Was kostet ein ICE? Preis pro Zug, Bestellungen und was der Kaufpreis verschweigt

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Was kostet ein ICE? Preis pro Zug, Bestellungen und was der Kaufpreis verschweigt

→ Ein Zug zum Preis von hunderten Autos – und das ist erst der Anfang

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Kurz gesagt

Ein neuer ICE kostet einen zweistelligen Millionenbetrag – so viel wie hunderte Autos. Warum ein Hochgeschwindigkeitszug so teuer ist, weshalb die Bahn ihn nur im Dutzend bestellt und was der reine Kaufpreis alles verschweigt.

Lokomotive der Baureihe 101
Foto: Chiemgaupate, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Die kurze Antwort

Ein einzelner ICE kostet je nach Baureihe und Länge grob 30 bis 40 Millionen Euro.

Für dieses Geld bekäme man einen ganzen Fuhrpark von hunderten Autos.

Und doch ist der Preis, gemessen an dem, was so ein Zug leistet, gar nicht so unvernünftig – denn ein ICE ist kein Auto, sondern ein rollendes Hochtechnologieprodukt für viele hundert Menschen.

Der Kaufpreis ist allerdings nur die halbe Wahrheit.

Was ein ICE über sein ganzes Leben wirklich kostet, steht auf keinem Preisschild – und übertrifft den Anschaffungspreis am Ende bei Weitem.

Was ein ICE kostet

30–40 Mio €

pro Zug

je nach Baureihe und Länge

im Dutzend

bestellt

ganze Serien auf einmal

≈30 Jahre

Lebensdauer

so lange muss er halten

Preise gerundet; sie hängen von Ausstattung und Bestellmenge ab.

Über die Lebensdauer kommen Wartung und Energie noch obendrauf.

Warum ein ICE so teuer ist

In einem Hochgeschwindigkeitszug steckt geballte Technik.

Er muss dauerhaft 300 Stundenkilometer aushalten, dabei sicher, leise und komfortabel sein.

Antrieb, Bremsen, Aerodynamik, Klimatisierung und eine crashsichere Wagenstruktur sind allesamt Spezialanfertigungen, die es in dieser Form nur bei der Bahn gibt.

Hinzu kommt, dass jeder Zug strengste Zulassungen durchlaufen muss und in vergleichsweise kleinen Stückzahlen gebaut wird.

Wo ein Auto millionenfach vom Band läuft, entstehen ICE nach Maß in Serien von einigen Dutzend.

Das treibt den Preis je Fahrzeug nach oben.

Was der Kaufpreis verschweigt

Der eigentliche Kostenblock kommt erst nach dem Kauf.

Ein ICE ist rund drei Jahrzehnte im Einsatz, und in dieser Zeit muss er gewartet, gereinigt, repariert und modernisiert werden.

Dazu kommt der Strom, den er über Millionen Kilometer verbraucht.

Rechnet man all das zusammen, kostet ein Zug über sein Leben ein Vielfaches des reinen Anschaffungspreises.

Deshalb ist der Kaufpreis für die Bahn nur ein Anfang.

Wer einen ICE bestellt, verpflichtet sich zu Jahrzehnten an Folgekosten – ein Grund, warum bei der Beschaffung nicht nur der Preis, sondern vor allem die späteren Betriebskosten zählen.

Bestellt in Serie

Einzelne Züge kauft die Bahn selten.

Stattdessen bestellt sie ganze Serien auf einmal, oft dutzende Fahrzeuge in einem Rahmenvertrag.

Das senkt den Preis je Zug, sichert die Ersatzteilversorgung und macht die Flotte einheitlich – was wiederum Wartung und Ausbildung vereinfacht.

Solche Großbestellungen sind Milliardengeschäfte und werden über Jahre geplant.

Vom Vertrag bis zur Auslieferung des ersten Zuges vergehen leicht mehrere Jahre, denn jeder ICE wird weitgehend nach den Wünschen der Bahn maßgeschneidert.

