Wie schnell fährt eine U-Bahn?

Zahlen, bitte

„Gefühlt rast die U-Bahn durch den Tunnel, doch auf der Uhr steht selten mehr als Stadttempo. Wie passt das zusammen?“

Wie schnell fährt eine U-Bahn?

→ Zahlen rund um das Tempo der Großstadt-U-Bahn.

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Kurz gesagt

Eine U-Bahn fährt in der Spitze meist bis zu achtzig Stundenkilometer. Wegen der vielen dicht aufeinanderfolgenden Halte liegt ihre tatsächliche Reisegeschwindigkeit aber nur bei rund dreißig Stundenkilometern – und ist damit trotzdem oft die schnellste Wahl in der Stadt.

Wer in einer U-Bahn steht und dem Rauschen im dunklen Tunnel lauscht, hat schnell das Gefühl, mit atemberaubendem Tempo unterwegs zu sein.

Blickt man dagegen auf die reine Uhrzeit zwischen zwei Stationen, wirkt die U-Bahn plötzlich gar nicht mehr so rasant.

Beide Eindrücke haben ihren wahren Kern, und die Auflösung dieses Widerspruchs erklärt zugleich, warum die U-Bahn in der Stadt so unschlagbar ist.

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Foto: Radosław Drożdżewski, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Die U-Bahn in Zahlen

~80 km/h

Spitzentempo

auf freier Strecke

~30 km/h

Reisetempo

inklusive aller Halte

~1 km

Stationsabstand

oft nur wenige hundert Meter

Werte je nach Stadt und Baureihe; die Reisegeschwindigkeit sinkt durch die vielen kurzen Halte deutlich unter das Spitzentempo.

Das Spitzentempo

Auf einem längeren Abschnitt ohne Zwischenhalt beschleunigt eine moderne U-Bahn zügig auf ihre Höchstgeschwindigkeit.

Diese liegt je nach Stadt und Fahrzeug meist bei etwa achtzig Stundenkilometern, in Einzelfällen auch etwas darüber.

Für ein Fahrzeug, das die meiste Zeit im engen Tunnel unterwegs ist, ist das ein durchaus beachtliches Tempo.

Im dunklen Tunnel wirkt dieses Tempo durch den Fahrtwind und den Lärm sogar noch schneller, als es tatsächlich ist.

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Foto: Radosław Drożdżewski, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Warum das Reisetempo viel niedriger ist

Entscheidend für die Fahrgäste ist aber nicht die kurze Spitze, sondern die Zeit von einer Station bis zur nächsten.

Und hier zeigt sich der große Bremsklotz jeder U-Bahn, nämlich die Vielzahl ihrer dicht aufeinanderfolgenden Halte.

Kaum hat der Zug sein Tempo erreicht, muss er schon wieder bremsen, halten, Türen öffnen und erneut anfahren.

Über die ganze Strecke gerechnet sinkt die tatsächliche Reisegeschwindigkeit dadurch auf nur noch rund dreißig Stundenkilometer.

Gut zu wissen

Die gefühlte Geschwindigkeit im Tunnel liegt oft höher als das echte Tempo, weil Lärm und Fahrtwind den Eindruck verstärken.

Für die Reisezeit zählt nicht die Spitze, sondern wie oft ein Zug hält – und genau das macht die U-Bahn in der Stadt so schnell.

Der ständige Wechsel

Eine U-Bahn verbringt einen großen Teil ihrer Fahrt gar nicht mit voller Fahrt, sondern mit Beschleunigen und Bremsen.

Zwischen zwei Stationen liegen oft nur wenige hundert Meter, sodass für die Höchstgeschwindigkeit kaum Zeit bleibt.

Dieser ständige Wechsel aus Anfahren und Halten kostet zwar Tempo, ist aber genau der Sinn der U-Bahn.

Denn nur durch die vielen Halte ist fast jedes Ziel in der Stadt bequem zu Fuß von einer Station aus erreichbar.

