Wie schnell fährt der schnellste Zug? Maglev, TGV, Transrapid und ICE im Rekordvergleich

Bahn-Slam · Zahlen, bitte

„Sehr geehrte Fahrgäste, dieser Zug fährt 300. Der Rekordhalter lacht darüber – und schwebt.“

Wie schnell fährt der schnellste Zug?

→ Ein Rad auf einer Schiene hat eine natürliche Grenze. Wer schneller will als rund 575, muss aufhören, den Boden zu berühren.

Lesezeit: 7 Minuten · Technik & Rekorde

Kurz gesagt

Der schnellste Zug der Welt ist ein japanischer Magnetschwebezug: Der Maglev L0 erreichte 2015 auf einer Teststrecke 603 Kilometer pro Stunde. Auf normalen Schienen hält der französische TGV den Rekord: 574,8 Kilometer pro Stunde, aufgestellt 2007. Im Alltag ist der Shanghai-Transrapid mit 431 der schnellste – ein deutscher Transrapid, der in China fährt. Der deutsche ICE fährt regulär bis 300; sein Versuchszug schaffte 1988 schon 406,9. Über allem steht die Physik: Ab etwa 575 wird das Rad-Schiene-System zur Sackgasse.

Ein ICE fühlt sich schnell an.

Bei 300 Kilometern pro Stunde verschwimmt die Landschaft, ein Kaffee wandert im Becher, und wer neben der Strecke steht, spürt den Schlag der Luft.

Und doch ist der ICE, gemessen an den Rekorden, ein gemütlicher Zug.

Denn irgendwo in Japan schwebt ein Zug fast doppelt so schnell über einen Betontrog.

Ein Rad auf einer Schiene hat eine natürliche Grenze: Irgendwann dreht es durch, hebt ab, zerlegt sich.

Wer schneller will, muss aufhören, den Boden zu berühren.

Transrapid auf der Versuchsstrecke im Emsland
Der Transrapid auf der Versuchsstrecke im Emsland – deutsche Technik, die in Deutschland nie in Betrieb ging. Foto: Bjoertvedt, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Der Weltrekord schwebt: 603

Am 21. April 2015 erreichte der japanische Maglev L0 auf einer Teststrecke 603 Kilometer pro Stunde.

Das ist der schnellste Wert, den je ein Zug erreicht hat – aber kein Rad war daran beteiligt.

Der L0 schwebt magnetisch, gehalten und getrieben von Elektromagneten, ohne Kontakt zur Fahrbahn.

Ab 2027 soll er Tokio und Nagoya verbinden, dann planmäßig mit rund 500 Kilometern pro Stunde.

Die Rekorde in Zahlen

603 km/h

Maglev L0 (Japan)

Teststrecke, 21. April 2015 – der schnellste Zug überhaupt, schwebend

574,8 km/h

TGV (Frankreich)

Weltrekord auf Rädern, 3. April 2007

431 km/h

Transrapid Shanghai

schnellster im Linienbetrieb; 501 im Test 2003

406,9 km/h

ICE-V (Deutschland)

Versuchszug, 1. Mai 1988, damals Weltrekord

450 km/h

Transrapid Emsland

Testwert der deutschen Versuchsanlage

300 km/h

ICE im Alltag

reguläre Höchstgeschwindigkeit auf Schnellfahrstrecken

Quellen: Wikipedia (Shanghai maglev train, TGV, ICE), ingenieur.de. Der TGV-Rekord von 574,8 km/h ist der bis heute gültige Rad-Schiene-Weltrekord.

Der Rekord auf Rädern: 574,8

Am 3. April 2007 raste ein besonders präparierter TGV mit 574,8 Kilometern pro Stunde über eine neue Strecke bei Paris.

Das ist bis heute der Weltrekord für ein Fahrzeug auf Schienen.

Möglich war das nur mit größeren Rädern, mehr Spannung in der Oberleitung und einem Zug, der danach wieder zum normalen TGV wurde.

Im Alltag fährt auch der schnellste TGV „nur“ rund 320 – der Rekord war ein einmaliger Kraftakt, kein Fahrplan.

Der schnellste im Alltag: 431 – und er ist deutsch

Wer heute wirklich schnell fahren will, fliegt nach Shanghai.

