Zahlen, bitte
„Klein und unscheinbar rollt es über die Schiene – doch ein einziges Zugrad ist schwerer, als mancher glaubt.“
Wie schwer ist ein Zugrad?
→ Zahlen rund um das schwere Stahlrad unter dem Zug.
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Kurz gesagt
Ein einzelnes Zugrad wiegt je nach Bauart mehrere hundert Kilogramm. Ein kompletter Radsatz aus zwei Rädern und der verbindenden Achse bringt sogar über eine Tonne auf die Waage. Diese Masse ist kein Zufall, sondern trägt die gewaltige Last des ganzen Zuges.
Wer neben einem stehenden Zug herläuft, nimmt die Räder kaum bewusst wahr, weil sie im Vergleich zum riesigen Wagen fast zierlich wirken.
Dabei ruht auf diesen scheinbar kleinen Stahlscheiben das ganze Gewicht des Zuges, von der Lokomotive über die Wagen bis zum letzten Reisenden.
Wie schwer ein solches Rad wirklich ist, überrascht deshalb die meisten Menschen, die zum ersten Mal davon hören.

Das Zugrad in Zahlen
mehrere 100 kg
ein einzelnes Rad
aus massivem Stahl
>1 Tonne
ein Radsatz
zwei Räder plus Achse
starr
auf der Achse
beide Räder drehen zusammen
Werte je nach Fahrzeug und Bauart; ein Radsatz besteht aus zwei fest verbundenen Rädern und der durchgehenden Achse.
Warum das Rad so schwer sein muss
Ein Zugrad besteht aus massivem, gehärtetem Stahl und ist deshalb weit schwerer als ein Rad, wie man es vom Auto kennt.
Diese Masse ist notwendig, denn auf jedem einzelnen Rad lastet ein beträchtlicher Teil des Gewichts des ganzen Zuges.
Ein leichtes Rad würde unter dieser enormen Last schnell verschleißen oder sogar brechen.
Nur ein schweres, kompaktes Stahlrad hält den ständigen Belastungen über viele hunderttausend Kilometer stand.

Der Radsatz als Einheit
Anders als beim Auto drehen sich die beiden Räder einer Achse beim Zug nicht getrennt, sondern sind fest miteinander verbunden.
Zwei Räder und die durchgehende Achse dazwischen bilden zusammen den sogenannten Radsatz, das Herzstück des Fahrwerks.
Dieser komplette Radsatz bringt mit über einer Tonne ein Gewicht auf die Waage, das ein einzelner Mensch niemals bewegen könnte.
Weil beide Räder starr zusammenhängen, laufen sie in Kurven immer mit derselben Drehzahl, was für die Bauart wichtige Folgen hat.
Gut zu wissen
Die leicht kegelige Form der Räder sorgt dafür, dass sich ein Radsatz von selbst in der Mitte der Schiene hält.
Räder werden regelmäßig abgedreht und mit Ultraschall auf feinste Risse geprüft, lange bevor sie zur Gefahr werden.
Die Form macht den Unterschied
Ein Zugrad ist nicht einfach zylindrisch, sondern leicht kegelförmig geschliffen, also am inneren Rand etwas dicker als außen.
Diese kegelige Form sorgt dafür, dass der Radsatz von ganz allein in der Mitte der Schiene bleibt und sich sanft selbst führt.
Zusätzlich hat jedes Rad an der Innenseite einen erhöhten Rand, den Spurkranz, der ein Entgleisen verhindert.
So einfach diese Form aussieht, so raffiniert ist die Physik, die den schweren Radsatz sicher auf der Schiene hält.
Wenn das Rad sich abnutzt
So hart der Stahl auch ist, unter der ständigen Last und dem Rollen nutzt sich auch ein Zugrad mit der Zeit ab.
In regelmäßigen Abständen wird es deshalb auf einer riesigen Drehmaschine wieder in seine exakte Form gebracht.
Bei diesem Abdrehen wird eine dünne Schicht Stahl abgetragen, sodass das Rad mit jeder Bearbeitung ein wenig kleiner wird.
Ist irgendwann zu viel Material verbraucht, wird der ganze Radsatz ausgetauscht und der alte eingeschmolzen.
Warum kein Gummi
Man könnte fragen, warum ein Zug nicht wie ein Auto auf weichen Gummireifen fährt, die viel leiser und bequemer wären.
Der Grund liegt im geringen Widerstand, denn ein harter Stahlreifen auf einer harten Stahlschiene rollt mit erstaunlich wenig Reibung.
Genau diese geringe Reibung ist das große Geheimnis der Eisenbahn, weil sie den Transport gewaltiger Lasten mit wenig Energie erlaubt.
Ein weicher Reifen würde diesen Vorteil zunichtemachen und obendrein unter dem enormen Gewicht sofort nachgeben.
Das Rad und der Lärm
Die harte Verbindung aus Stahlrad und Stahlschiene hat allerdings auch eine unangenehme Kehrseite, nämlich den Lärm.
Vor allem in engen Kurven kann das Rad ein hohes Quietschen erzeugen, das man auch aus einiger Entfernung noch hört.
Um das zu mildern, werden Räder heute oft mit Dämpfern versehen, die den Schall schlucken.
So versucht die Technik, den Vorteil des harten Rades zu behalten und zugleich seinen größten Nachteil zu bändigen.
Sicherheit an erster Stelle
Weil auf den Rädern buchstäblich alles ruht, werden sie in besonders kurzen Abständen kontrolliert und geprüft.
Mit Ultraschall und anderen Verfahren wird nach feinsten Rissen im Stahl gesucht, lange bevor sie zur Gefahr werden könnten.
Ein Rad, das auch nur den geringsten Verdacht auf einen Schaden erweckt, wird sofort ausgetauscht.
Diese strenge Vorsicht ist ein Grund dafür, warum ein Radbruch bei modernen Zügen eine große Seltenheit ist.
Was die Zahl bedeutet
Am Ende steckt hinter dem schweren Zugrad die ganze stille Ingenieurskunst der Eisenbahn.
Über eine Tonne pro Radsatz klingt nach roher Masse, ist in Wahrheit aber ein fein austariertes Bauteil.
Es trägt die Last, führt sich selbst, hält jahrelang und lässt sich immer wieder auffrischen.
So unscheinbar es unter dem Wagen wirkt, so sehr ist es doch die Grundlage jeder einzelnen Fahrt.
Häufige Fragen
Wie schwer ist ein Zugrad?
Was ist ein Radsatz?
Warum sind die Räder aus Stahl?
Nutzen sich die Räder ab?
Warum quietschen Räder in Kurven?
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