Die Heldburger Bahn: Meterspur von Hildburghausen nach Lindenau

Lost Place · Stillgelegte Bahnhöfe

Die Heldburger Bahn: Meterspur von Hildburghausen nach Lindenau

Die Heldburger Bahn verband Hildburghausen auf 29,3 Kilometern mit dem Heldburger Land. 1946 wurde die Meterspurbahn demontiert, zwei Bahnhofsgebäude blieben erhalten.

VORHER · 2005

Der Bahnhof Heldburg.

Der Bahnhof Heldburg. Foto: Presse03 at German Wikipedia, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.
NACHHER · 2016

Der Bahnhof in Heldburg.

Der Bahnhof in Heldburg. Foto: Störfix, CC BY-SA 3.0 de, via Wikimedia Commons, verkleinert.
Kurz erklärt
1877
Bauvertrag
1888
Hildburghausen–Heldburg eingeweiht
1895
Preußisches Staatseigentum
1946
Demontage

Strecke: Hildburghausen–Lindenau-Friedrichshall, 29,3 Kilometer, Meterspur. Status: demontiert. Heute: Zwischen Hildburghausen und Stressenhausen verläuft ein neun Kilometer langer Bahnradweg, in Seidingstadt erinnert ein Bahnhofsmuseum an die Strecke.

Die Bahnstrecke Hildburghausen–Lindenau-Friedrichshall, auch Hildburghausen-Heldburger Eisenbahn genannt, war eine knapp 30 Kilometer lange Meterspurbahn.

Sie verband Hildburghausen mit dem südlich gelegenen Heldburger Land.

Eröffnet wurde sie 1888, im Jahr 1946 wurde sie demontiert.

Zwei Bahnhofsgebäude blieben erhalten, die in Heldburg und in Seidingstadt.

Freie Fotos aus der Betriebszeit liegen nicht vor, die ältesten verwendeten Aufnahmen stammen von 2005.

So sah es vorher aus: Das Heldburger Land ohne Schiene

Die Bahn war eine Meiningsche Staatsbahn, denn das Herzogtum Sachsen-Meiningen finanzierte die Baukosten von 750.000 Mark zum größten Teil.

Den Bau übernahm nach einem Vertrag vom 12. Januar 1877 die Localbahn-Bau und Betriebs-Gesellschaft Wilhelm Hostmann & Co. aus Hannover.

Eine Verknüpfung mit der normalspurigen Bahnstrecke Breitengüßbach–Dietersdorf, die im bayerischen Dietersdorf in sechs Kilometern Entfernung endete, kam nicht zustande.

Der Bau und die Eröffnung 1888

Die Hostmann-Gesellschaft führte anfangs auch den Betrieb, später übernahm die Eisenbahn-Bau- und Betriebsgesellschaft Vering & Waechter die Betriebsführung.

Die feierliche Einweihung der Teilstrecke von Hildburghausen nach Heldburg fand am 1. Juli 1888 statt.

Am 1. Dezember wurde das Reststück bis Lindenau-Friedrichshall in Betrieb genommen.

Am 16. Juli 1895 ging die gesamte Bahn in preußisches Staatseigentum über.

Ab 1920 war sie Teil des Netzes der Deutschen Reichsbahn und gehörte zur Reichsbahndirektion Erfurt.

Der Verlauf: Von Hildburghausen nach Lindenau

Die Endstation in Hildburghausen lag auf der südlichen Seite des Bahnhofes der Werrabahn auf 377 Metern Höhe und war mit deren Bahnsteigen über eine stählerne Fußgängerbrücke verbunden.

Von dort folgte die Strecke der Römhilder Straße bis Leimrieth, wo nach dreieinhalb Kilometern mit 420 Metern der höchste Punkt erreicht war.

Hinter Leimrieth führte die Trasse nach Südosten in Richtung Stressenhausen, um in einem großen Bogen den bewaldeten Höhenzug Hahnritz zu umfahren.

Im Tal der Kreck erreichte die Bahn Streufdorf und bog dort nach Süden in Richtung Heldburg ab.

Danach verlief sie meist parallel zur Straße bis Lindenau-Friedrichshall, wo die Saline Friedrichshall die andere Endstation bildete.

Wallrabs: Der Haltepunkt am Stadtrand

Der Haltepunkt Wallrabs lag bei Kilometer 0,3 auf 398 Metern Höhe, kurz hinter der Endstation Hildburghausen.

Weiteres zu diesem Halt ist nicht belegt.

Leimrieth und Stressenhausen

Leimrieth lag bei Kilometer 3,5 auf 420 Metern Höhe und war der höchste Punkt der Strecke.

Stressenhausen folgte bei Kilometer 6,5 auf 391 Metern Höhe.

Zwischen Hildburghausen und Stressenhausen verläuft heute auf der ehemaligen Bahntrasse ein neun Kilometer langer Bahnradweg.

Bedheim: Bahnhof außerhalb des Ortes

Der Bahnhof Bedheim lag bei Kilometer 9,2 auf 327 Metern Höhe.

Er befand sich östlich außerhalb des Ortes, etwa einen Kilometer südöstlich von Bedheim, wo die Straße nach Stressenhausen gekreuzt wurde.

1946 erfolgte die Demontage der Schmalspurstrecke.

Pfeiler und Widerlager der ehemaligen Eisenbahnbrücke über die Kreck in Heldburg.
Pfeiler und Widerlager der ehemaligen Eisenbahnbrücke über die Kreck in Heldburg. Foto: Störfix, CC BY-SA 3.0 de, via Wikimedia Commons, verkleinert.

