Ortstermin: Bochum Hauptbahnhof

Ortstermin

„Mitten im Ruhrpott, zwischen Currywurst und Campus: Der Bochumer Hauptbahnhof ist kein Prunkstück, aber ein verlässliches Tor zur Stadt.“

Ortstermin: Bochum Hauptbahnhof

→ Ein Ortstermin am Bahnhof zwischen Zeche und Universität.

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Kurz gesagt

Der Bochumer Hauptbahnhof ist ein wichtiger Knoten im Herzen des Ruhrgebiets. Sein nüchternes Empfangsgebäude stammt aus dem Jahr 1957, tief darunter fährt die Stadtbahn zur Universität, und oben halten Fern- und Nahverkehr auf dem Weg zwischen Köln und Dortmund.

Wer in Bochum aus dem Zug steigt, merkt sofort, dass er nicht in einer prunkvollen Kathedrale des Verkehrs gelandet ist, sondern in einem ehrlichen Arbeitsbahnhof des Ruhrgebiets.

Der Hauptbahnhof gibt sich nüchtern und funktional, ganz so, wie es zu einer Stadt passt, die ihren Wohlstand einst tief unter der Erde in den Zechen gewann.

Und doch ist er ein wichtiger Knoten, an dem täglich Zehntausende zwischen Fernzug, Nahverkehr und der Stadtbahn zur Universität umsteigen.

Bochumer Hauptbahnhof
Foto: Bodoklecksel, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Der Bahnhof in Zahlen

1957

Empfangsgebäude

Neubau nach dem Krieg

U35

Stadtbahn

tief im Untergrund

Köln–Dortmund

Hauptachse

quer durch das Revier

Angaben nach Deutscher Bahn und Stadt Bochum. Bochum liegt an der wichtigen Fernstrecke durch das Ruhrgebiet.

Ankunft im Herzen des Reviers

Der Bochumer Hauptbahnhof liegt mitten im dicht besiedelten Ruhrgebiet, jener Region, in der eine Großstadt fast unmerklich in die nächste übergeht.

Von hier aus sind Essen im Westen und Dortmund im Osten nur wenige Minuten entfernt, denn die Städte reihen sich wie Perlen an einer Schnur.

Der Bahnhof ist damit weniger ein einsamer Endpunkt als vielmehr eine Station auf der großen Achse, die das ganze Revier durchzieht.

Wer ihn betritt, spürt sofort den Takt einer Region, die seit jeher vom Pendeln und von der Bewegung lebt.

Verteilerebene im U-Bahnhof Bochum Hauptbahnhof
Foto: Bochumi, Public domain, via Wikimedia Commons

Ein nüchterner Bau von 1957

Das heutige Empfangsgebäude stammt aus dem Jahr 1957 und ist ein typisches Kind der Wiederaufbaujahre nach dem Zweiten Weltkrieg.

Statt schmückender Türme und Verzierungen setzten die Erbauer auf klare Linien, viel Glas und eine kühle, sachliche Eleganz.

Die weite Halle wirkt dadurch eher zweckmäßig als festlich, ganz im Geist einer Zeit, die dringend Funktion vor Zierrat brauchte.

Gerade in dieser Nüchternheit aber liegt ein ehrlicher Charme, der viel über den Wiederaufbau des Ruhrgebiets erzählt.

Stadtbahn im Bochumer Hauptbahnhof
Foto: Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Für den Besuch

Vom Hauptbahnhof sind es nur wenige Schritte ins Bermuda-Dreieck, das bekannte Ausgehviertel der Stadt.

Die Stadtbahn U35 bringt einen vom Bahnhof direkt hinaus zur Ruhr-Universität am Rand der Stadt.

Die Narben des Krieges

Wie fast das gesamte Ruhrgebiet wurde auch Bochum im Zweiten Weltkrieg schwer getroffen, denn seine Industrie war ein bevorzugtes Ziel der Angriffe.

Der alte Bahnhof aus der Zeit vor dem Krieg überstand die Zerstörungen nicht und musste danach von Grund auf neu errichtet werden.

Der Bau von 1957 ist damit auch ein stilles Denkmal für den Willen einer ganzen Region, sich nach der Katastrophe wieder aufzurichten.

Wer genauer hinschaut, erkennt an vielen Bahnhöfen des Reviers dieselbe Handschrift dieser entschlossenen Wiederaufbaujahre.

