Zahlen, bitte
„Das größte Tramnetz des Landes steht in Berlin – und verrät beim Fahren noch immer, wo einmal die Mauer stand.“
Welches ist das größte Straßenbahnnetz Deutschlands?
→ Berlin führt klar. Die Karte des Netzes erzählt dabei ein Stück deutsche Geschichte.
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Kurz gesagt
Das größte Straßenbahnnetz Deutschlands betreibt die BVG in Berlin. Das Streckennetz ist rund 190 Kilometer lang, mit etwa 22 Linien und über 800 Haltestellen – eines der größten und ältesten der Welt.
Straßenbahnen gibt es in vielen deutschen Städten, von Freiburg bis Rostock.
Doch keine kommt an Berlin heran: Die Hauptstadt hat das mit Abstand größte Tramnetz des Landes – und eines der größten weltweit.

Die Berliner Tram in Zahlen
~190 km
Streckennetz
größtes in Deutschland
~22
Linien
dazu Nachtlinien
>800
Haltestellen
Platz 1
in Deutschland
weltweit vorn dabei
Quelle: BVG, Straßenbahn Berlin. Das längste Netz der Welt hat Melbourne in Australien.
Ein Netz, das die Teilung zeigt
Wer die Berliner Tram auf der Karte betrachtet, sieht eine Besonderheit: Sie fährt fast nur im Ostteil der Stadt.
Im Westen gibt es über weite Flächen keine einzige Linie.
Das ist kein Zufall, sondern gebaute Geschichte.
Im Westteil Berlins wurde die Straßenbahn bis 1967 vollständig abgeschafft – man setzte damals ganz auf Bus und U-Bahn und hielt die Tram für ein Auslaufmodell.
Im Osten dagegen blieb sie das Rückgrat des Nahverkehrs und wurde weiter ausgebaut.
Nach der Wiedervereinigung wuchsen die beiden Netzhälften nur langsam zusammen.
Bis heute wurden erst wenige Linien in den Westen verlängert.
So fährt die Tram noch immer ihre eigene, stille Erinnerung an die geteilte Stadt.
Eine der ältesten der Welt
Die Berliner Straßenbahn ist nicht nur groß, sondern auch alt.
Ihre Anfänge reichen bis 1865 zurück, damals noch als Pferdebahn.
Später kam die Elektrifizierung, und über die Jahrzehnte wuchs das Netz zu seiner heutigen Größe.
Legte man die rund 190 Kilometer Strecke aneinander, käme man von Berlin fast bis nach Leipzig.
Rechnet man die einzelnen Linienwege zusammen, ergibt sich ein Vielfaches davon – ein dichtes Geflecht quer durch den Osten der Stadt.
Straßenbahn, S-Bahn, U-Bahn
Die drei sind leicht zu verwechseln, aber verschieden: Die Straßenbahn fährt meist im Straßenraum mit, die U-Bahn unter der Erde, die S-Bahn auf eigener Bahntrasse.
Berlin ist die einzige Stadt Deutschlands, die alle drei Systeme in großem Umfang gleichzeitig betreibt – ein Erbe seiner Größe und seiner bewegten Geschichte.
Warum die Tram wieder wächst
Lange galt die Straßenbahn als altmodisch.
Heute erlebt sie ein Comeback: Sie ist leiser als der Bus, elektrisch, leistungsfähig und deutlich billiger zu bauen als eine U-Bahn.
Viele Städte planen wieder neue Linien.
Auch in Berlin sind Verlängerungen in den Westen geplant.
Das Rekordnetz könnte also noch wachsen – und eines fernen Tages vielleicht sogar die Wunde schließen, die die Teilung bis heute in seiner Karte hinterlassen hat.
So ist die Berliner Tram weit mehr als ein Verkehrsmittel.
Sie ist zugleich Verkehrsrekord, Technikgeschichte und ein rollendes Stück Stadtgeschichte, das man an jeder Haltestelle ablesen kann.

Häufige Fragen
Welche Stadt hat das größte Tramnetz?
Warum fährt die Tram kaum im Westen?
Ist Berlin weltweit das größte Netz?
Welche deutschen Städte folgen?
Seit wann gibt es die Berliner Tram?
Warum die Tram ein Comeback erlebt
Lange galt die Straßenbahn als Verkehrsmittel von gestern.
Viele Städte rissen in den 1960er- und 70er-Jahren ihre Gleise heraus und setzten ganz aufs Auto.
Heute hat sich das Blatt gewendet.
Die Tram ist elektrisch, leise und leistungsfähig.
Sie fasst weit mehr Menschen als ein Bus, ist aber deutlich günstiger zu bauen als eine U-Bahn, weil sie meist an der Oberfläche fährt.
Für viele Städte ist sie das ideale Rückgrat der Verkehrswende.
Neue Netze entstehen, alte werden erweitert.
Städte, die ihre Tram einst abschafften, denken heute über ihre Rückkehr nach.
Berlin, das seine Ost-Straßenbahn nie aufgab, steht dabei plötzlich als weitsichtig da.
Mehr als eine Zahl im Rekordbuch
Berlins Tram ist nicht nur die größte, sondern auch eine der meistgenutzten Deutschlands.
Jeden Tag steigen Hunderttausende ein.
Die Linien verbinden Wohnviertel, Bahnhöfe und Zentren im dichten Takt, oft rund um die Uhr.
Auch für Touristen ist sie ein Gewinn.
Anders als in der U-Bahn sieht man aus dem Fenster die Stadt vorbeiziehen – Plätze, Sehenswürdigkeiten, das Leben auf der Straße.
Eine Fahrt durch Berlin-Mitte ist fast eine kleine Stadtrundfahrt.
So ist das größte Tramnetz Deutschlands zugleich Alltag, Geschichte und Zukunft des Nahverkehrs in einem – und rollt seit über 150 Jahren durch die Hauptstadt.
Wer das nächste Mal in Berlin in die gelbe Tram steigt, sitzt also in einem Rekordhalter: dem größten und einem der ältesten Straßenbahnnetze Deutschlands – und einem, dessen Linienplan bis heute die Geschichte der geteilten Stadt erzählt.
Weiterfahrt
→ Wie schnell fährt eine Straßenbahn? – Tempo statt Länge
→ Wie viele Fahrgäste passen in eine Tram? – was auf die langen Linien passt
→ Wie viele Fahrgäste hat die Berliner S-Bahn? – die große Schwester auf eigener Trasse
