Wie viele Bögen hat die Göltzschtalbrücke?

Zahlen, bitte

„Sehr geehrte Fahrgäste, Sie überqueren gleich die größte Ziegelbrücke der Welt.“

Wie viele Bögen hat die Göltzschtalbrücke?

→ 98 Bögen, 26 Millionen Backsteine: das größte Ziegelbauwerk seiner Art. Die Zahlen.

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Kurz gesagt

Die Göltzschtalbrücke in Sachsen hat 98 Bögen, verteilt auf vier Etagen. Sie ist 574 Meter lang und 78 Meter hoch – und mit rund 26 Millionen Backsteinen die größte Ziegelbrücke der Welt. Eröffnet wurde sie 1851.

Die Göltzschtalbrücke im Vogtland ist ein Koloss.

98 Bögen tragen die Bahnstrecke in vier übereinanderliegenden Etagen über das Tal der Göltzsch.

574 Meter lang und 78 Meter hoch spannt sie sich durch die Landschaft – ein Bauwerk, das man aus dem Zugfenster nur als kurzen Moment erlebt und vom Tal aus als staunenswertes Monument.

Gebaut wurde sie fast vollständig aus Ziegeln, rund 26 Millionen Stück.

Damit ist sie bis heute die größte Ziegelbrücke der Welt – ein Titel, den ihr seit über 170 Jahren niemand streitig gemacht hat.

Die Göltzschtalbrücke in Zahlen

98

Bögen

auf vier Etagen

574 m

Länge

quer über das Tal

78 m

Höhe

über der Göltzsch

~26 Mio.

Backsteine

größte Ziegelbrücke der Welt

Eröffnet 1851, Bauzeit 1846–1851.

Liegt an der Strecke Leipzig–Hof im sächsischen Vogtland.

Quelle: Deutsche Bahn, Denkmalpflege Sachsen.

Signale an einer deutschen Bahnstrecke
Foto: Hp.Baumeler, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Ein Koloss aus Backstein

Was die Brücke so besonders macht, ist die Bauweise.

Statt einer einzigen Reihe hoher Bögen türmen sich hier vier Etagen von Arkaden übereinander.

Das gibt dem Bauwerk seine wuchtige, an ein römisches Aquädukt erinnernde Gestalt.

Die unterste Etage überspannt das Tal mit wenigen großen Bögen, darüber folgen immer kleinere Bogenreihen.

In der Mitte, wo die Brücke am höchsten ist, wurde die Konstruktion durch zwei besonders große Bögen zusätzlich verstärkt.

Mit 78 Metern Höhe war die Göltzschtalbrücke bei ihrer Fertigstellung die höchste Eisenbahnbrücke der Welt.

Auch heute noch gehört sie zu den eindrucksvollsten Bauwerken der frühen Eisenbahngeschichte.

Warum ausgerechnet Ziegel?

Die Wahl des Baustoffs war kein Zufall, sondern eine Frage des Vorhandenen.

In der Region gab es keinen geeigneten Naturstein in ausreichender Menge, wohl aber gute Tonvorkommen.

Also brannte man die Steine gleich vor Ort in eigens errichteten Ziegeleien.

So entstanden nach und nach die rund 26 Millionen Backsteine, die in der Brücke stecken.

Ganze Kolonnen von Arbeitern schichteten sie über Jahre hinweg auf – zeitweise waren weit über tausend Menschen auf der Baustelle beschäftigt.

Ziegel hatten zudem einen praktischen Vorteil: Sie ließen sich in gleichmäßiger Qualität herstellen und Bogen für Bogen verlegen.

Für ein so gewaltiges, sich wiederholendes Bauwerk war das ideal.

Ein Wettbewerb ohne Sieger

Die Geschichte der Brücke beginnt mit einem Rätsel.

Für den Entwurf wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben, doch keiner der zahlreichen Vorschläge galt als sicher genug, um ein so hohes Bauwerk zuverlässig zu tragen.

Also übernahm eine Kommission die Aufgabe.

Unter Leitung des Dresdner Professors Johann Andreas Schubert wurde der endgültige Entwurf auf Grundlage von Berechnungen entwickelt.

Die Göltzschtalbrücke gilt deshalb als eines der ersten Großbauwerke, das statisch durchgerechnet wurde.

Dass diese frühe Ingenieurleistung bis heute hält und täglich Züge trägt, ist der beste Beweis dafür, wie sorgfältig damals gerechnet und gemauert wurde.

Bis heute in Betrieb

Die Göltzschtalbrücke ist kein Museumsstück, sondern ein aktives Verkehrsbauwerk.

Über sie führt die Bahnstrecke von Leipzig Richtung Hof und Bayern – Tag für Tag rollen hier Züge über das Tal.

Nur wenige Kilometer entfernt steht mit der Elstertalbrücke die zweitgrößte Ziegelbrücke der Welt, gebaut zur selben Zeit für dieselbe Strecke.

Das Vogtland besitzt damit gleich zwei Rekordbauwerke aus Backstein.

Baureihe 120 im Dresdner Hauptbahnhof
Foto: Rainerhaufe, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Ein Wahrzeichen zum Anfassen

Die Göltzschtalbrücke ist längst mehr als ein Verkehrsbauwerk.

Sie ist das Wahrzeichen des Vogtlands, ein beliebtes Ausflugsziel und ein Motiv auf unzähligen Fotos.

Vom Tal aus führen Wege heran, von denen man das gewaltige Bauwerk in voller Höhe bestaunen kann.

An besonderen Abenden wird die Brücke beleuchtet und leuchtet dann weit über das Tal.

Für die Region ist sie ein Stück Identität – ein steinerner Beweis, dass hier vor über 170 Jahren Großes gebaut wurde.

Warum vier Etagen?

Die auffällige Stapelung der Bögen hat einen bautechnischen Grund.

Mehrere übereinanderliegende Reihen kleiner Bögen tragen die Last sicherer und materialsparender als wenige riesige Bögen es könnten.

Jede Etage gibt ihr Gewicht an die darunterliegende weiter.

Im höchsten Bereich der Brücke reichte diese Staffelung allein nicht aus.

Dort fügten die Baumeister zwei besonders große Bögen ein, um die Kräfte aufzunehmen.

Das Ergebnis ist die charakteristische Silhouette, die an ein römisches Aquädukt erinnert.

Zum Staunen

Die Göltzschtalbrücke ist mit rund 26 Millionen Ziegeln bis heute die größte Ziegelbrücke der Welt.

Bei ihrer Eröffnung 1851 war sie mit 78 Metern zugleich die höchste Eisenbahnbrücke überhaupt.

Vom nahen Tal aus lässt sich das vierstöckige Bauwerk in voller Größe bestaunen – ein beliebtes Ausflugsziel.

Häufige Fragen

Wie viele Bögen hat die Göltzschtalbrücke?
98 Bögen, verteilt auf vier übereinanderliegende Etagen.
Wie groß ist sie?
574 Meter lang und 78 Meter hoch. Bei ihrer Eröffnung 1851 war sie die höchste Eisenbahnbrücke der Welt.
Warum wurde sie aus Ziegeln gebaut?
Weil es vor Ort keinen geeigneten Naturstein, aber gute Tonvorkommen gab. Die rund 26 Millionen Ziegel wurden eigens vor Ort gebrannt.
Ist sie noch in Betrieb?
Ja. Über die Brücke führt bis heute die Bahnstrecke von Leipzig nach Hof; täglich fahren Züge darüber.
Wo steht sie?
Im sächsischen Vogtland, über dem Tal der Göltzsch zwischen Reichenbach und Netzschkau.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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