ORTSTERMIN
„Nächster Halt: Uelzen. Bitte die Augen aufmachen – gerade Linien gibt es hier keine.“
Hundertwasser-Bahnhof Uelzen: der bunteste Bahnhof Deutschlands – Ortstermin
→ Wo ein Künstler den Bahnhof in ein begehbares Kunstwerk verwandelte
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Kurz gesagt
Goldene Kuppeln, schiefe Säulen, ein Boden voller Wellen und keine einzige gerade Linie: Der Bahnhof Uelzen wurde vom Künstler Friedensreich Hundertwasser in einen bunten Traum verwandelt. Ein Ortstermin im wohl fröhlichsten Bahnhof Deutschlands.



Der bunteste Bahnhof Deutschlands
Die meisten Bahnhöfe sind Zweckbauten aus Beton und rechten Winkeln. Uelzen ist das Gegenteil. Hier leuchten bunte Fassaden, glänzen goldene Kuppeln, und der Boden wellt sich unter den Füßen. Wer aus dem Zug steigt, steht nicht in einer Bahnhofshalle, sondern mitten in einem begehbaren Kunstwerk.
Uelzen in Zahlen
Expo 2000
Anlass der Umgestaltung
als Umwelt-Bahnhof
Hundertwasser
der Künstler
gestaltete den Bahnhof neu
0
gerade Linien
so wollte es der Künstler
IC + RE
täglicher Halt
ein ganz normaler Bahnhof
Die Umgestaltung war ein Projekt zur Weltausstellung Expo 2000.
Trotz aller Kunst ist Uelzen ein voll funktionsfähiger Bahnhof geblieben.



Kunst statt Beton
Verantwortlich für die Verwandlung war der österreichische Künstler Friedensreich Hundertwasser, berühmt für seine Ablehnung der geraden Linie. Fenster, die alle verschieden aussehen, bunte Keramiksäulen, goldene Kugeln auf den Türmen und ein Mosaikboden, der wie eine sanfte Landschaft wogt – all das trägt seine unverkennbare Handschrift.
Hundertwasser verstand Architektur als etwas Lebendiges. Gerade Linien und glatte Flächen empfand er als seelenlos; die Natur, sagte er, kenne keine Lineale. In Uelzen setzte er diese Überzeugung in einen ganzen Bahnhof um – jeder Winkel erzählt davon.
Ein besonderes Markenzeichen sind die „Baummieter“ – Bäume, die aus dem Bauwerk selbst herauswachsen. Für Hundertwasser war das keine Spielerei, sondern ein Symbol: Die Natur bekommt zurück, was ihr der Bau genommen hat.


Ein Bahnhof zur Expo 2000
Vor der Verwandlung war Uelzen ein solider, aber unscheinbarer Bahnhof aus der Kaiserzeit, wie es ihn hundertfach gab. Den Anstoß zur Umgestaltung gab die Weltausstellung Expo 2000 in Hannover: Uelzen sollte als „Umwelt-Bahnhof“ ein Zeichen setzen, das Reisende aus aller Welt anzieht.
Das Projekt gelang – wurde aber überschattet vom Tod des Künstlers, der die Vollendung seines Werks nicht mehr erlebte. Geblieben ist ein Bahnhof, der bis heute Besucher aus dem In- und Ausland anlockt, oft mehr wegen der Kunst als wegen der Züge.



Farbe bis auf den Bahnsteig
Anders als bei vielen Kunstprojekten hört die Gestaltung nicht an der Fassade auf. Auch der Gleisbereich ist bunt gefasst, mit farbigen Säulen und verspielten Details, sodass selbst der wartende Pendler von der Kunst umgeben ist. Der Bahnsteig wird zur Galerie.
Genau das macht Uelzen so besonders: Die Kunst ist nicht in ein Museum verbannt, sondern Teil des Alltags. Wer hier auf den Metronom nach Hamburg wartet, tut das zwischen goldenen Kuppeln und welligen Böden.


Alltag und Attraktion
Bei aller Kunst bleibt Uelzen ein arbeitender Bahnhof. Fernzüge auf dem Weg zwischen Hamburg und Hannover halten hier ebenso wie die Regionalbahnen des Nahverkehrs. Für die Menschen der Stadt ist er schlicht ihr Bahnhof – nur eben ein außergewöhnlich schöner.
Diese Doppelrolle macht den Reiz aus. Uelzen zeigt, dass ein Bahnhof mehr sein kann als eine Durchgangsstation: ein Ort, an dem man ankommt und trotzdem gern noch einen Moment bleibt, um zu schauen.
Wer genau hinsieht, entdeckt überall kleine Botschaften. Die goldenen Kugeln auf den Türmen etwa sollen das Zusammenspiel von Mensch, Natur und Technik feiern. Nichts an diesem Bahnhof ist Zufall – jede Farbe und jede Form folgt einer Idee.
So wurde aus einem schlichten Zweckbau ein Wahrzeichen, das weit über die Region hinaus bekannt ist. Uelzen taucht in Reiseführern auf, nicht in erster Linie wegen der Stadt, sondern wegen ihres außergewöhnlichen Bahnhofs.
Für Uelzen ist der Bahnhof längst zum Aushängeschild geworden – ein Beweis, dass selbst ein nüchterner Verkehrsbau zum Kunstwerk und zur Visitenkarte einer ganzen Stadt werden kann.
Reisetipp
Uelzen liegt an der Strecke Hamburg–Hannover und ist mit dem Metronom oder dem IC gut erreichbar.
Für Fotos lohnt sich ein Blick auf den Friedensreich-Hundertwasser-Platz vor dem Gebäude.
Ein Rundgang über den Bahnsteig zeigt, dass die Kunst bis ans Gleis reicht.
Häufige Fragen
Kann man den Hundertwasser-Bahnhof einfach besichtigen?
Hat Hundertwasser den Bahnhof selbst gebaut?
Weiterfahrt
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