Die Heldburger Bahn: Meterspur von Hildburghausen nach Lindenau
Die Heldburger Bahn verband Hildburghausen auf 29,3 Kilometern mit dem Heldburger Land. 1946 wurde die Meterspurbahn demontiert, zwei Bahnhofsgebäude blieben erhalten.


Strecke: Hildburghausen–Lindenau-Friedrichshall, 29,3 Kilometer, Meterspur. Status: demontiert. Heute: Zwischen Hildburghausen und Stressenhausen verläuft ein neun Kilometer langer Bahnradweg, in Seidingstadt erinnert ein Bahnhofsmuseum an die Strecke.
Die Bahnstrecke Hildburghausen–Lindenau-Friedrichshall, auch Hildburghausen-Heldburger Eisenbahn genannt, war eine knapp 30 Kilometer lange Meterspurbahn.
Sie verband Hildburghausen mit dem südlich gelegenen Heldburger Land.
Eröffnet wurde sie 1888, im Jahr 1946 wurde sie demontiert.
Zwei Bahnhofsgebäude blieben erhalten, die in Heldburg und in Seidingstadt.
Freie Fotos aus der Betriebszeit liegen nicht vor, die ältesten verwendeten Aufnahmen stammen von 2005.
So sah es vorher aus: Das Heldburger Land ohne Schiene
Die Bahn war eine Meiningsche Staatsbahn, denn das Herzogtum Sachsen-Meiningen finanzierte die Baukosten von 750.000 Mark zum größten Teil.
Den Bau übernahm nach einem Vertrag vom 12. Januar 1877 die Localbahn-Bau und Betriebs-Gesellschaft Wilhelm Hostmann & Co. aus Hannover.
Eine Verknüpfung mit der normalspurigen Bahnstrecke Breitengüßbach–Dietersdorf, die im bayerischen Dietersdorf in sechs Kilometern Entfernung endete, kam nicht zustande.
Der Bau und die Eröffnung 1888
Die Hostmann-Gesellschaft führte anfangs auch den Betrieb, später übernahm die Eisenbahn-Bau- und Betriebsgesellschaft Vering & Waechter die Betriebsführung.
Die feierliche Einweihung der Teilstrecke von Hildburghausen nach Heldburg fand am 1. Juli 1888 statt.
Am 1. Dezember wurde das Reststück bis Lindenau-Friedrichshall in Betrieb genommen.
Am 16. Juli 1895 ging die gesamte Bahn in preußisches Staatseigentum über.
Ab 1920 war sie Teil des Netzes der Deutschen Reichsbahn und gehörte zur Reichsbahndirektion Erfurt.
Der Verlauf: Von Hildburghausen nach Lindenau
Die Endstation in Hildburghausen lag auf der südlichen Seite des Bahnhofes der Werrabahn auf 377 Metern Höhe und war mit deren Bahnsteigen über eine stählerne Fußgängerbrücke verbunden.
Von dort folgte die Strecke der Römhilder Straße bis Leimrieth, wo nach dreieinhalb Kilometern mit 420 Metern der höchste Punkt erreicht war.
Hinter Leimrieth führte die Trasse nach Südosten in Richtung Stressenhausen, um in einem großen Bogen den bewaldeten Höhenzug Hahnritz zu umfahren.
Im Tal der Kreck erreichte die Bahn Streufdorf und bog dort nach Süden in Richtung Heldburg ab.
Danach verlief sie meist parallel zur Straße bis Lindenau-Friedrichshall, wo die Saline Friedrichshall die andere Endstation bildete.
Wallrabs: Der Haltepunkt am Stadtrand
Der Haltepunkt Wallrabs lag bei Kilometer 0,3 auf 398 Metern Höhe, kurz hinter der Endstation Hildburghausen.
Weiteres zu diesem Halt ist nicht belegt.
Leimrieth und Stressenhausen
Leimrieth lag bei Kilometer 3,5 auf 420 Metern Höhe und war der höchste Punkt der Strecke.
Stressenhausen folgte bei Kilometer 6,5 auf 391 Metern Höhe.
Zwischen Hildburghausen und Stressenhausen verläuft heute auf der ehemaligen Bahntrasse ein neun Kilometer langer Bahnradweg.
Bedheim: Bahnhof außerhalb des Ortes
Der Bahnhof Bedheim lag bei Kilometer 9,2 auf 327 Metern Höhe.
Er befand sich östlich außerhalb des Ortes, etwa einen Kilometer südöstlich von Bedheim, wo die Straße nach Stressenhausen gekreuzt wurde.
1946 erfolgte die Demontage der Schmalspurstrecke.

