Zahlen, bitte
„ICE, IC, RE, RB, S – das sind keine Geheimcodes, sondern das Alphabet der Bahn. Wer es liest, weiß schon, was kommt.“
Wie viele Zuggattungen gibt es bei der Bahn?
→ Die zwei Buchstaben vor der Zugnummer sagen fast alles. Man muss sie nur lesen können.
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Kurz gesagt
Im Alltag begegnen einem rund ein halbes Dutzend Zuggattungen: ICE, IC/EC, RE, RB und S-Bahn. Grob geteilt sind das Fernverkehr (schnell, weite Strecken, eigenwirtschaftlich) und Nahverkehr (viele Halte, in der Region, vom Staat bestellt). Dazu kommen Nachtzüge und private Anbieter.
Auf der Anzeigetafel steht nie einfach nur „Zug“
Davor steht immer ein Kürzel aus einem oder zwei Buchstaben – und das verrät, worauf man sich einstellen kann: rasanter Fernzug quer durch die Republik oder gemütliche Regionalbahn, die an jedem Dorf hält.
Das System ist über Jahrzehnte gewachsen.
Alte Gattungen wie der „D-Zug“ (Durchgangszug) oder der „Eilzug“ sind längst verschwunden, neue wie der ICE kamen dazu.
Wer die heute gültigen Kürzel kennt, kann jeden Fahrplan in Deutschland auf einen Blick lesen.

Der Fernverkehr: schnell und weit
Ganz oben steht der ICE, der Intercity-Express – die schnellste Gattung, gebaut für große Entfernungen und bis zu 300 km/h.
Er hält nur an den großen Knoten und verbindet die Metropolen.
Darunter folgen IC und EC. Der IC (Intercity) ist der klassische Fernzug mit Lok und Wagen, etwas langsamer als der ICE. Der EC (Eurocity) ist im Grunde dasselbe, fährt aber über die Grenze ins Nachbarland – etwa nach Österreich, in die Schweiz oder nach Tschechien.
Die wichtigsten Gattungen
ICE
Intercity-Express
Fernverkehr, bis 300 km/h
IC / EC
Intercity / Eurocity
Fernverkehr, EC auch ins Ausland
RE
Regional-Express
Nahverkehr, größere Halte
RB
Regionalbahn
Nahverkehr, hält fast überall
S
S-Bahn
dichter Takt im Ballungsraum
Dazu kommen Nacht- und Sonderzüge sowie private Anbieter. Eine feste Gesamtzahl gibt es nicht – Sonderformen kommen und gehen.
Der Nahverkehr: viele Halte, kurze Wege
Im Nahverkehr ist der RE, der Regional-Express, der schnellere.
Er lässt kleine Halte aus und verbindet die Städte einer Region zügig.
Die RB, die Regionalbahn, ist die Bummelvariante – sie hält an fast jeder Station, auch am kleinsten Haltepunkt.
Die S-Bahn schließlich bringt im dichten Takt die Massen durch die Ballungsräume, oft im Zehn-Minuten-Rhythmus.
Sie ist nicht zu verwechseln mit der U-Bahn: Die S-Bahn gehört zum Eisenbahnnetz, die U-Bahn ist ein eigenes, meist unterirdisches Stadtsystem.
Fern oder Nah – warum das zählt
Der Unterschied ist nicht nur Tempo. Den Fernverkehr betreibt die Bahn eigenwirtschaftlich, sie entscheidet selbst über Linien und Preise.
Den Nahverkehr bestellen und bezahlen dagegen die Bundesländer. Deshalb gilt das Deutschlandticket im Nahverkehr (RE, RB, S-Bahn), aber nicht im Fernverkehr (ICE, IC, EC).
Nacht, Ausland und private Züge
Neben den Alltagsgattungen gibt es Sonderformen.
Nachtzüge wie der Nightjet bringen Reisende im Schlaf quer durch Europa.
Internationale Marken wie der Railjet aus Österreich oder der TGV aus Frankreich fahren bis nach Deutschland hinein.
Und längst ist die Bahn nicht mehr allein: Private Anbieter wie der Flixtrain fahren mit eigenen grünen Zügen auf denselben Gleisen.
Sie sind eine eigene Gattung mit eigenem Kürzel – ein Zeichen, dass der Fernverkehr in Deutschland Konkurrenz bekommen hat.

Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen RE und RB?
Gilt das Deutschlandticket für alle Gattungen?
Was ist ein EC?
Ist die S-Bahn dasselbe wie die U-Bahn?
Fahren auch private Züge?
Wie man die Anzeigetafel liest
Hinter dem Buchstabenkürzel steht immer eine Zahl – die Zugnummer.
Sie ist nicht willkürlich: Grob gilt, dass Züge in die eine Richtung gerade, in die Gegenrichtung ungerade Nummern tragen.
Für Reisende zählt vor allem das Kürzel davor, denn es sagt, wie oft der Zug hält und ob das Deutschlandticket gilt.
Manche Gattungen sind auch schon wieder verschwunden.
Der „D-Zug“ (Durchgangszug) und der „Eilzug“ prägten das 20. Jahrhundert, der luxuriöse „Trans-Europ-Express“ verband einst die Metropolen, und der „Interregio“ füllte in den 1990er-Jahren die Lücke zwischen Fern- und Nahverkehr.
Sie alle gibt es heute nicht mehr.
Das System ist also nicht in Stein gemeißelt.
Es passt sich an, wenn sich das Angebot ändert – neue Marken kommen, alte verschwinden.
Konstant bleibt nur das Prinzip: ein, zwei Buchstaben, die vor der Fahrt schon das Wichtigste verraten.
Mehr als nur Tempo
Die Gattung entscheidet über weit mehr als die Geschwindigkeit.
Sie bestimmt, ob man reservieren kann, ob es ein Bordbistro gibt, ob Fahrräder mitdürfen und welche Tarife gelten.
Ein ICE ist ein anderer Reisekomfort als eine Regionalbahn – und ein anderer Preis.
In manchen Regionen verschwimmen die Grenzen.
Wo keine klassische S-Bahn fährt, übernimmt oft eine dicht getaktete Regionalbahn deren Rolle.
Und mancher moderne Regional-Express ist über weite Strecken flotter unterwegs als ein bummelnder Intercity aus alter Zeit.
Am Ende ist das Kürzel also eine kleine Gebrauchsanweisung.
Es sagt in ein, zwei Buchstaben, wie schnell, wie oft, wie komfortabel und zu welchem Tarif – noch bevor der Zug überhaupt eingefahren ist.
Weiterfahrt
→ Wie viele ICE-Baureihen gibt es? – die schnellste Gattung im Detail
→ Wie schnell fährt ein Intercity? – das Tempo der zweiten Reihe
→ Wie schnell fährt ein Regional-Express? – der Flotte unter den Nahverkehrszügen
