Wie viele ICE-Baureihen gibt es?

Zahlen, bitte

„„ICE“ steht nicht für einen Zug, sondern für eine ganze Familie – mit sechs lebenden Mitgliedern.“

Wie viele ICE-Baureihen gibt es?

→ Nicht jeder ICE ist gleich. Die Familie hat mehrere Generationen mit ganz eigenem Charakter.

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Kurz gesagt

Aktuell sind sechs ICE-Typen im Einsatz: ICE 1, ICE 2, ICE 3, ICE 3neo, ICE 4 und der Neigezug ICE T. Frühere Typen wie der Diesel-ICE TD sind längst ausgemustert. Zusammen bilden sie das Rückgrat des deutschen Fernverkehrs.

Wer „ICE“ sagt, meint meist irgendeinen weißen Schnellzug mit rotem Streifen.

Tatsächlich steckt dahinter eine ganze Familie, die über mehr als drei Jahrzehnte gewachsen ist – mit Mitgliedern aus ganz verschiedenen Epochen.

ICE 1 der Baureihe 401 am Bahnhof Frankfurt am Main Stadion
ICE 1 (Baureihe 401), seit 1991 · Foto: MaxEmanuel, CC0, via Wikimedia Commons

1991 begann alles mit dem ICE 1. Seither kam etwa alle paar Jahre eine neue Generation dazu, während die alten weiterfuhren.

So rollt heute die gesamte Entwicklungsgeschichte gleichzeitig über das Netz.

Die ICE-Familie heute

ICE 1

seit 1991

der Urvater, mit Triebköpfen

ICE 2

seit 1996

kürzer, teilbar

ICE 3 / 3neo

seit 2000

erster für Tempo 300

ICE 4 / ICE T

Rückgrat & Neigezug

jüngstes Arbeitstier und Kurvenspezialist

Quelle: Deutsche Bahn. Ausgemustert sind u. a. der Diesel-ICE TD und der kleine ICE T5.

Der Urvater: ICE 1 und ICE 2

Der ICE 1 von 1991 ist leicht zu erkennen: Vorn und hinten zieht je ein wuchtiger Triebkopf die Wagen dazwischen.

Er war der Zug, mit dem Deutschland ins Zeitalter der Hochgeschwindigkeit startete, und wurde inzwischen gründlich modernisiert.

Der ICE 2 folgte 1996. Seine Besonderheit: Er ist kürzer und lässt sich teilen.

Zwei ICE 2 können gemeinsam fahren und sich unterwegs trennen, um in verschiedene Richtungen weiterzufahren – „Flügeln“ nennt man das.

ICE 2 der Baureihe 402
ICE 2 (Baureihe 402), seit 1996 · Foto: Lars Steffens, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

Der Sprung: ICE 3 und ICE 3neo

Mit dem ICE 3 kam 2000 der große technische Sprung.

Er hat keine Triebköpfe mehr, sondern verteilt den Antrieb unter dem ganzen Zug.

Das machte ihn leichter und schneller: Er war der erste deutsche Zug, der planmäßig Tempo 300 fuhr.

ICE 3 der Baureihe 403
ICE 3 (Baureihe 403), seit 2000 · Foto: Lars Steffens, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

Die jüngste Weiterentwicklung ist der ICE 3neo, eine moderne Variante der bewährten Bauart.

Er bringt neue Technik, mehr Komfort und bessere Barrierefreiheit – die Grundidee des schnellen Triebzugs aber bleibt dieselbe.

ICE 3neo der Baureihe 408 im Hannoveraner Hauptbahnhof
ICE 3neo (Baureihe 408), seit 2022 · Foto: RAIL P, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Das Arbeitstier und der Kurvenkünstler

Der ICE 4, seit 2017 im Einsatz, ist heute das eigentliche Rückgrat der Flotte.

Er ist nicht der schnellste, aber der wirtschaftlichste und wird in großer Stückzahl beschafft.

Ihn gibt es in verschiedenen Längen, je nach Bedarf der Strecke.

ICE 4 der Baureihe 412 in Berlin Südkreuz
ICE 4 (Baureihe 412), seit 2017 · Foto: DeffiSK, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Eine Sonderrolle spielt der ICE T. Er hat Neigetechnik: In Kurven legt sich der Wagenkasten leicht zur Seite, damit der Zug auf kurvigen Strecken schneller fahren kann, ohne dass den Fahrgästen unwohl wird.

