Ortstermin: Dortmund Hauptbahnhof

Ortstermin

„Zwischen Ruhrpott-Alltag und großem Verkehrsknoten: der Dortmunder Hauptbahnhof empfängt täglich so viele Menschen wie eine Großstadt Einwohner hat.“

Ortstermin: Dortmund Hauptbahnhof

→ Ein Ortstermin am größten Bahnhof des östlichen Ruhrgebiets.

Lesezeit: 9 Minuten · Schalter: Ortstermin

Kurz gesagt

Der Dortmunder Hauptbahnhof zählt zu den meistgenutzten Bahnhöfen Deutschlands. Rund 130.000 Reisende nutzen ihn täglich, verteilt auf 16 Bahnsteiggleise und eine Stadtbahn im Untergrund. Sein heutiges Empfangsgebäude stammt aus dem Jahr 1952.

Wer aus dem Zug steigt und die weite Halle des Dortmunder Hauptbahnhofs betritt, spürt sofort, dass er an einem der großen Knotenpunkte des Ruhrgebiets angekommen ist.

Von früh bis spät strömen hier Pendler, Fußballfans und Fernreisende durcheinander, und der Bahnhof wirkt dabei eher nüchtern und zweckmäßig als prunkvoll.

Genau das macht ihn zu einem ehrlichen Spiegel des Ruhrgebiets, das seine Größe selten zur Schau stellt und trotzdem täglich Enormes leistet.

Eingangshalle des Dortmunder Hauptbahnhofs
Foto: see edit history, Public domain, via Wikimedia Commons

Der Bahnhof in Zahlen

~130.000

Reisende

pro Tag

16

Bahnsteiggleise

oben für den Zugverkehr

1952

Empfangsgebäude

nach Kriegszerstörung neu

Angaben nach Deutscher Bahn und Stadt Dortmund; Reisendenzahl gerundet.

Ankunft am Tor zum östlichen Ruhrgebiet

Der Dortmunder Hauptbahnhof ist der wichtigste Bahnhof im östlichen Teil des Ruhrgebiets und einer der meistgenutzten in ganz Deutschland.

Täglich nutzen ihn rund 130.000 Reisende, was ihn in eine Liga mit den großen Bahnhöfen der Millionenstädte hebt.

Er liegt direkt am nördlichen Rand der Innenstadt und ist von den Bahnsteigen aus in wenigen Minuten mitten im Zentrum.

Damit ist er weit mehr als eine Durchgangsstation, nämlich das eigentliche Eingangstor zur Stadt.

Dortmunder Hauptbahnhof von oben gesehen
Foto: Matrixplay, Public domain, via Wikimedia Commons

Die nüchterne Halle von 1952

Das heutige Empfangsgebäude stammt aus dem Jahr 1952 und ersetzte den prächtigen Vorgängerbau aus der Kaiserzeit.

Statt Türmchen und Verzierungen setzte man in der Nachkriegszeit auf klare Linien, viel Glas und schlichte Funktionalität.

Die weite Schalterhalle wirkt dadurch eher zurückhaltend, fast bescheiden für einen Bahnhof dieser Größe.

Doch gerade diese sachliche Architektur erzählt viel über die Zeit, in der sie entstand.

Dortmunder Hauptbahnhof am Abend
Foto: Tuxyso, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Für den Besuch

Vom Hauptbahnhof sind es nur wenige Minuten zu Fuß in die Fußgängerzone und zum berühmten Fußballstadion ist es mit der Stadtbahn schnell erreichbar.

Wer umsteigt, sollte die verschiedenen Ebenen einplanen, denn zwischen Fernbahnsteig und Stadtbahn liegen mehrere Rolltreppen.

Ein Bahnhof mit Kriegsnarben

Der ursprüngliche Dortmunder Hauptbahnhof aus dem 19. Jahrhundert wurde im Zweiten Weltkrieg schwer zerstört.

Wie das ganze Ruhrgebiet war auch der Bahnhof ein Ziel schwerer Luftangriffe, weil hier die Verkehrswege der Industrie zusammenliefen.

Nach dem Krieg blieb zunächst nur ein Provisorium, bevor der Neubau von 1952 die Halle in ihre heutige Form brachte.

Wer genau hinschaut, erkennt an vielen Ruhrgebiets-Bahnhöfen diese typische Mischung aus altem Sockel und neuer Halle.

