Bahn-Slam · Ortstermin
„Sehr geehrte Fahrgäste, Sie befinden sich am meistbefahrenen Bahnhof Deutschlands. Bitte zügig umsteigen.“
Ostkreuz: umsteigen im Takt von 1.500 Zügen
→ Zwei Ebenen, ein Kreuz, und mittendrin ein Wasserturm von 1912.
Lesezeit: 8 Minuten · Ortstermin · Berlin
Kurz gesagt
Das Berliner Ostkreuz ist mit über 1.500 Zughalten am Tag der meistbefahrene Bahnhof Deutschlands. Zwölf Jahre lang wurde er bei laufendem Betrieb umgebaut – heute kreuzen sich hier Ringbahn und Stadtbahn auf zwei Ebenen, überragt vom alten Wasserturm von 1912.

Wer zum ersten Mal am Ostkreuz aussteigt, versteht schnell, warum der Bahnhof so heißt.
Unten fährt die Ringbahn von Nord nach Süd, oben die Stadtbahn von Ost nach West. Beide kreuzen sich hier im rechten Winkel – ein Kreuz aus Schienen, mitten im Berliner Osten.
Rundherum: Rolltreppen, Bahnsteige auf zwei Höhen, Menschen, die in jede Himmelsrichtung weiterwollen. Es ist laut, es ist voll, und es funktioniert.
Wo zwei Bahnen sich kreuzen
Das Ostkreuz ist ein sogenannter Turmbahnhof: Die Gleise liegen nicht nebeneinander, sondern übereinander.
Die Ringbahn, Berlins große Schienenschleife um die Innenstadt, verläuft auf der unteren Ebene. Die Stadtbahn, die quer durch die Stadt nach Westen führt, liegt auf dem Viadukt darüber.
Dazu kommen Regionalzüge und seit einigen Jahren auch einzelne Fernzüge. Für Reisende heißt das: Fast alles lässt sich hier erreichen – man muss nur die richtige Ebene finden.

Umbau unter rollendem Rad
Bis vor wenigen Jahren war das Ostkreuz ein Sinnbild für den Verfall: rostige Stege, bröckelnde Bahnsteige, ein Labyrinth aus Provisorien.
Von 2006 bis 2018 wurde der Bahnhof komplett neu gebaut – und zwar bei laufendem Betrieb. Die Züge fuhren weiter, während ringsum abgerissen und neu errichtet wurde.
Das ging nicht in einem Rutsch, sondern in rund fünfzig einzelnen Bauphasen, zwölf Jahre lang. Am Ende standen neue Bahnsteige, neue Hallen und ein Bahnhof, der seine Menschenmassen endlich verkraftet.

Ostkreuz in Zahlen
1.500+
Zughalte pro Tag
Platz 1 von rund 5.700 Bahnhöfen
123.000
Reisende pro Tag
Berlins größtes Drehkreuz
2006–2018
Umbauzeit
rund 50 Bauphasen
~500 Mio €
Baukosten
bei laufendem Betrieb
Quellen: Deutsche Bahn, Wikipedia (Bahnhof Berlin Ostkreuz).
Die Zahl der Zughalte macht das Ostkreuz zum meistbefahrenen Bahnhof Deutschlands.
Der Wasserturm von 1912
Wer genau hinsieht, entdeckt südlich der Gleise einen alten Bekannten: den Wasserturm.
Er wurde von 1909 bis 1912 gebaut, ist rund fünfzig Meter hoch und versorgte früher die vielen Dampflokomotiven mit Wasser. Oben sitzt ein Tank für 400 Kubikmeter.
Die Dampfloks sind längst weg, der Turm steht noch – heute als denkmalgeschütztes Wahrzeichen über dem modernen Bahnhof. Alt und neu, direkt nebeneinander.

Häufige Fragen zum Ostkreuz
Warum heißt der Bahnhof „Ostkreuz“?
Was ist ein Turmbahnhof?
Halten am Ostkreuz auch Fernzüge?
Kann man den Wasserturm besichtigen?
Weiterfahrt
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