Skulptur am Bochumer Hauptbahnhof
Foto: Michielverbeek, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Tief unten: die Stadtbahn zur Uni

Weit unter der großen Halle verbirgt sich eine zweite Welt, nämlich die Station der Bochumer Stadtbahn tief im Untergrund.

Von hier aus fährt die Linie U35, im Volksmund die CampusLinie, hinaus zur Ruhr-Universität am Rand der Stadt.

Für die vielen tausend Studierenden ist dieser unterirdische Bahnhof das tägliche Tor zwischen Innenstadt und Hörsaal.

Über Rolltreppen und Aufzüge sind die Ebenen verbunden, sodass der Weg von der Bahn zur Stadtbahn erstaunlich kurz ausfällt.

Wegweiser in vielen Sprachen am Bochumer Hauptbahnhof
Foto: Michielverbeek, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Ein Knoten für das ganze Revier

Oben auf den Bahnsteigen halten Fernzüge, Intercitys und die vielen Regionalzüge und S-Bahnen, die das dichte Netz des Ruhrgebiets bedienen.

Bochum liegt auf der wichtigen Hauptstrecke, die Köln über das Revier mit Dortmund und dem Osten verbindet.

So treffen hier ferne Reiseziele und der alltägliche Pendlerverkehr der Region unmittelbar aufeinander.

Genau diese Mischung aus Fernverkehr und dichtem Nahverkehr macht die besondere Rolle des Bahnhofs aus.

Bahnhofsschild Bochum Hauptbahnhof
Foto: Clic, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Kunst und viele Sprachen

Wer mit offenen Augen durch den Bahnhof geht, entdeckt zwischen den Menschenströmen auch Kunst und einige liebevolle Details.

Skulpturen und Installationen setzen kleine Akzente in der ansonsten nüchternen Architektur der Nachkriegszeit.

An manchen Wegweisern findet man Hinweise in vielen Sprachen, ein Zeichen für die bunte, aus aller Welt zusammengewachsene Bevölkerung des Reviers.

So erzählt der Bahnhof im Kleinen auch von der Vielfalt der Menschen, die im Ruhrgebiet zu Hause sind.

Bahnsteig im Bochumer Hauptbahnhof
Foto: Falk2, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Vor der Tür das Bermuda-Dreieck

Nur wenige Schritte vom Bahnhof entfernt beginnt das berühmte Bochumer Ausgehviertel, das die Einheimischen liebevoll Bermuda-Dreieck nennen.

Zwischen Kneipen, Bars und Restaurants tobt hier abends das Leben, und mancher Zug bringt die Feiernden erst spät wieder nach Hause.

Für viele junge Menschen aus der ganzen Umgebung ist der Bahnhof damit das Sprungbrett in einen langen Abend.

Die Nähe zu diesem quirligen Viertel gibt dem sonst so sachlichen Bahnhof eine überraschend lebendige Note.

Gleis 1 im Bochumer Hauptbahnhof
Foto: Falk2, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Wie es weitergeht

Wie viele große Bahnhöfe wird auch Bochum nach und nach modernisiert und an die Bedürfnisse von heute angepasst.

Neue Aufzüge, hellere Bahnsteige und barrierefreie Zugänge sollen den Aufenthalt für alle angenehmer machen.

Das nüchterne Gebäude von 1957 bleibt dabei erhalten, wird aber im Inneren behutsam erneuert.

So bleibt der Bochumer Hauptbahnhof, was er seit Jahrzehnten ist: ein ehrlicher, verlässlicher Knoten im Herzen des Ruhrgebiets.

Zug am Bahnsteig in Bochum
Foto: Falk2, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Nahverkehrszug im Bochumer Hauptbahnhof
Foto: Falk2, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Häufige Fragen

Wie alt ist der Bochumer Hauptbahnhof?
Das heutige Empfangsgebäude stammt aus dem Jahr 1957 und ersetzte den im Krieg zerstörten Vorgängerbau.
Was ist die U35?
Die Stadtbahnlinie, im Volksmund CampusLinie genannt. Sie fährt vom Hauptbahnhof tief im Untergrund hinaus zur Ruhr-Universität.
Wo liegt Bochum im Netz?
Auf der wichtigen Hauptstrecke, die Köln über das Ruhrgebiet mit Dortmund und dem Osten verbindet. Essen und Dortmund sind nur Minuten entfernt.

Weiterfahrt

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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