Bahn am Mittelrhein und an der Loreley – ein Ortstermin im Welterbe-Tal

Bahn-Slam · Ortstermin

„Sehr geehrte Fahrgäste, rechts die Loreley, links der Rhein – und über Ihnen rauscht der nächste Güterzug.“

Am Mittelrhein: zwei Ufer, zwei Gleise, ein Welterbe

→ Durchs schönste Tal Deutschlands fährt die Bahn auf beiden Seiten – Tag und Nacht.

Lesezeit: 8 Minuten · Ortstermin · Mittelrhein

Kurz gesagt

Durch das Obere Mittelrheintal, seit 2002 UNESCO-Welterbe, fahren auf beiden Rheinufern Bahnstrecken – zusammen über 400 Züge am Tag. Viele davon sind schwere Güterzüge, auch nachts. Am Loreleyfelsen verschwindet die Schiene sogar im Tunnel. Ein Ortstermin zwischen Postkartenidylle und Bahnlärm.

Loreleyfelsen mit Burg Katz und Rhein
Foto: Jörg Braukmann, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Es gibt Bahnstrecken, die fahren durch Industriegebiete. Und es gibt solche, die fahren durchs Welterbe.

Zwischen Bingen und Koblenz, auf rund 65 Kilometern, windet sich der Rhein durch ein enges Tal voller Burgen, Weinberge und Felsen. Seit 2002 gehört das Obere Mittelrheintal zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Mittendurch: die Bahn. Und zwar gleich doppelt – auf beiden Ufern.

Zwei Strecken, ein Tal

Am linken Rheinufer verläuft die linke Rheinstrecke, am rechten die rechte Rheinstrecke. Beide verbinden den Norden mit dem Süden Deutschlands.

Sie sind Teil eines der wichtigsten Güterkorridore Europas, der von den Nordseehäfen bis nach Italien reicht. Entsprechend viel ist hier los.

Zusammen rollen über die beiden Uferstrecken im Schnitt mehr als 400 Personen- und Güterzüge pro Tag – durch ein Tal, das eigentlich für seine Ruhe und Schönheit berühmt ist.

Der Loreleyfelsen über dem Rhein
Foto: Jörg Braukmann, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Der Loreley-Tunnel

Der berühmteste Punkt des Tals ist der Loreleyfelsen bei Sankt Goarshausen, auf dem rechten Ufer.

Hier kann die Bahn nicht am Fuß des Felsens entlang – sie muss hindurch. Der alte Loreley-Tunnel ist 368 Meter lang.

Als die Strecke Anfang der 1960er Jahre elektrifiziert wurde, passte die Oberleitung nicht mehr in die alte Röhre. Also bohrte man eine zweite, den neuen Loreley-Tunnel mit 418 Metern. So fahren die Züge heute direkt unter der Sagenfigur hindurch.

Blick über das Mittelrheintal mit Bahnstrecke
Foto: Rolf Kranz, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Mittelrhein in Zahlen

400+

Züge pro Tag

beide Uferstrecken zusammen

100+

Güterzüge nachts

rechtes Ufer, 22–6 Uhr (werktags)

seit 2002

UNESCO-Welterbe

Oberes Mittelrheintal

~65 km

Tallänge

Bingen bis Koblenz

Quellen: Wikipedia (Linke/Rechte Rheinstrecke), internationales-verkehrswesen.de, UNESCO.

Der Loreley-Tunnel misst 368 Meter, der neue daneben 418 Meter.

Das Problem mit dem Lärm

So schön das Tal ist, so laut ist die Bahn darin. Besonders nachts.

Auf dem rechten Ufer fahren werktags in der Nacht zwischen 22 und 6 Uhr mehr als hundert Güterzüge – dicht an den Orten vorbei, eingeklemmt zwischen Fels und Fluss. Die Anwohner kämpfen seit Jahren gegen den Lärm.

Die Bahn hat mit Lärmschutzwänden und leiseren Bremsen reagiert. Ganz verschwinden wird der Güterverkehr aber nicht – dafür ist die Strecke für Europa zu wichtig.

Nahverkehrszug am Mittelrhein
Foto: ManuelB701, CC0, via Wikimedia Commons

Häufige Fragen zum Mittelrhein

Warum fährt die Bahn auf beiden Rheinseiten?
Weil das Tal ein zentraler Nord-Süd-Korridor ist und eine Strecke den Verkehr nicht fassen würde. Die linke Rheinstrecke (Köln–Mainz) und die rechte (Wiesbaden–Koblenz) teilen sich die Last.
Fahren dort auch Personenzüge?
Ja. Neben dem vielen Güterverkehr gibt es Regionalbahnen, die die Orte im Tal verbinden – eine besonders reizvolle Strecke für Reisende.
Geht die Bahn wirklich durch die Loreley?
Durch den Felsen hindurch führen zwei Tunnel, der alte Loreley-Tunnel (368 m) und der neue (418 m). Die Züge fahren also direkt unter der berühmten Loreley.
Was wird gegen den Bahnlärm getan?
Die Bahn hat Lärmschutzwände gebaut und die lauten Güterwagen auf leisere Bremsen umgerüstet. Der Lärm ist geringer geworden, bleibt aber ein Thema im Tal.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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