Dort bringt der Transrapid Fahrgäste vom Flughafen in die Stadt, mit bis zu 431 Kilometern pro Stunde.

Die Technik ist deutsch: In Deutschland gebaut, in Deutschland getestet – und in Deutschland nie in Betrieb genommen.

Auf der Versuchsanlage im Emsland erreichte der Transrapid bis zu 450, bevor sie nach einem schweren Unfall 2006 aufgegeben wurde.

Warum das Rad eine Grenze hat

Bei sehr hohem Tempo verliert das Antriebsrad den Halt auf der Schiene, und die Oberleitung kann den Strom kaum noch sauber an den Bügel abgeben – der Kontakt beginnt zu tanzen.

Auch die Luft wird zum Gegner: Der Widerstand wächst mit dem Quadrat der Geschwindigkeit, doppeltes Tempo braucht die vierfache Kraft.

Deshalb liegt der Rad-Schiene-Rekord seit 2007 fest bei 574,8. Alles darüber schwebt – oder bleibt Theorie.

Und der ICE?

Der ICE fährt regulär bis 300 Kilometer pro Stunde, auf wenigen Abschnitten wie Köln–Frankfurt.

Sein Ur-Ahn, der Versuchszug ICE-V, holte sich am 1. Mai 1988 mit 406,9 Kilometern pro Stunde den damaligen Weltrekord – ein Jahr, bevor der erste ICE überhaupt vorgestellt wurde.

Schneller zu fahren wäre technisch möglich, lohnt sich aber selten: Mehr Tempo kostet viel mehr Strom und verschleißt Gleis und Zug schneller.

Auf deutschen Strecken mit ihren vielen Kurven und Halten bringt es oft mehr, pünktlich 250 zu fahren als selten 330.

Zum Mitnehmen

Schnellster überhaupt: Maglev L0, 603 km/h, schwebend.

Schnellster auf Rädern: TGV, 574,8 km/h.

Schnellster im Alltag: Transrapid Shanghai, 431 km/h.

Der ICE ist mit 300 kein Rekordhalter – aber der Zug, der von all diesen am zuverlässigsten jeden Tag Tausende bewegt.

Häufige Fragen zu den schnellsten Zügen

Was ist der schnellste Zug der Welt?
Der japanische Magnetschwebezug Maglev L0 mit 603 Kilometern pro Stunde, aufgestellt 2015 auf einer Teststrecke. Er schwebt und berührt die Fahrbahn nicht.
Was ist der schnellste Zug auf Schienen?
Der französische TGV mit 574,8 Kilometern pro Stunde, aufgestellt am 3. April 2007. Das ist der bis heute gültige Rad-Schiene-Weltrekord.
Welcher Zug ist im normalen Betrieb am schnellsten?
Der Transrapid in Shanghai mit bis zu 431 Kilometern pro Stunde. Die Technik stammt aus Deutschland.
Wie schnell fährt der ICE?
Regulär bis 300 Kilometer pro Stunde. Der Versuchszug ICE-V erreichte 1988 bereits 406,9.
Warum fährt der ICE nicht schneller?
Weil mehr Tempo überproportional mehr Strom kostet und Gleis wie Zug stärker verschleißt. Auf kurvigen Strecken mit vielen Halten bringt Zuverlässigkeit mehr als Spitzentempo.
Warum fährt der Transrapid nicht in Deutschland?
Die Technik wurde hier entwickelt und im Emsland getestet, aber nie im Regelbetrieb eingesetzt. Nach einem schweren Unfall auf der Teststrecke 2006 wurde das Projekt aufgegeben.
Warum kann ein Rad nicht beliebig schnell werden?
Bei sehr hohem Tempo verliert das Rad Halt, die Stromabnahme aus der Oberleitung wird instabil, und der Luftwiderstand wächst mit dem Quadrat der Geschwindigkeit. Ab rund 575 ist Schluss.

Quellen

Wikipedia: „Shanghai maglev train“, „TGV“ (Weltrekord 574,8 km/h 2007), „Intercity-Express“ und „ICE V“; ingenieur.de: „603 km/h auf Schienen – das sind die schnellsten Züge der Welt“.

Alle Werte gerundet, wo nicht als Rekord angegeben. Stand: September 2026.

Weiterfahrt

Was kostet ein ICE? – der Preis pro Zug

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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