Zahlen, bitte
„Sehr geehrte Fahrgäste, die Maschine an der Spitze kostet so viel wie zehn Reihenhäuser.“
Wie viel kostet eine Lokomotive?
→ Moderne Elektroloks sind Millionenmaschinen. Aber wie viel genau – und warum eigentlich?
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Kurz gesagt
Eine moderne Elektrolok wie die Siemens Vectron kostet je nach Ausstattung rund drei bis fünf Millionen Euro. Dafür bekommt man 6.400 Kilowatt Leistung, bis zu 230 Stundenkilometer und eine Maschine, die über Jahrzehnte im Einsatz bleibt.
Die Siemens Vectron ist heute die Standard-Elektrolok auf Europas Schienen – auch die Deutsche Bahn setzt sie als Baureihe 193 ein.
Ihr Preis liegt je nach Ausstattung bei rund drei bis fünf Millionen Euro pro Stück.
Was den Preis treibt, ist vor allem eine Frage: Für wie viele Länder soll die Lok zugelassen sein? Jedes zusätzliche Stromsystem und jede nationale Zugsicherung kostet Technik, Prüfung und Zulassung.
Eine moderne E-Lok in Zahlen
3–5 Mio €
Stückpreis
je nach Ausstattung
6.400 kW
Leistung
Mehrsystem-Variante
84–90 t
Gewicht
je nach Bauart
230 km/h
Höchsttempo
in der schnellen Version
Angaben zur Siemens Vectron.
Quelle: Wikipedia (Siemens Vectron).

Die Zahl: drei bis fünf Millionen Euro
Drei bis fünf Millionen Euro – das klingt gewaltig, ist für eine Lok aber normal.
Man bekommt dafür eine Hochleistungsmaschine, die täglich tausende Tonnen bewegt und dabei jahrzehntelang zuverlässig arbeitet.
Rechnet man den Preis auf die Lebensdauer um, relativiert sich die Summe.
Eine Lok ist oft 30 Jahre und länger im Einsatz.
Pro Betriebsjahr sind das überschaubare Kosten – zumal sie in dieser Zeit unzählige Fahrten leistet.
Was den Preis treibt
Der größte Kostentreiber ist die Vielseitigkeit.
Eine Lok, die nur in Deutschland fährt, ist günstiger als eine, die auch in Österreich, Italien oder Polen zugelassen ist.
Denn jedes Land hat eigene Stromsysteme und Sicherungstechnik.
Eine Mehrsystemlok muss all das an Bord haben und in jedem Land geprüft und zugelassen sein.
Diese Zulassungen sind teuer und langwierig.
Sie machen einen erheblichen Teil des Preises aus – oft mehr als die reine Mechanik.
Dazu kommt die Ausstattung: Leistung, Höchstgeschwindigkeit, besondere Bremsen oder eine Ausrüstung für den Güter- oder Personenverkehr.
Je nach Wunsch steigt der Preis.
Eine Lok wird heute fast wie ein Auto konfiguriert.
Kaufen oder mieten?
Nicht jede Bahn kauft ihre Loks selbst.
Viele mieten sie von großen Vermietern, die riesige Flotten besitzen.
Das spart die hohe Anfangsinvestition und macht flexibel – man mietet genau so viele Loks, wie man gerade braucht.
Gerade für kleinere Bahnunternehmen ist das attraktiv.
Sie können am Markt bestehen, ohne Millionen für eigene Fahrzeuge auszugeben.
Die Vectron ist auch deshalb so verbreitet, weil sie bei vielen Vermietern im Angebot steht.
So steckt hinter der Millionenmaschine an der Zugspitze ein ganzer Markt aus Herstellern, Käufern und Vermietern.
Der Preis von drei bis fünf Millionen ist dabei nur der Anfang – dazu kommen Wartung, Strom und Personal über die ganze Lebensdauer.

Diesel, Elektro und Hybrid
Nicht jede Lok ist gleich teuer.
Reine Elektroloks wie die Vectron sind im Betrieb günstig, brauchen aber eine Oberleitung.
Dieselloks fahren überall, sind im Verbrauch aber teurer und schmutziger.
Deshalb gibt es zunehmend Hybridloks, die beides können: unter dem Fahrdraht elektrisch fahren und auf Strecken ohne Oberleitung mit einem kleinen Dieselmotor.
Diese Vielseitigkeit hat ihren Preis, spart aber im Alltag Zeit und Umwege.
Welche Lok sich lohnt, hängt vom Einsatz ab.
Für die durchgehende Hauptstrecke ist die Elektrolok ideal, für die letzte Meile ohne Fahrdraht die Diesel- oder Hybridvariante.
Die Wahl ist immer auch eine Rechnung.
Was eine Lok leisten muss
Für ihr Geld muss eine Lok viel aushalten.
Sie zieht schwere Güterzüge über Steigungen, beschleunigt volle Personenzüge und ist bei jedem Wetter im Einsatz – bei Hitze, Frost und Schnee.
Zuverlässigkeit ist alles.
Eine ausgefallene Lok kostet doppelt: durch die teure Reparatur und durch den ausgefallenen Zug.
Deshalb sind moderne Loks auf lange Wartungsintervalle und hohe Verfügbarkeit ausgelegt – jede Stunde im Betrieb zählt.
Auch die Software wird immer wichtiger.
Moderne Loks überwachen sich selbst und melden Wartungsbedarf, bevor etwas kaputtgeht.
Ein Teil des hohen Preises steckt heute in dieser unsichtbaren Elektronik.
So ist die Lokomotive eine Investition für Jahrzehnte.
Der Kaufpreis von drei bis fünf Millionen ist nur der Anfang; über die Lebensdauer verdient sie ihn durch unzählige Fahrten wieder ein.
Eine teure, aber lohnende Maschine.
Am Ende ist der Preis einer Lok also weit mehr als eine einzelne Zahl.
Er spiegelt Leistung, Zulassungen und Vielseitigkeit wider – und steht für eine Maschine, die jahrzehntelang zuverlässig ihren Dienst tut.
Drei bis fünf Millionen sind viel Geld, aber gut angelegt.
Wer das nächste Mal auf dem Bahnsteig steht, sieht die Lok an der Spitze vielleicht mit anderen Augen: eine rollende Investition, die Millionen kostet und trotzdem still und selbstverständlich ihren schweren Zug über Land zieht.
Zum Einordnen
Eine Siemens Vectron kostet je nach Ausstattung rund drei bis fünf Millionen Euro.
Größter Preistreiber ist die Zulassung für mehrere Länder mit ihren Strom- und Sicherungssystemen.
Viele Bahnen mieten Loks, statt sie zu kaufen – das spart die hohe Anfangsinvestition.
Häufige Fragen
Wie viel kostet eine moderne Lokomotive?
Warum ist sie so teuer?
Wie lange hält eine Lok?
Kaufen alle Bahnen ihre Loks?
Was leistet so eine Lok?
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