Pro Sitzplatz gerechnet

Verteilt man den Preis auf die vielen hundert Sitzplätze eines langen ICE, relativiert sich die gewaltige Summe.

Je Sitz kostet der Zug einen überschaubaren Betrag – und dieser Sitz wird über Jahrzehnte tausende Male verkauft.

So wird aus dem teuren Fahrzeug ein Investitionsgut, das sich über seine lange Lebensdauer rechnet.

Genau in dieser Langfristigkeit liegt der Unterschied zum Auto.

Ein ICE ist teuer in der Anschaffung, aber er arbeitet Tag für Tag, jahrzehntelang, für sehr viele Menschen zugleich.

Gemessen daran ist der Millionenpreis weniger schwindelerregend, als er zunächst klingt.

Baureihe 111 der DB Regio in München Ost
Foto: Paul Smith, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

Häufige Fragen

Von der Bestellung bis zur Auslieferung

Ein ICE entsteht nicht über Nacht.

Zwischen der Unterschrift unter den Vertrag und der ersten Fahrt mit Fahrgästen vergehen oft mehrere Jahre.

In dieser Zeit wird der Zug konstruiert, gebaut, getestet und behördlich zugelassen – ein aufwendiger Prozess, bei dem jede Komponente ihre Sicherheit beweisen muss.

Gerade die Zulassung ist eine Hürde für sich.

Jeder neue Zugtyp muss auf Herz und Nieren geprüft werden, bevor er auf Fahrgäste losgelassen wird.

Verzögerungen dabei sind einer der Gründe, warum neue Fahrzeuge oft später kommen als geplant.

Warum die Stückzahl den Preis bestimmt

Ein zentraler Kostentreiber ist die kleine Stückzahl.

Ein Auto teilt seine Entwicklungskosten auf Millionen Fahrzeuge auf; ein ICE nur auf einige Dutzend.

Jede Ingenieurstunde, jedes Werkzeug und jede Prüfung schlägt sich deshalb viel stärker im Einzelpreis nieder.

Deshalb bestellt die Bahn möglichst große Serien.

Je mehr baugleiche Züge auf einmal gefertigt werden, desto günstiger wird jeder einzelne – und desto einfacher später die Wartung, weil überall dieselben Teile passen.

Ein Zug als Wertanlage

Am Ende ist ein ICE für die Bahn weniger ein Kauf als eine langfristige Anlage.

Über drei Jahrzehnte hinweg fährt er täglich, transportiert Millionen Menschen und verdient sein Geld Fahrt für Fahrt wieder ein.

Gemessen an dieser Lebensleistung ist der Anschaffungspreis nur der Einstieg.

So erklärt sich auch, warum die Bahn alte Züge lieber modernisiert als verschrottet.

Ein aufgefrischter ICE kann viele weitere Jahre fahren – und aus einem teuren Fahrzeug wird über die Zeit ein sehr wirtschaftliches.

Warum kostet ein ICE so viel mehr als ein normaler Zug?
Weil er für dauerhaft hohe Geschwindigkeiten gebaut ist. Antrieb, Aerodynamik, Sicherheit und Komfort für Tempo 300 sind aufwendige Spezialtechnik, die in kleiner Stückzahl gefertigt wird.
Kann die Bahn ICE gebraucht kaufen?
In der Regel nicht – der Markt für gebrauchte Hochgeschwindigkeitszüge ist winzig. Meist werden neue Fahrzeuge bestellt und dafür über Jahrzehnte im Bestand gehalten und modernisiert.
Was ist teurer: Kauf oder Betrieb?
Über die gesamte Lebensdauer der Betrieb. Wartung, Energie und Modernisierung übersteigen den reinen Anschaffungspreis deutlich.

Weiterfahrt

→ Macht die Bahn Gewinn? – Umsatz, Verlust und Schulden einfach erklärt

→ Wie viele Menschen passen in einen ICE? – 444 bis 918 Sitzplätze

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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