Wie viel kostet ein ICE?

Zahlen, bitte

„Sie möchten einen ICE kaufen? Dann halten Sie bitte rund 40 Millionen Euro bereit – pro Stück.“

Wie viel kostet ein ICE?

→ Ein Zug ist kein Schnäppchen. Beim ICE 4 lässt sich der Preis aber ziemlich genau beziffern.

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Kurz gesagt

Ein einzelner ICE 4 kostet je nach Länge grob 40 bis 45 Millionen Euro. Die Deutsche Bahn hat 137 dieser Züge bestellt – zusammen für rund 6 Milliarden Euro.

Züge kauft man nicht einzeln von der Stange wie ein Auto.

Die Bahn bestellt gleich ganze Serien, und der Hersteller baut sie über viele Jahre.

Trotzdem lässt sich der Preis eines modernen Hochgeschwindigkeitszuges erstaunlich genau benennen.

Das beste Beispiel ist der ICE 4. Er ist seit 2017 im Regelbetrieb und soll auf Jahrzehnte das Rückgrat des Fernverkehrs sein.

An ihm lässt sich gut zeigen, was so ein Zug kostet – und warum.

Der ICE 4 in Zahlen

137

bestellte Züge

gebaut von Siemens

~6 Mrd. €

für die ganze Flotte

5,3 Mrd. + rund 700 Mio. Nachbestellung

~40 Mio. €

grob pro Zug

je nach Länge (7, 12 oder 13 Wagen)

2024

letzter Zug geliefert

getauft auf den Namen „Spree“

Quelle: Deutsche Bahn, Siemens. Der Stückpreis ist überschlägig – längere Züge kosten mehr.

Warum ein Zug so teuer ist

Ein ICE ist kein Fahrzeug, sondern eher ein rollendes Gebäude: bis zu 374 Meter lang, klimatisiert, mit Bordbistro, Hightech-Bremsen, aufwändiger Elektronik und einer Zulassung für Tempo 250. All das steckt in jedem einzelnen Zug.

Bahnhof Kreiensen im Jahr 1963
Foto: Michael Gäbler, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons

Dazu kommen strenge Sicherheitsauflagen, jahrelange Entwicklung und eine im Vergleich zum Auto winzige Stückzahl.

Während sich bei einem Pkw Millionen Fahrzeuge die Entwicklungskosten teilen, verteilen sie sich beim ICE auf nur ein paar hundert Züge.

Jeder Zug besteht aus mehreren Wagen, die einzeln gefertigt, ausgestattet und geprüft werden.

Sitze, Türen, Klimaanlage, Toiletten, Fahrgastinformation – alles muss jahrzehntelang zuverlässig funktionieren, bei Hitze wie bei Frost.

Große Bestellung, kleinerer Stückpreis

Die ursprüngliche Bestellung von 2011 umfasste 119 Züge für rund 5,3 Milliarden Euro.

2018 stockte die Bahn um 18 weitere Züge und zusätzliche Einzelwagen auf, für noch einmal rund 700 Millionen.

Macht zusammen 137 Züge und etwa 6 Milliarden Euro.

Rechnet man grob um, kostet ein Zug also um die 40 Millionen Euro.

Genau ist das nicht, denn den ICE 4 gibt es in verschiedenen Längen – mit 7, 12 oder 13 Wagen.

Ein längerer Zug hat mehr Technik und kostet entsprechend mehr.

Der große Vorteil einer Serienbestellung: Wer 137 Züge auf einmal ordert, zahlt pro Stück weniger als bei einer Einzelanfertigung.

Der Hersteller kann planen, Material bündeln und die Fertigung optimieren.

Zum Vergleich

Die gesamte ICE-4-Bestellung von rund 6 Milliarden Euro entspricht etwa dem, was der Bund in einem guten Jahr in den Neu- und Ausbau des gesamten Schienennetzes steckt.

Ein einzelner ICE 4 kostet ungefähr so viel wie 700 bis 800 Mittelklasse-Pkw – nur hält er dafür auch rund 30 Jahre und mehr.

Ein Zug für Jahrzehnte

Der hohe Kaufpreis relativiert sich über die Lebensdauer.

Ein ICE ist für einen Einsatz von rund 30 Jahren und länger ausgelegt.

In dieser Zeit legt er viele Millionen Kilometer zurück und befördert Abermillionen Fahrgäste.

Auf die einzelne Fahrt und den einzelnen Sitzplatz heruntergerechnet, sind die Anschaffungskosten dann nur noch ein kleiner Posten.

Teurer als der Kauf ist über die Jahre oft der Betrieb – Strom, Personal, Wartung, Reinigung.

So ist der Preis eines ICE am Ende eine Investition in Jahrzehnte.

Wer heute 40 Millionen für einen Zug ausgibt, kauft Mobilität für eine ganze Generation von Reisenden.

Baureihe 120 in Hannover
Foto: ChristianSchd, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Häufige Fragen

Kauft die Bahn ICE einzeln?
Nein. Sie bestellt ganze Serien, hier 137 Züge auf einmal. Das senkt den Stückpreis gegenüber einer Einzelanfertigung deutlich.
Warum schwankt der Preis pro Zug?
Den ICE 4 gibt es in Längen von 7, 12 und 13 Wagen. Ein längerer Zug hat mehr Technik und mehr Wagen – und kostet entsprechend mehr.
Wie lange fährt so ein Zug?
Die Bahn plant ihre ICE-Flotte für rund 30 Jahre und mehr. Auf die Lebensdauer gerechnet relativiert sich der hohe Kaufpreis.
Was kostet die ganze ICE-4-Flotte?
Rund 6 Milliarden Euro für 137 Züge – zunächst 5,3 Milliarden, dann eine Nachbestellung von etwa 700 Millionen.

Was ein ICE für sein Geld bietet

Für die rund 40 Millionen bekommt die Bahn kein bloßes Fahrzeug, sondern ein komplettes Verkehrssystem auf Rädern.

Hunderte Sitzplätze, Bordbistro, behindertengerechte Bereiche, Fahrradstellplätze, Klimatisierung und modernste Sicherheitstechnik stecken in jedem Zug.

Der ICE 4 wurde zudem bewusst modular gebaut.

Die Bahn kann Wagen ergänzen oder herausnehmen und so die Zuglänge an die Nachfrage anpassen.

Ein solcher Baukasten ist teuer in der Entwicklung, spart aber später Geld im Betrieb.

Auch die Umwelt zählt mit: Der ICE 4 gilt als besonders sparsam und fährt mit Strom aus erneuerbaren Quellen.

Ein Teil des Preises steckt also in Technik, die den Energieverbrauch dauerhaft senkt.

Ein Zug ist nie ganz fertig

Mit dem Kauf ist es nicht getan.

Über die Jahrzehnte wird ein ICE mehrfach modernisiert – neue Sitze, neues WLAN, aufgefrischte Technik.

Diese Investitionen kommen zum ursprünglichen Preis noch obendrauf.

So ist ein ICE weniger ein einmaliger Kauf als eine jahrzehntelange Beziehung zwischen Bahn und Fahrzeug – mit laufenden Kosten, aber auch mit einem Wert, der über ein ganzes Bahnleben reicht.

Weiterfahrt

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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