Dortmunder Hauptbahnhof bei Nacht
Foto: Tuxyso, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Der geplatzte Traum vom UFO

In den 1990er-Jahren gab es einen kühnen Plan, den Bahnhof durch einen spektakulären Neubau zu ersetzen.

Ein riesiges, rundes Gebäude sollte über den Gleisen schweben und wurde im Volksmund schnell nur das UFO genannt.

Doch das ehrgeizige Projekt scheiterte an den enormen Kosten und wurde nach langem Ringen wieder aufgegeben.

So blieb es beim schlichten Bau von 1952, der bis heute Stück für Stück modernisiert wird.

Stadtbahn im Dortmunder Hauptbahnhof
Foto: Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Sechzehn Gleise und ein dichter Takt

Oben, auf der Ebene der Bahnsteige, verteilen sich die Züge auf sechzehn Gleise unter einer weiten Hallenüberdachung.

Hier halten ICE und Intercity ebenso wie die vielen Regionalzüge und S-Bahnen, die das dichte Netz des Ruhrgebiets bedienen.

In der Hauptverkehrszeit reiht sich Zug an Zug, und die Anzeigetafeln kommen kaum zur Ruhe.

Für viele Menschen der Region ist dieser Takt der selbstverständliche Herzschlag ihres Arbeitsalltags.

Zugang zur U-Bahn im Dortmunder Hauptbahnhof
Foto: Joehawkins, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Unter der Erde: die Stadtbahn

Tief unter der großen Halle liegt eine zweite Welt, nämlich die Station der Dortmunder Stadtbahn.

Dort fahren die unterirdischen Bahnen, die das Zentrum mit den Stadtteilen und der Universität verbinden.

Über Rolltreppen und Aufzüge sind die Ebenen miteinander verbunden, sodass der Umstieg von der S-Bahn in die Stadtbahn kurz ausfällt.

So wird der Hauptbahnhof zur Drehscheibe, an der Fern-, Nah- und Stadtverkehr direkt ineinandergreifen.

Bahnsteig im Dortmunder Hauptbahnhof
Foto: JWBE, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Drehscheibe im dichtesten Netz

Das Ruhrgebiet besitzt eines der dichtesten Nahverkehrsnetze Europas, und Dortmund ist einer seiner wichtigsten Knoten.

Von hier aus erreicht man Essen, Bochum und Duisburg im engen Takt, oft mehrmals pro Stunde.

Gleichzeitig ist der Bahnhof ein Halt auf den großen Fernverbindungen von Köln über das Ruhrgebiet bis nach Berlin.

Diese Doppelrolle aus regionaler Drehscheibe und Fernverkehrshalt macht seine besondere Bedeutung aus.

Gleise am Dortmunder Hauptbahnhof
Foto: JWBE, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Wie es weitergeht

Wie viele große Bahnhöfe wird auch Dortmund seit Jahren Stück für Stück modernisiert.

Neue Aufzüge, hellere Bahnsteige und barrierefreie Zugänge sollen den Aufenthalt angenehmer machen.

Das nüchterne Gebäude von 1952 bleibt dabei erhalten, wird aber im Inneren nach und nach erneuert.

So bleibt der Dortmunder Hauptbahnhof, was er seit Jahrzehnten ist: das verlässliche Tor zum östlichen Ruhrgebiet.

Bahnsteighalle des Dortmunder Hauptbahnhofs
Foto: JWBE, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Zug am Bahnsteig in Dortmund
Foto: JWBE, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Häufige Fragen

Wie viele Menschen nutzen den Bahnhof?
Rund 130.000 Reisende pro Tag. Damit gehört Dortmund zu den meistgenutzten Bahnhöfen Deutschlands.
Wie alt ist das Empfangsgebäude?
Das heutige Gebäude stammt von 1952 und ersetzte den im Krieg zerstörten Vorgängerbau aus der Kaiserzeit.
Was hatte es mit dem UFO auf sich?
In den 1990er-Jahren war ein spektakulärer runder Neubau über den Gleisen geplant. Das Projekt scheiterte an den Kosten und wurde aufgegeben.

Weiterfahrt

Wie viele Aufzüge hat die Bahn? – Barrierefreiheit in Zahlen

Wie viele ICE-Baureihen gibt es? – die ganze ICE-Familie

Zurück zum Finder

Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

Zeige alle Beiträge von BahnSlam →