Zahlen, bitte
„Sehr geehrte Fahrgäste, das größte Schienennetz der Welt liegt nicht dort, wo Sie denken.“
Welches Land hat das längste Schienennetz?
→ Über 220.000 Kilometer: Das größte Bahnnetz der Welt gehört den USA – vor allem dem Güterverkehr.
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Kurz gesagt
Das längste Schienennetz der Welt haben die USA – rund 220.000 Kilometer. Dahinter folgen China mit etwa 155.000 und Russland mit rund 105.000 Kilometern. Überraschend: Das Autoland USA führt, weil sein Netz vor allem dem Güterverkehr dient.
Man denkt bei Bahn eher an Europa oder Japan.
Doch das längste Schienennetz der Welt liegt in den USA: rund 220.000 Kilometer.
Das ist mehr als sechsmal so lang wie das deutsche Netz.
Der Grund ist der Güterverkehr.
Während man in den USA für Personen fast nur das Auto oder das Flugzeug nutzt, rollt über die Schiene ein gewaltiger Güterstrom – quer über den Kontinent, oft in kilometerlangen Zügen.
Die längsten Netze der Welt
~220.000 km
USA
vor allem Güterverkehr
~155.000 km
China
stark wachsend
~105.000 km
Russland
weite Distanzen
Das deutsche Netz misst rund 33.000 bis 38.000 Kilometer.
Quelle: internationale Bahnstatistiken, CIA World Factbook.

Die USA liegen vorn
Das amerikanische Netz ist ein Gigant, aber ein stiller.
Personenzüge sind selten und langsam, abgesehen von einigen Strecken im Osten.
Dafür ist die Güterbahn hocheffizient und für die Wirtschaft unverzichtbar.
Riesige Züge transportieren Kohle, Getreide, Container und Autos über tausende Kilometer.
Was in Europa der Lkw übernimmt, erledigt in den USA über weite Strecken die Schiene – leise, aber in gewaltigem Umfang.
So kommt es zu dem Paradox, dass ausgerechnet das klassische Autoland das längste Bahnnetz besitzt.
Die Länge sagt eben wenig darüber aus, wie viele Menschen mit dem Zug fahren.
China holt rasant auf
Auf Platz zwei folgt China mit rund 155.000 Kilometern – und das Netz wächst rasant.
Kein Land baut derzeit so schnell neue Strecken, vor allem für Hochgeschwindigkeitszüge.
Innerhalb weniger Jahre hat China das mit Abstand größte Schnellfahrnetz der Welt aufgebaut.
Während die USA bei der Güterbahn führen, ist China der Vorreiter im schnellen Personenverkehr.
Russland und die Weite
Russland liegt mit rund 105.000 Kilometern auf Platz drei.
Sein Netz muss gewaltige Entfernungen überbrücken – die Transsibirische Eisenbahn allein ist über 9.000 Kilometer lang und verbindet Europa mit dem Pazifik.
In einem so weiten Land ist die Bahn oft das Rückgrat des Verkehrs, für Güter wie für Menschen.
Die Distanzen machen die Schiene hier konkurrenzlos.
Länge ist nicht alles
Die Rangliste zeigt: Ein langes Netz bedeutet nicht automatisch viel Zugverkehr für Reisende.
Entscheidend ist, wofür ein Netz genutzt wird – für Güter, für Personen, für schnelle oder langsame Verbindungen.
Deutschland liegt mit rund 33.000 bis 38.000 Kilometern deutlich hinter den Riesen, hat aber eines der dichtesten und meistbefahrenen Netze überhaupt.
Auch das ist eine Art Rekord.

Ein dichtes Netz zählt anders
Die reine Länge sagt wenig über die Nutzung.
Ein kurzes, aber dicht befahrenes Netz kann mehr Menschen bewegen als ein langes, auf dem nur selten ein Zug fährt.
Genau das unterscheidet die großen Netze voneinander.
Deutschland etwa hat ein vergleichsweise kurzes Netz, auf dem aber ununterbrochen Züge verkehren.
Gemessen an der Verkehrsdichte gehört es zu den am intensivsten genutzten der Welt.
Indien, das Land der Bahnreisenden
Ein besonderer Fall ist Indien.
Sein Netz ist mit rund 68.000 Kilometern zwar kürzer als die Spitzenreiter, gehört aber zu den meistgenutzten überhaupt.
Täglich reisen dort Millionen Menschen mit dem Zug.
Während die USA bei der Länge und beim Güterverkehr führen, ist Indien das Land der Bahnreisenden schlechthin.
Das zeigt: Je nachdem, was man misst, ergeben sich völlig verschiedene Weltmeister.
Warum Netze wachsen und schrumpfen
Netze sind nicht in Stein gemeißelt.
Das US-Netz war früher noch weit länger und wurde über Jahrzehnte zurückgebaut, als der Güterverkehr sich auf die wichtigsten Strecken konzentrierte.
Auch in Europa wurden viele Nebenstrecken stillgelegt.
Umgekehrt baut China derzeit in atemberaubendem Tempo neu.
Ein Schienennetz ist damit immer auch ein Spiegel der Verkehrspolitik eines Landes – und die ändert sich mit der Zeit.
Auch beim Ausbau zeigt sich die Verkehrspolitik: Wo ein Land in die Schiene investiert, wächst das Netz; wo es aufs Auto setzt, schrumpft es.
Die nackte Kilometerzahl erzählt so ganz nebenbei die Geschichte, welche Rolle die Bahn in einem Land spielt.
Für Deutschland heißt das: Nicht die Länge macht den Unterschied, sondern die Intensität.
Auf vergleichsweise wenigen Kilometern drängt sich hier einer der dichtesten Zugverkehre der Welt – mit allen Vorzügen und allen Problemen, die das mit sich bringt.
Zum Einordnen
USA rund 220.000 km, China rund 155.000 km, Russland rund 105.000 km.
Deutschland liegt bei rund 33.000 bis 38.000 km – dafür sehr dicht und intensiv genutzt.
Länge des Netzes und Zahl der Reisenden sind zwei ganz verschiedene Dinge.
Häufige Fragen
Welches Land hat das längste Schienennetz?
Warum ausgerechnet die USA?
Wer folgt dahinter?
Wo steht Deutschland?
Bedeutet ein langes Netz viele Zugreisende?
Weiterfahrt
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