ORTSTERMIN
„Nächster Halt: 2.588 Meter. Bitte warm anziehen – wir fahren auf den höchsten Bahnhof des Landes.“
Ortstermin Bayerische Zugspitzbahn: Zahnradbahn auf den höchsten Bahnhof Deutschlands (2.588 m)
→ Mit Zahnrädern durch den Fels auf Deutschlands Dach
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Kurz gesagt
Von Garmisch bis unter den Gipfel der Zugspitze: Die Bayerische Zugspitzbahn klettert auf Zahnrädern bis zum Bahnhof Zugspitzplatt in 2.588 Metern Höhe – dem höchstgelegenen Bahnhof Deutschlands. Ein Ortstermin auf der steilsten Strecke des Landes.
Die Zahlen zur Bergbahn
Es gibt Bahnhöfe, zu denen man erst einmal aufsteigen muss. Der höchste von allen liegt in Deutschland auf 2.588 Metern: der Bahnhof Zugspitzplatt, unmittelbar unter dem höchsten Gipfel des Landes. Dorthin bringt die Bayerische Zugspitzbahn ihre Fahrgäste – nicht mit purer Kraft, sondern mit einem klugen technischen Kniff.
Bayerische Zugspitzbahn in Zahlen
2.588 m
Bahnhof Zugspitzplatt
höchster Bahnhof Deutschlands
1930
eröffnet
nach wenigen Jahren Bau
Zahnrad
für die Steilstücke
sonst würde der Zug rutschen
≈19 km
Streckenlänge
von Garmisch bis zum Platt
Im Tal fährt die Bahn wie eine normale Eisenbahn, am Berg mit Zahnstange.
Oben schließt die Seilbahn den letzten Weg zum Gipfel an.

Auf Zahnrädern in die Höhe
Das Geheimnis der Bergfahrt liegt zwischen den Schienen. Dort läuft auf den Steilstücken eine gezahnte Stange, die Zahnstange, in die ein Zahnrad unter dem Triebwagen greift. So zieht sich der Zug regelrecht am Berg hinauf, statt nur auf die Reibung der Räder zu vertrauen – die würde an solchen Steigungen längst versagen.
Ohne diesen Trick wäre der Aufstieg unmöglich. Eine normale Eisenbahn schafft nur sanfte Steigungen; die Zahnradtechnik erlaubt Rampen, an denen ein gewöhnlicher Zug hilflos zurückrollen würde. Genau deshalb ist die Zugspitzbahn keine gewöhnliche Bahn, sondern eine Bergbahn im Wortsinn.


Im flachen Talabschnitt zwischen Garmisch und Grainau rollt die Bahn übrigens ganz normal auf ihren Rädern. Erst dort, wo es steil wird, kommt die Zahnstange ins Spiel. Die Bahn wechselt also während der Fahrt gewissermaßen den Modus.

Von Garmisch zum Eibsee
Die Reise beginnt in Garmisch-Partenkirchen, dem bekannten Wintersportort am Fuß der Alpen. Von dort geht es zunächst gemächlich durch das Tal, vorbei an Wiesen und Wäldern, bis nach Grainau. Hier, am Fuß des eigentlichen Anstiegs, beginnt das Abenteuer erst richtig.
Ein Höhepunkt ist der Bahnhof Eibsee, gelegen an dem tiefgrünen Bergsee gleichen Namens. Viele Ausflügler steigen hier aus, um zum See zu wandern oder auf die Seilbahn umzusteigen. Wer weiterfährt, taucht bald in den Berg selbst ein.



Durch den Berg aufs Zugspitzplatt
Der spektakulärste Abschnitt verläuft im Verborgenen: In einem langen Tunnel schraubt sich die Bahn im Inneren des Bergs nach oben, bis sie am Zugspitzplatt wieder ans Licht tritt. Draußen empfängt die Fahrgäste dann eine Welt aus Fels, Schnee und dünner Höhenluft – auch im Hochsommer.
Vom Bahnhof Zugspitzplatt aus ist der Gipfel selbst nur noch einen Katzensprung entfernt: Eine Gletscher- oder Seilbahn überwindet die letzten Meter bis ganz nach oben. Die Zahnradbahn hat da bereits ihre eigentliche Aufgabe erfüllt – den mühsamen Weg durch den Berg.


Ein Stück Geschichte
Eröffnet wurde die Bahn 1930, in einer Zeit, in der die Alpen gerade als Reiseziel für viele erschwinglich wurden. Seither hat sie Generationen von Ausflüglern, Skifahrern und Bergsteigern hinaufgebracht. Fahrzeuge und Technik wurden mehrfach erneuert, das Grundprinzip aber ist geblieben: Zahn um Zahn den Berg hinauf.
Damit ist die Zugspitzbahn zugleich ein lebendiges Denkmal der Ingenieurskunst und ein ganz normales Verkehrsmittel – nur eben eines, das an seinem Ziel höher liegt als jeder andere Bahnhof des Landes.

Für die Region ist die Zugspitzbahn weit mehr als eine Touristenattraktion. Sie ist ein Stück Identität des Werdenfelser Landes und bringt zu jeder Jahreszeit Menschen in die Berge, die den beschwerlichen Aufstieg zu Fuß nie wagen würden. So macht die Technik den höchsten Punkt Deutschlands für alle erreichbar.
Reisetipp
Ein Kombiticket verbindet oft Zahnradbahn und Seilbahn – bergauf mit der Bahn, hinab mit der Gondel ist ein schönes Erlebnis.
Am Eibsee lohnt ein Zwischenstopp für eine Wanderung rund um den See.
Auch im Sommer ist es auf 2.588 Metern kühl – warme Kleidung nicht vergessen.
Häufige Fragen
Fährt die Bahn bis auf den Gipfel der Zugspitze?
Warum braucht die Bahn ein Zahnrad?
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