Ostkreuz Berlin: der meistbefahrene Bahnhof Deutschlands – ein Ortstermin

Bahn-Slam · Ortstermin

„Sehr geehrte Fahrgäste, Sie befinden sich am meistbefahrenen Bahnhof Deutschlands. Bitte zügig umsteigen.“

Ostkreuz: umsteigen im Takt von 1.500 Zügen

→ Zwei Ebenen, ein Kreuz, und mittendrin ein Wasserturm von 1912.

Lesezeit: 8 Minuten · Ortstermin · Berlin

Kurz gesagt

Das Berliner Ostkreuz ist mit über 1.500 Zughalten am Tag der meistbefahrene Bahnhof Deutschlands. Zwölf Jahre lang wurde er bei laufendem Betrieb umgebaut – heute kreuzen sich hier Ringbahn und Stadtbahn auf zwei Ebenen, überragt vom alten Wasserturm von 1912.

Turmbahnhof Ostkreuz mit sich kreuzenden Bahnsteigen
Foto: Michael.F.H.Barth, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Wer zum ersten Mal am Ostkreuz aussteigt, versteht schnell, warum der Bahnhof so heißt.

Unten fährt die Ringbahn von Nord nach Süd, oben die Stadtbahn von Ost nach West. Beide kreuzen sich hier im rechten Winkel – ein Kreuz aus Schienen, mitten im Berliner Osten.

Rundherum: Rolltreppen, Bahnsteige auf zwei Höhen, Menschen, die in jede Himmelsrichtung weiterwollen. Es ist laut, es ist voll, und es funktioniert.

Wo zwei Bahnen sich kreuzen

Das Ostkreuz ist ein sogenannter Turmbahnhof: Die Gleise liegen nicht nebeneinander, sondern übereinander.

Die Ringbahn, Berlins große Schienenschleife um die Innenstadt, verläuft auf der unteren Ebene. Die Stadtbahn, die quer durch die Stadt nach Westen führt, liegt auf dem Viadukt darüber.

Dazu kommen Regionalzüge und seit einigen Jahren auch einzelne Fernzüge. Für Reisende heißt das: Fast alles lässt sich hier erreichen – man muss nur die richtige Ebene finden.

Bahnsteige und Dächer am Ostkreuz
Foto: NutzerAusBerlin, CC0, via Wikimedia Commons

Umbau unter rollendem Rad

Bis vor wenigen Jahren war das Ostkreuz ein Sinnbild für den Verfall: rostige Stege, bröckelnde Bahnsteige, ein Labyrinth aus Provisorien.

Von 2006 bis 2018 wurde der Bahnhof komplett neu gebaut – und zwar bei laufendem Betrieb. Die Züge fuhren weiter, während ringsum abgerissen und neu errichtet wurde.

Das ging nicht in einem Rutsch, sondern in rund fünfzig einzelnen Bauphasen, zwölf Jahre lang. Am Ende standen neue Bahnsteige, neue Hallen und ein Bahnhof, der seine Menschenmassen endlich verkraftet.

Lichtdurchflutete Bahnsteighalle am Ostkreuz
Foto: NutzerAusBerlin, CC0, via Wikimedia Commons

Ostkreuz in Zahlen

1.500+

Zughalte pro Tag

Platz 1 von rund 5.700 Bahnhöfen

123.000

Reisende pro Tag

Berlins größtes Drehkreuz

2006–2018

Umbauzeit

rund 50 Bauphasen

~500 Mio €

Baukosten

bei laufendem Betrieb

Quellen: Deutsche Bahn, Wikipedia (Bahnhof Berlin Ostkreuz).

Die Zahl der Zughalte macht das Ostkreuz zum meistbefahrenen Bahnhof Deutschlands.

Der Wasserturm von 1912

Wer genau hinsieht, entdeckt südlich der Gleise einen alten Bekannten: den Wasserturm.

Er wurde von 1909 bis 1912 gebaut, ist rund fünfzig Meter hoch und versorgte früher die vielen Dampflokomotiven mit Wasser. Oben sitzt ein Tank für 400 Kubikmeter.

Die Dampfloks sind längst weg, der Turm steht noch – heute als denkmalgeschütztes Wahrzeichen über dem modernen Bahnhof. Alt und neu, direkt nebeneinander.

S-Bahn am Ostkreuz
Foto: Michael.F.H.Barth, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Häufige Fragen zum Ostkreuz

Warum heißt der Bahnhof „Ostkreuz“?
Weil sich hier im Osten Berlins zwei Bahnlinien kreuzen: die Ringbahn (Nord–Süd) und die Stadtbahn (Ost–West). Das Gegenstück im Westen ist das Westkreuz.
Was ist ein Turmbahnhof?
Ein Bahnhof, bei dem sich zwei Strecken auf verschiedenen Ebenen kreuzen – die eine ebenerdig, die andere auf einem Viadukt darüber. Man steigt also nicht zur Seite, sondern nach oben oder unten um.
Halten am Ostkreuz auch Fernzüge?
Überwiegend fahren hier S-Bahnen und Regionalzüge. Seit einigen Jahren halten auch einzelne Fernzüge, der Schwerpunkt bleibt aber der Nah- und Regionalverkehr.
Kann man den Wasserturm besichtigen?
Der Turm steht unter Denkmalschutz und ist von den Bahnsteigen gut zu sehen. Er dient heute nicht mehr dem Bahnbetrieb, ist aber als Wahrzeichen erhalten.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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