Zahlen, bitte
„Unscheinbar liegen sie zu Tausenden im Schotter – doch ohne die schweren Schwellen würde jedes Gleis auseinanderdriften.“
Wie schwer ist eine Bahnschwelle?
→ Zahlen rund um den unterschätzten Balken im Gleis.
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Kurz gesagt
Eine moderne Betonschwelle wiegt rund 300 Kilogramm, eine alte Holzschwelle dagegen nur etwa 80. Ihr Gewicht ist kein Zufall, sondern hält die beiden Schienen exakt auf Abstand und das ganze Gleis an seinem Platz.
Wer an einem Gleis entlangschaut, sieht vor allem die glänzenden Schienen und übersieht dabei fast immer die Balken darunter.
Genau diese Schwellen aber sind es, die das Gleis überhaupt erst zu einem Gleis machen und die beiden Schienen dauerhaft auf gleichem Abstand halten.
Ihr Gewicht spielt dabei eine viel größere Rolle, als man dem schlichten Balken auf den ersten Blick zutrauen würde.

Die Schwelle in Zahlen
~300 kg
Betonschwelle
heute der Standard
~80 kg
Holzschwelle
früher üblich
~1.600
Schwellen
auf einem Kilometer Gleis
Werte je nach Bauart; die verbreitete Betonschwelle vom Typ B70 wiegt rund 300 Kilogramm.
Wozu die Schwelle überhaupt dient
Die Schwelle ist der stille Vermittler zwischen der Schiene und dem Schotterbett darunter.
Sie hält die beiden Schienen exakt auf dem richtigen Abstand, der sogenannten Spurweite, damit die Räder nicht entgleisen.
Zugleich verteilt sie die enorme Last eines darüberfahrenden Zuges auf eine größere Fläche im Schotter.
Ohne diese Verteilung würden sich die Schienen unter dem Gewicht schnell in den Untergrund drücken.

Warum das Gewicht so wichtig ist
Eine schwere Schwelle liegt satt und ruhig im Schotter und lässt sich nicht so leicht verschieben.
Genau das ist entscheidend, denn ein Gleis muss auch bei hohem Tempo und großer Hitze exakt an seinem Platz bleiben.
Je schwerer die Schwelle, desto besser hält sie die Spannungen aus, die bei Hitze im lückenlos verschweißten Gleis entstehen.
Das Gewicht ist deshalb kein Zufall, sondern ein bewusst gewählter Teil der Sicherheit.
Gut zu wissen
Die verbreitete Betonschwelle trägt die Typenbezeichnung B70 und ist in ganz Deutschland millionenfach im Einsatz.
Auf besonders stark belasteten Strecken und in Weichen kommen noch schwerere Sonderschwellen zum Einsatz.
Holz gegen Beton
Über viele Jahrzehnte bestanden die Schwellen aus imprägniertem Hartholz und wogen nur rund 80 Kilogramm.
Holz ist elastisch und leicht zu bearbeiten, verrottet aber mit der Zeit und muss regelmäßig ersetzt werden.
Heute überwiegt die Betonschwelle, die mit rund 300 Kilogramm fast das Vierfache wiegt und viel länger hält.
Ihr höheres Gewicht sorgt zugleich für einen besonders ruhigen und stabilen Gleislauf.
Wie viele auf einem Kilometer liegen
Auf einem einzigen Kilometer Gleis liegen rund 1.600 Schwellen dicht an dicht im Schotter.
Rechnet man das mit dem Gewicht einer Betonschwelle hoch, kommen allein die Schwellen auf mehrere hundert Tonnen pro Kilometer.
Diese Masse ist gewollt, denn sie verankert das Gleis förmlich im Boden.
Ein Netz von zehntausenden Streckenkilometern trägt damit ein kaum vorstellbares Gesamtgewicht.
Die Schwelle und die Hitze
Im Sommer dehnen sich die verschweißten Schienen bei großer Hitze aus und drücken mit gewaltiger Kraft gegen ihre Halterung.
Schwere Schwellen im gut verdichteten Schotter halten diesem Druck stand und verhindern, dass sich das Gleis verwirft.
Sind die Schwellen zu leicht oder der Schotter zu locker, kann sich das Gleis bei extremer Hitze seitlich verbiegen.
Genau deshalb hängt die Sicherheit an heißen Tagen auch am schlichten Gewicht der Schwellen.
Wie eine Schwelle eingebaut wird
Eine einzelne Betonschwelle ist so schwer, dass sie sich von Hand kaum bewegen lässt.
Beim Gleisbau übernehmen deshalb große Maschinen das Verlegen der Schwellen im Takt.
Sie setzen die schweren Balken millimetergenau, bevor die Schienen darauf befestigt und der Schotter verdichtet wird.
Der ganze Vorgang läuft heute hochautomatisiert ab, weil das Gewicht Handarbeit fast unmöglich macht.
Wenn die Schwelle altert
Auch die robuste Betonschwelle hält nicht ewig, denn Frost, Nässe und die ständige Last setzen ihr zu.
Mit der Zeit können feine Risse entstehen, die den Balken schwächen und irgendwann zum Austausch zwingen.
Die Bahn prüft ihre Gleise deshalb regelmäßig und tauscht schadhafte Schwellen aus, bevor sie zur Gefahr werden.
Über Jahre summiert sich das zu einem gewaltigen Programm aus Kontrolle und Erneuerung.
Der unterschätzte Balken
So bleibt die Schwelle das vielleicht am meisten unterschätzte Bauteil der ganzen Eisenbahn.
Kaum ein Reisender denkt an sie, und doch entscheidet ihr Gewicht mit über die Sicherheit jeder Fahrt.
Sie trägt geräuschlos die Last ganzer Züge und hält das Gleis über Jahrzehnte in Form.
Wer das nächste Mal am Bahnsteig steht, kann den schlichten Balken im Schotter mit anderen Augen betrachten.
Häufige Fragen
Wie schwer ist eine Bahnschwelle?
Warum ist das Gewicht wichtig?
Wie viele Schwellen liegen auf einem Kilometer?
Warum Beton statt Holz?
Hält eine Betonschwelle ewig?
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