Simmershausen und Streufdorf

Der Bahnhof Simmershausen-Gleicherwiesen lag bei Kilometer 11,6 auf 312 Metern Höhe.

Vor Simmershausen erreichte die Bahn wieder die Straße von Leimrieth über Bedheim nach Simmershausen und folgte ihr auf der nördlichen Seite.

Der Bahnhof Streufdorf lag bei Kilometer 15,0 auf 318 Metern Höhe im Tal der Kreck.

Hier bog die Trasse nach Süden in Richtung Heldburg ab.

Zu Streufdorf ist darüber hinaus nichts Weiteres belegt.

Seidingstadt: Bahnhofsmuseum im Empfangsgebäude

Der Haltepunkt Seidingstadt lag bei Kilometer 18,2 auf 298 Metern Höhe.

Die Bahnstrecke bestand von 1888 bis 1946.

Das Empfangsgebäude des Bahnhofs ist erhalten geblieben.

Darin erinnert ein kleines Eisenbahnmuseum an die Schmalspurstrecke.

Der ehemalige Bahnhof in Seidingstadt, heute ein Bahnhofsmuseum.
Der ehemalige Bahnhof in Seidingstadt, heute ein Bahnhofsmuseum. Foto: Störfix, CC BY-SA 3.0 de, via Wikimedia Commons, verkleinert.

Heldburg: Der erhaltene Bahnhof

Der Bahnhof Heldburg lag bei Kilometer 24,6 auf 287 Metern Höhe.

Hier fand am 1. Juli 1888 die feierliche Einweihung der Teilstrecke von Hildburghausen statt.

1946 mussten die Schienen im Rahmen der Reparationsleistungen an die Sowjetunion demontiert werden.

Das Bahnhofsgebäude blieb erhalten, es ist eines von zwei Bahnhofsgebäuden der Strecke, die noch stehen.

Das ehemalige Bahnhofsgebäude in Heldburg.
Das ehemalige Bahnhofsgebäude in Heldburg. Foto: Giorno2, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.

Lindenau-Friedrichshall: Endstation an der Saline

Der Endpunkt Lindenau-Friedrichshall lag bei Kilometer 29,3 auf 282 Metern Höhe.

Die Strecke verband Lindenau von 1888 bis zum Streckenabbau 1946 mit der Werrabahn in Hildburghausen.

Von der Saline Friedrichshall ist die Verladerampe als Streckenende erhalten.

Lindenau, Saline Friedrichshall, Verladerampe in Heldburg.
Lindenau, Saline Friedrichshall, Verladerampe in Heldburg. Foto: Störfix, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.
Heldburger Eisenbahn in Lindenau.
Heldburger Eisenbahn in Lindenau. Foto: Störfix, CC BY-SA 3.0 de, via Wikimedia Commons, verkleinert.

Betrieb und Fahrzeuge

Auf der Strecke verkehrten meist drei Reisezugpaare täglich.

Nur in der Zeit von 1912 bis 1914 fuhren täglich bis zu fünf Zugpaare.

Die Züge führten nur die 3. Klasse.

Als Lokomotiven kamen anfangs Dampflokomotiven der Baureihe T 31 zum Einsatz, später folgten die Baureihen T 33 und T 40.

Um 1900 wurde die Janney-Kupplung auf der Bahnstrecke eingeführt und bis zum Betriebsende verwendet.

Das Ende 1946

Nach dem Zweiten Weltkrieg begann an den Osterfeiertagen 1946 die Demontage der Bahnstrecke im Rahmen der Reparationsleistungen an die Sowjetunion.

Zwei Bahnhofsgebäude blieben erhalten, der Bahnhof Heldburg und der Bahnhof Seidingstadt, und ebenso die Verladerampe der Saline Friedrichshall als Streckenende.

Auf der ehemaligen Bahntrasse verläuft heute zwischen Hildburghausen und Stressenhausen ein neun Kilometer langer Bahnradweg.

12. Januar 1877: Der Bauvertrag wird geschlossen.

1. Juli 1888: Die Teilstrecke Hildburghausen–Heldburg wird feierlich eingeweiht.

1888: Das Reststück bis Lindenau-Friedrichshall wird in Betrieb genommen.

16. Juli 1895: Die Bahn geht in preußisches Staatseigentum über.

1912 bis 1914: Täglich fahren bis zu fünf Zugpaare.

1920: Die Bahn wird Teil der Deutschen Reichsbahn.

Ostern 1946: Die Demontage beginnt.

Wie lang war die Heldburger Bahn?
Knapp 30 Kilometer, das Streckenende Lindenau-Friedrichshall lag bei Kilometer 29,3.
Welche Spurweite hatte die Strecke?
Sie war eine Meterspurbahn.
Wann wurde die Strecke eingeweiht?
Am 1. Juli 1888 die Teilstrecke von Hildburghausen nach Heldburg, das Reststück folgte am 1. Dezember.
Wann wurde sie demontiert?
Die Demontage begann an den Osterfeiertagen 1946 im Rahmen der Reparationsleistungen an die Sowjetunion.
Was ist von der Strecke erhalten?
Die Bahnhofsgebäude in Heldburg und Seidingstadt und die Verladerampe der Saline Friedrichshall; zwischen Hildburghausen und Stressenhausen verläuft ein Bahnradweg.
Quellen und Bildrechte

Wikipedia: Bahnstrecke Hildburghausen–Lindenau-Friedrichshall · Wikipedia: Heldburg · Wikipedia: Bedheim · Wikipedia: Seidingstadt · Wikipedia: Lindenau (Heldburg)

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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