Zahlen, bitte
„Sehr geehrte Fahrgäste, dieser Bahnhof ist älter als fast alle anderen im Land.“
Wie alt ist der älteste Bahnhof Deutschlands?
→ Von 1842: Der Bayerische Bahnhof in Leipzig ist der älteste erhaltene Kopfbahnhof. Die Zahlen.
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Kurz gesagt
Der älteste erhaltene Kopfbahnhof Deutschlands ist der Bayerische Bahnhof in Leipzig, eröffnet 1842. Sein markanter Portikus mit vier Torbögen steht bis heute. Der alte Fernbahnbetrieb endete 2001 – doch unter dem Portikus hält heute die S-Bahn im City-Tunnel.
Im September 1842 ging in Leipzig der Bayerische Bahnhof in Betrieb – damals noch unvollendet, als Endpunkt einer Strecke Richtung Süden.
Er gilt als der älteste erhaltene Kopfbahnhof Deutschlands und ist damit ein steinernes Stück Frühgeschichte der Eisenbahn.
Sein Wahrzeichen ist der Portikus: eine klassizistische Säulenfront mit vier großen Torbögen, durch die einst je ein Gleis führte.
Diese Front prägt bis heute das Bild und macht den Bahnhof unverwechselbar.
Der Bayerische Bahnhof in Zahlen
1842
Eröffnung
ältester erhaltener Kopfbahnhof
4
Torbögen
im klassizistischen Portikus
2001
Ende Fernbahn
alter Kopfbahnhof geschlossen
2013
City-Tunnel
S-Bahn hält seitdem unterirdisch
Der Name „Bayerischer Bahnhof“ stammt von der Strecke Richtung Bayern.
Quelle: Stadt Leipzig, Deutsche Bahn.

Warum „Bayerischer“ Bahnhof?
Der Name klingt in Leipzig zunächst überraschend, hat aber einen einfachen Grund.
Von hier aus begann die Sächsisch-Bayerische Eisenbahn ihre Fahrt in Richtung Süden, nach Bayern.
Der Bahnhof war das sächsische Tor in Richtung des Nachbarkönigreichs.
Leipzig war damals ein früher Eisenbahnknoten und besaß mehrere Kopfbahnhöfe verschiedener Bahngesellschaften nebeneinander.
Erst viel später wurden die großen Ströme im heutigen Hauptbahnhof gebündelt.
Der Bayerische Bahnhof blieb als eigenständiger Bau erhalten – und überdauerte so als ältester seiner Art, während viele andere frühe Bahnhöfe längst abgerissen oder ersetzt wurden.
Ein Portikus als Zeitzeuge
Der Portikus ist mehr als Zierde.
Er zeigt, wie man sich in der Frühzeit der Eisenbahn einen würdigen Bahnhof vorstellte: streng, symmetrisch, an antike Vorbilder angelehnt.
Die Eisenbahn war neu und aufregend, und man gab ihr ein Gesicht wie einem Tempel.
Die vier Torbögen entsprachen den Gleisen, die einst hindurchführten.
Wer heute davorsteht, blickt auf eine Architektur, die seit über 180 Jahren nahezu unverändert von den Anfängen des Bahnverkehrs erzählt.
Vom Endbahnhof zum Tunnelhalt
Lange war der Bayerische Bahnhof ein klassischer Kopfbahnhof, an dem die Züge endeten und wieder zurückfuhren.
Dieser Betrieb wurde 2001 eingestellt – ein Einschnitt, der das Aus für den alten Bahnhof hätte bedeuten können.
Doch es kam anders.
Mit dem Leipziger City-Tunnel bekam der Ort eine neue Aufgabe: Seit 2013 hält unter dem historischen Portikus die S-Bahn in einer modernen unterirdischen Station.
Alt und neu liegen hier buchstäblich übereinander.
So verbindet der Bayerische Bahnhof zwei Zeitalter: oben die klassizistische Front von 1842, unten der Nahverkehr des 21. Jahrhunderts.
Selten lässt sich Eisenbahngeschichte so anschaulich an einem einzigen Ort ablesen.
Leipzig, eine Stadt der Kopfbahnhöfe
Der Bayerische Bahnhof war nicht allein.
Im 19. Jahrhundert besaß Leipzig gleich mehrere Kopfbahnhöfe verschiedener Bahngesellschaften, die nebeneinander in die Stadt führten – ein Zeichen dafür, wie früh und wie stark Leipzig zum Eisenbahnknoten wurde.
Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden die großen Ströme im neuen Leipziger Hauptbahnhof gebündelt, der bis heute zu den größten Bahnhöfen Europas zählt.
Der Bayerische Bahnhof blieb daneben als Zeuge der Frühzeit erhalten.

Was ein Kopfbahnhof ist
Ein Kopfbahnhof ist ein Bahnhof, an dem die Gleise enden.
Die Züge fahren hinein, halten am Prellbock und müssen zum Weiterfahren die Richtung wechseln.
Das ist übersichtlich und stadtnah, kostet aber Zeit beim Wenden.
Das Gegenstück ist der Durchgangsbahnhof, den Züge einfach durchfahren.
Viele alte Endbahnhöfe wie der Bayerische Bahnhof stammen aus einer Zeit, als Strecken noch an der Stadt endeten, statt durch sie hindurchzuführen.
Ein zweites Leben unter der Erde
Dass der Bayerische Bahnhof heute überhaupt noch dem Verkehr dient, verdankt er dem Leipziger City-Tunnel.
Seit 2013 verbindet dieser Tunnel die Stadt unterirdisch, und eine der modernen Stationen liegt genau unter dem alten Portikus.
So trifft hier die Frühzeit der Eisenbahn auf ihren jüngsten Abschnitt: Über der Erde die klassizistische Front von 1842, darunter die S-Bahn des 21. Jahrhunderts.
Ein Ort, an dem man Bahngeschichte im Querschnitt erleben kann.
Für Eisenbahnfreunde ist der Bayerische Bahnhof deshalb ein Pflichtbesuch: Nirgends sonst lässt sich der Bogen von den ersten Jahren der Eisenbahn bis in die Gegenwart auf so engem Raum nachvollziehen – von der Tempelfront bis zum Tunnelbahnsteig.
Gut zu wissen
„Ältester erhaltener Kopfbahnhof“ heißt: Es gab frühere Bahnhöfe, doch von den ganz alten ist keiner in dieser Form erhalten geblieben.
Im Gebäude befindet sich heute eine bekannte Gasthausbrauerei – der Bahnhof lebt also weiter, nur anders.
Der Portikus steht unter Denkmalschutz und wurde beim Bau des City-Tunnels bewusst bewahrt.
Häufige Fragen
Welcher ist der älteste Bahnhof Deutschlands?
Woher kommt der Name?
Fahren dort noch Züge?
Was ist das Besondere am Gebäude?
Ist er wirklich der allererste Bahnhof?
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