Ortstermin
„Rechts der Fels, links der Fluss – und dazwischen donnert ein Güterzug durchs Welterbe.“
Bahn am Mittelrhein und an der Loreley
→ Zwei Bahnstrecken, ein enges Tal, die Loreley – wir reisen durch das Welterbe.
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Kurz gesagt
Das Obere Mittelrheintal ist Weltkulturerbe – und eine der wichtigsten Bahnadern Europas. Auf beiden Seiten des Flusses drängen sich die Gleise durch das enge Tal, vorbei an der berühmten Loreley. Wir sind die Strecke abgefahren.
Zwischen Bingen und Koblenz hat sich der Rhein tief in das Schiefergebirge gegraben. Das Ergebnis ist ein enges, romantisches Tal voller Burgen, Weinberge und Sagen – seit langem als Weltkulturerbe geschützt.
Doch dieses Tal ist auch ein gewaltiger Verkehrsweg. Auf beiden Seiten des Flusses verläuft je eine Bahnstrecke: die linke und die rechte Rheinstrecke. Zusammen bilden sie eine der wichtigsten Güterachsen Europas.


Zwei Strecken, ein Tal
Weil das Tal so eng ist, war für die Bahn kaum Platz. Man legte deshalb auf jeder Rheinseite eine eigene Strecke an. Fluss, Straße, Bahn und die Häuser der Weinorte teilen sich seither einen schmalen Streifen.
Über die linke Strecke rollt vor allem der Personenverkehr mit Intercity und Regionalbahn. Die rechte Strecke ist eine der am stärksten befahrenen Güterstrecken des Landes – Tag und Nacht.
So begegnet man hier ständig Zügen. Kaum ist der eine vorbei, kündigt sich schon der nächste an. Für Eisenbahnfreunde ist das Mittelrheintal ein Paradies.


Vorbei an der Loreley
Das berühmteste Stück ist die Loreley. Der steile Schieferfelsen ragt hoch über den Fluss, wo dieser eine enge Kurve macht. Der Sage nach lockte hier eine Nixe die Schiffer ins Verderben.
Direkt unter dem Felsen führt die rechte Rheinstrecke durch mehrere Tunnel. Wer im Zug sitzt, ist für einen Moment im Dunkeln, ehe sich der Blick auf den Fluss wieder öffnet.


Bahnhöfe wie aus dem Bilderbuch
Entlang der Strecke reihen sich malerische Weinorte mit kleinen Bahnhöfen: Oberwesel mit seiner Kirche, St. Goarshausen unterhalb der Loreley, das beschauliche Kaub mitten im Fluss.
An diesen Bahnhöfen halten die Regionalbahnen und bringen Pendler, Winzer und Touristen ans Ziel. Die kleinen Stationen sind das Tor zu den Wanderwegen und Weinbergen des Tals.


Segen und Last zugleich
Die Bahn ist für das Tal ein Segen und eine Last zugleich. Sie verbindet die Orte und trägt gewaltige Gütermengen. Doch gerade die vielen Güterzüge, auch nachts, sorgen für Lärm, unter dem die Anwohner leiden.
Deshalb wird viel getan, um den Lärm zu senken: leisere Bremsen, Schallschutzwände und neue Technik. Ein Kompromiss zwischen wichtiger Verkehrsader und dem Schutz des einzigartigen Tals.
Unser Ortstermin zeigt: Die Bahn am Mittelrhein ist einzigartig. Nirgends sonst drängen sich Fluss, Fels und Schiene so eng zusammen. Zwischen Loreley und Weinbergen wird das Welterbe-Tal täglich zur pulsierenden Lebensader.


Eine Strecke voller Technik
Das enge Tal zwang die Bahnbauer zu Höchstleistungen. Zahlreiche Tunnel, Stützmauern und enge Kurven prägen die Strecke. Jeder Meter musste dem Fels und dem Fluss abgerungen werden.
Bis heute ist die Instandhaltung anspruchsvoll. Der schmale Raum zwischen Fluss und Steilhang lässt kaum Platz für Baustellen. Trotzdem muss die wichtige Strecke ständig gepflegt werden.


Gut zu wissen für den Besuch
Am schönsten erlebt man das Tal bei einer Fahrt mit der Regionalbahn, die an vielen kleinen Orten hält. Von dort führen Wanderwege hinauf zu den Aussichtspunkten, von denen man Züge, Fluss und Loreley auf einen Blick sieht.
So bleibt der Eindruck einer der schönsten und zugleich verkehrsreichsten Bahnstrecken Deutschlands. Zwischen Weltkulturerbe und Güterachse zeigt das Mittelrheintal die ganze Bandbreite dessen, was die Bahn ausmacht.
Wer einmal an einem Aussichtspunkt stand und Züge, Fluss und Loreley zugleich sah, versteht die besondere Faszination dieses Tals – und warum es so schützenswert ist.
Zwischen Loreley-Felsen, Weinbergen und donnernden Güterzügen bleibt das Mittelrheintal einer der eindrucksvollsten Orte, die man mit der Bahn durchfahren kann.
Kein Wunder, dass Dichter, Maler und Reisende das Mittelrheintal seit jeher gefeiert haben – und dass die Bahn heute ein selbstverständlicher, wenn auch lauter Teil dieser berühmten Kulisse ist.
Kurz erklärt
Das Obere Mittelrheintal zwischen Bingen und Koblenz ist Weltkulturerbe.
Auf beiden Rheinseiten verläuft je eine Bahnstrecke: die linke und die rechte Rheinstrecke.
Die rechte Strecke ist eine der wichtigsten Güterachsen Europas.
Bei der Loreley führt die Bahn durch mehrere Tunnel; der Bahnlärm ist ein Dauerthema.
Häufige Fragen zur Bahn am Mittelrhein
Warum gibt es zwei Bahnstrecken?
Fahren Züge direkt an der Loreley vorbei?
Warum ist der Bahnlärm dort ein Thema?
Weiterfahrt
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