen
Im Bahnhof Garmisch-Partenkirchen beginnt die Fahrt. Foto: Pixelteufel, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons
Bahnhof Eibsee der Bayerischen Zugspitzbahn
Der Bahnhof Eibsee liegt am gleichnamigen Bergsee. Foto: Whgler, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Durch den Berg aufs Zugspitzplatt

Der spektakulärste Abschnitt verläuft im Verborgenen: In einem langen Tunnel schraubt sich die Bahn im Inneren des Bergs nach oben, bis sie am Zugspitzplatt wieder ans Licht tritt. Draußen empfängt die Fahrgäste dann eine Welt aus Fels, Schnee und dünner Höhenluft – auch im Hochsommer.

Vom Bahnhof Zugspitzplatt aus ist der Gipfel selbst nur noch einen Katzensprung entfernt: Eine Gletscher- oder Seilbahn überwindet die letzten Meter bis ganz nach oben. Die Zahnradbahn hat da bereits ihre eigentliche Aufgabe erfüllt – den mühsamen Weg durch den Berg.

Zugkreuzung am Bahnhof Eibsee der Zugspitzbahn
Zugkreuzung am Bahnhof Eibsee: Berg- und Talzug begegnen sich. Foto: Whgler, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Züge der Zugspitzbahn im Winter bei Grainau
Im Winter wird die Fahrt zur Reise durch eine Schneelandschaft. Foto: Phil Richards, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

Ein Stück Geschichte

Eröffnet wurde die Bahn 1930, in einer Zeit, in der die Alpen gerade als Reiseziel für viele erschwinglich wurden. Seither hat sie Generationen von Ausflüglern, Skifahrern und Bergsteigern hinaufgebracht. Fahrzeuge und Technik wurden mehrfach erneuert, das Grundprinzip aber ist geblieben: Zahn um Zahn den Berg hinauf.

Damit ist die Zugspitzbahn zugleich ein lebendiges Denkmal der Ingenieurskunst und ein ganz normales Verkehrsmittel – nur eben eines, das an seinem Ziel höher liegt als jeder andere Bahnhof des Landes.

Historische Aufnahme der Zugspitzbahn von 1977
Historische Aufnahme der Zugspitzbahn aus dem Jahr 1977. Foto: unbekannt, gemeinfrei, via Wikimedia Commons

Für die Region ist die Zugspitzbahn weit mehr als eine Touristenattraktion. Sie ist ein Stück Identität des Werdenfelser Landes und bringt zu jeder Jahreszeit Menschen in die Berge, die den beschwerlichen Aufstieg zu Fuß nie wagen würden. So macht die Technik den höchsten Punkt Deutschlands für alle erreichbar.

Reisetipp

Ein Kombiticket verbindet oft Zahnradbahn und Seilbahn – bergauf mit der Bahn, hinab mit der Gondel ist ein schönes Erlebnis.

Am Eibsee lohnt ein Zwischenstopp für eine Wanderung rund um den See.

Auch im Sommer ist es auf 2.588 Metern kühl – warme Kleidung nicht vergessen.

Häufige Fragen

Fährt die Bahn bis auf den Gipfel der Zugspitze?
Nicht ganz. Sie endet am Bahnhof Zugspitzplatt in 2.588 Metern. Die letzten Meter zum eigentlichen Gipfel überwindet eine Seilbahn.
Warum braucht die Bahn ein Zahnrad?
Weil die Steigung am Berg zu steil ist, als dass glatte Räder auf glatten Schienen noch Halt fänden. Das Zahnrad greift in eine Zahnstange und zieht den Zug sicher hinauf und hinab.

Weiterfahrt

→ Ortstermin Hohenzollernbrücke Köln – 1.200 Züge am Tag, 409 Meter, Liebesschlösser

→ Wie lang ist der Bremsweg eines Zuges? – Warum ein ICE drei Kilometer braucht

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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