Simmershausen und Streufdorf
Der Bahnhof Simmershausen-Gleicherwiesen lag bei Kilometer 11,6 auf 312 Metern Höhe.
Vor Simmershausen erreichte die Bahn wieder die Straße von Leimrieth über Bedheim nach Simmershausen und folgte ihr auf der nördlichen Seite.
Der Bahnhof Streufdorf lag bei Kilometer 15,0 auf 318 Metern Höhe im Tal der Kreck.
Hier bog die Trasse nach Süden in Richtung Heldburg ab.
Zu Streufdorf ist darüber hinaus nichts Weiteres belegt.
Seidingstadt: Bahnhofsmuseum im Empfangsgebäude
Der Haltepunkt Seidingstadt lag bei Kilometer 18,2 auf 298 Metern Höhe.
Die Bahnstrecke bestand von 1888 bis 1946.
Das Empfangsgebäude des Bahnhofs ist erhalten geblieben.
Darin erinnert ein kleines Eisenbahnmuseum an die Schmalspurstrecke.

Heldburg: Der erhaltene Bahnhof
Der Bahnhof Heldburg lag bei Kilometer 24,6 auf 287 Metern Höhe.
Hier fand am 1. Juli 1888 die feierliche Einweihung der Teilstrecke von Hildburghausen statt.
1946 mussten die Schienen im Rahmen der Reparationsleistungen an die Sowjetunion demontiert werden.
Das Bahnhofsgebäude blieb erhalten, es ist eines von zwei Bahnhofsgebäuden der Strecke, die noch stehen.

Lindenau-Friedrichshall: Endstation an der Saline
Der Endpunkt Lindenau-Friedrichshall lag bei Kilometer 29,3 auf 282 Metern Höhe.
Die Strecke verband Lindenau von 1888 bis zum Streckenabbau 1946 mit der Werrabahn in Hildburghausen.
Von der Saline Friedrichshall ist die Verladerampe als Streckenende erhalten.


Betrieb und Fahrzeuge
Auf der Strecke verkehrten meist drei Reisezugpaare täglich.
Nur in der Zeit von 1912 bis 1914 fuhren täglich bis zu fünf Zugpaare.
Die Züge führten nur die 3. Klasse.
Als Lokomotiven kamen anfangs Dampflokomotiven der Baureihe T 31 zum Einsatz, später folgten die Baureihen T 33 und T 40.
Um 1900 wurde die Janney-Kupplung auf der Bahnstrecke eingeführt und bis zum Betriebsende verwendet.
Das Ende 1946
Nach dem Zweiten Weltkrieg begann an den Osterfeiertagen 1946 die Demontage der Bahnstrecke im Rahmen der Reparationsleistungen an die Sowjetunion.
Zwei Bahnhofsgebäude blieben erhalten, der Bahnhof Heldburg und der Bahnhof Seidingstadt, und ebenso die Verladerampe der Saline Friedrichshall als Streckenende.
Auf der ehemaligen Bahntrasse verläuft heute zwischen Hildburghausen und Stressenhausen ein neun Kilometer langer Bahnradweg.
12. Januar 1877: Der Bauvertrag wird geschlossen.
1. Juli 1888: Die Teilstrecke Hildburghausen–Heldburg wird feierlich eingeweiht.
1888: Das Reststück bis Lindenau-Friedrichshall wird in Betrieb genommen.
16. Juli 1895: Die Bahn geht in preußisches Staatseigentum über.
1912 bis 1914: Täglich fahren bis zu fünf Zugpaare.
1920: Die Bahn wird Teil der Deutschen Reichsbahn.
Ostern 1946: Die Demontage beginnt.
Wie lang war die Heldburger Bahn?
Welche Spurweite hatte die Strecke?
Wann wurde die Strecke eingeweiht?
Wann wurde sie demontiert?
Was ist von der Strecke erhalten?
Wikipedia: Bahnstrecke Hildburghausen–Lindenau-Friedrichshall · Wikipedia: Heldburg · Wikipedia: Bedheim · Wikipedia: Seidingstadt · Wikipedia: Lindenau (Heldburg)
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