Trotzdem die schnellste Wahl

So paradox es klingt: Mit ihren nur dreißig Stundenkilometern ist die U-Bahn in der Innenstadt oft das schnellste Verkehrsmittel.

Das Auto steht im Stau, sucht einen Parkplatz und kämpft sich durch Ampeln, während die U-Bahn ungestört durch den Untergrund gleitet.

Sie kennt keine roten Ampeln, keine Staus und keine Parkplatzsuche und kommt deshalb überraschend zuverlässig ans Ziel.

Über die gesamte Tür-zu-Tür-Zeit gerechnet schlägt sie im dichten Verkehr fast jedes andere Verkehrsmittel.

Der Unterschied zur S-Bahn

Wer die U-Bahn mit der S-Bahn vergleicht, erkennt schnell einen wichtigen Unterschied im Tempo und in der Aufgabe.

Die S-Bahn hat weiter auseinanderliegende Stationen und erreicht deshalb eine höhere Reisegeschwindigkeit über lange Strecken.

Die U-Bahn dagegen hält enger und ist ganz auf die kurzen Wege innerhalb der Stadt zugeschnitten.

Beide ergänzen sich damit ideal, die eine für die Fläche, die andere für das dichte Zentrum.

Wo die Technik das Tempo begrenzt

Dass eine U-Bahn nicht schneller fährt, liegt nicht nur an den vielen Halten, sondern auch an ihrer Umgebung.

Im engen Tunnel mit seinen Kurven und der dichten Zugfolge wäre ein sehr hohes Tempo weder sicher noch sinnvoll.

Die Signaltechnik sorgt dafür, dass immer genug Abstand zwischen den Zügen bleibt, was das Tempo zusätzlich begrenzt.

Sicherheit und ein dichter Takt haben hier klar Vorrang vor der reinen Geschwindigkeit.

Die fahrerlose Ausnahme

In einzelnen Städten fahren manche U-Bahnen inzwischen vollautomatisch und ganz ohne Fahrer im Führerstand.

Diese fahrerlosen Züge können besonders dicht und gleichmäßig fahren, weil ein Rechner sie zentral steuert.

Dadurch lässt sich der Takt weiter verdichten, sodass in derselben Zeit mehr Menschen befördert werden.

Am grundsätzlichen Tempo ändert das wenig, wohl aber an der Zahl der Züge, die pro Stunde durchkommen.

Was die Zahl wirklich sagt

Am Ende ist die Höchstgeschwindigkeit einer U-Bahn eine hübsche, aber wenig aussagekräftige Zahl.

Viel wichtiger ist die Reisegeschwindigkeit über die ganze Strecke, und die entscheidet sich an den vielen Halten.

Gerade weil die U-Bahn so oft hält, ist sie so nah an den Zielen der Menschen und damit im Alltag so schnell.

Ihr scheinbar bescheidenes Tempo ist deshalb in Wahrheit ihr größter Trumpf.

Häufige Fragen

Wie schnell fährt eine U-Bahn?
In der Spitze meist bis zu achtzig Stundenkilometer. Wegen der vielen Halte liegt die tatsächliche Reisegeschwindigkeit aber nur bei rund dreißig.
Warum ist sie trotzdem schnell?
Weil sie keine Ampeln, Staus oder Parkplatzsuche kennt. Über die gesamte Tür-zu-Tür-Zeit schlägt sie im Zentrum fast jedes andere Verkehrsmittel.
Was ist der Unterschied zur S-Bahn?
Die S-Bahn hält seltener und ist über lange Strecken schneller. Die U-Bahn hält enger und ist ganz auf die kurzen Wege im Zentrum zugeschnitten.
Warum fährt sie nicht schneller?
Wegen der engen Tunnel, der Kurven und der dichten Zugfolge. Sicherheit und ein dichter Takt haben Vorrang vor hohem Tempo.
Gibt es U-Bahnen ohne Fahrer?
Ja, in einzelnen Städten fahren manche U-Bahnen vollautomatisch. Ein Rechner steuert sie und ermöglicht einen besonders dichten Takt.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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