Auf den vielen Mittelgebirgsstrecken Deutschlands ist das ein großer Vorteil.

ICE T der Baureihe 411 im Bahnhof Buchloe
ICE T (Baureihe 411), Neigezug seit 1999 · Foto: TheMarcus13, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Warum es so viele Typen gibt

Die Vielfalt hat einen einfachen Grund: Die Bahn beschafft über Jahrzehnte immer wieder neue Züge, je nach Technik und Bedarf der Zeit.

Alte Baureihen fahren weiter, bis sie das Ende ihrer Lebensdauer erreichen, während neue dazukommen.

Nicht jede Idee blieb: Der Diesel-ICE TD für Strecken ohne Oberleitung wurde ebenso wieder aufgegeben wie der kleine ICE T5. Am Ende zählt, was sich im harten Alltag bewährt – und das sind heute jene sechs Typen, die das Netz prägen.

Diesel-ICE TD der Baureihe 605 im Berliner Ostbahnhof
ICE TD (Baureihe 605), Diesel, 2001–2017 ausgemustert · Foto: Sebastian Terfloth, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Häufige Fragen

Welcher ICE ist der älteste?
Der ICE 1, im Einsatz seit 1991. Er wurde modernisiert und fährt bis heute.
Was ist der Unterschied zwischen ICE 3 und ICE 3neo?
Der ICE 3neo ist die modernste Weiterentwicklung des ICE 3 – mit neuer Technik und mehr Komfort, aber derselben Grundidee: ein Triebzug für Tempo 300.
Was kann der ICE T besonders?
Er hat Neigetechnik: In Kurven legt sich der Wagenkasten leicht zur Seite, damit der Zug auf kurvigen Strecken schneller fahren kann.
Warum sieht der ICE 1 anders aus?
Weil er vorn und hinten einen eigenen Triebkopf hat. Die neueren Züge verteilen den Antrieb unsichtbar unter dem ganzen Zug.

Über 30 Jahre ICE

Als 1991 der erste ICE fuhr, war das ein nationales Ereignis.

Deutschland hatte den Anschluss an die Hochgeschwindigkeit gefunden, die Frankreich mit dem TGV vorgemacht hatte.

Seither ist der ICE zur Marke geworden, die fast jeder kennt.

In den drei Jahrzehnten danach wuchs nicht nur die Zahl der Züge, sondern auch das Streckennetz für hohe Geschwindigkeiten.

Neubaustrecken wie Köln–Rhein/Main oder Nürnberg–Ingolstadt wurden eigens für den ICE gebaut.

Der ICE ist dabei längst kein rein deutsches Produkt mehr.

Er fährt bis nach Paris, Amsterdam, Brüssel und in die Schweiz.

Manche Baureihen sind eigens dafür mit mehreren Strom- und Signalsystemen ausgerüstet, um über die Grenzen zu kommen.

Wie man die Typen erkennt

Ein kleiner Spotter-Tipp: Hat der Zug vorn und hinten einen abgesetzten Triebkopf, ist es ein ICE 1 oder 2. Läuft die Fahrgastkabine dagegen bis ganz nach vorn zur spitzen Nase, handelt es sich um einen ICE 3 oder 3neo.

Der ICE 4 wirkt etwas kantiger und länger, oft mit auffällig vielen Wagen.

Und wer einen ICE durch enge Kurven fahren sieht, bei dem sich der Wagenkasten leicht neigt, hat einen ICE T vor sich – den Kurvenkünstler der Familie.

Intern trägt jeder Typ eine nüchterne Nummer, die Baureihe.

Der ICE 3 etwa umfasst mehrere Baureihen wie die 403 oder die 407. Für Reisende zählt aber vor allem der vertraute Name mit der Ziffer dahinter.

So ist die ICE-Familie ein rollendes Museum der letzten drei Jahrzehnte – und zugleich das Versprechen, dass die schnelle Reise durch Deutschland auch in Zukunft ihren vertrauten Namen behält.

Weiterfahrt

Wie groß ist die ICE-Flotte? – wie viele Züge die Familie zählt

Wie viel kostet ein ICE? – was ein Familienmitglied kostet

Wie schnell darf ein Zug fahren? – wofür die schnellen Typen gebaut sind

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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