Zahlen, bitte
„U-Bahn steht an vielen Bahnhöfen, doch eine echte U-Bahn haben in Deutschland überraschend wenige Städte.“
Wie viele Städte in Deutschland haben eine U-Bahn?
→ Zahlen rund um die echte Untergrundbahn.
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Kurz gesagt
In Deutschland haben nur vier Städte eine echte U-Bahn: Berlin, Hamburg, München und Nürnberg. Viele andere Städte fahren zwar teils unterirdisch, betreiben aber streng genommen eine Stadtbahn und keine reine U-Bahn.
Wer durch deutsche Großstädte reist, sieht an vielen Bahnhöfen das vertraute Schild mit dem weißen U auf blauem Grund.
Schnell entsteht der Eindruck, fast jede größere Stadt verfüge über ihre eigene U-Bahn tief unter der Erde.
Tatsächlich aber trügt dieser Eindruck, denn eine echte U-Bahn im strengen Sinne haben nur ganz wenige Städte im Land.

Die U-Bahn in Zahlen
4
Städte mit echter U-Bahn
Berlin, Hamburg, München, Nürnberg
1902
erste U-Bahn
in Berlin eröffnet
viele
Stadtbahnen
oft fälschlich U-Bahn genannt
Nach der üblichen Abgrenzung gelten nur vollständig unabhängige Netze als echte U-Bahn; viele andere Systeme sind Stadtbahnen.
Was eine echte U-Bahn ausmacht
Eine echte U-Bahn fährt auf einem völlig eigenen Netz, das nirgends mit dem Straßenverkehr oder anderen Bahnen in Berührung kommt.
Sie kreuzt keine Straßen, hat keine Ampeln und teilt ihre Gleise mit niemandem, was ihr einen besonders dichten und schnellen Takt erlaubt.
Meist verläuft sie im Tunnel unter der Stadt, kann aber auch auf einem Hochbahn-Viadukt über den Dächern fahren.
Genau diese vollständige Unabhängigkeit ist das entscheidende Merkmal, das die U-Bahn von anderen Nahverkehrsmitteln trennt.

Die vier echten U-Bahn-Städte
Nach dieser strengen Abgrenzung haben in Deutschland nur vier Städte eine echte U-Bahn.
Berlin und Hamburg betreiben die ältesten und größten Netze, München und Nürnberg kamen später hinzu.
In diesen vier Städten fährt die U-Bahn tatsächlich vollständig getrennt vom übrigen Verkehr durch den Untergrund.
Ihre Netze gehören zu den wichtigsten Verkehrsadern ihrer jeweiligen Stadt und befördern täglich Millionen Menschen.
Gut zu wissen
Echte U-Bahn heißt: völlig eigenes Netz, keine Kreuzungen mit dem Straßenverkehr. Das haben nur Berlin, Hamburg, München und Nürnberg.
Systeme wie in Köln, Düsseldorf, Stuttgart oder Frankfurt sind streng genommen Stadtbahnen, auch wenn man sie oft U-Bahn nennt.
Der große Irrtum Stadtbahn
In vielen anderen Städten trägt die Bahn zwar das U-Schild, ist aber in Wahrheit eine sogenannte Stadtbahn.
Eine Stadtbahn fährt in der Innenstadt oft im Tunnel, taucht am Rand aber wieder auf und fährt dort wie eine Straßenbahn auf der Straße.
Sie ist damit eine geschickte Mischung aus U-Bahn und Straßenbahn, aber eben keine reine U-Bahn.
Städte wie Köln, Düsseldorf, Stuttgart oder Frankfurt betreiben solche Stadtbahnen, auch wenn viele sie im Alltag U-Bahn nennen.
Warum die Unterscheidung wichtig ist
Auf den ersten Blick mag der Unterschied zwischen U-Bahn und Stadtbahn wie Wortklauberei wirken.
Für den Betrieb aber macht er einen gewaltigen Unterschied, denn nur ein völlig eigenes Netz erlaubt den dichtesten Takt.
Eine Stadtbahn, die draußen über Kreuzungen fährt, muss dort auf den übrigen Verkehr Rücksicht nehmen und wird langsamer.
Die echte U-Bahn dagegen kennt solche Rücksichten nicht und ist deshalb im Kern das leistungsfähigste städtische Verkehrsmittel.
Berlin als Pionier
Die erste deutsche U-Bahn nahm im Jahr 1902 in Berlin ihren Betrieb auf und war damals eine technische Sensation.
Ihre erste Strecke verlief zu großen Teilen als Hochbahn auf einem eisernen Viadukt über den Straßen der Stadt.
Nach und nach wuchs das Netz in den Untergrund hinein und wurde zu einem der größten der Welt.
Berlin gab damit das Vorbild für die wenigen anderen deutschen Städte, die später eine echte U-Bahn bauten.
Warum es so wenige gibt
Dass nur vier Städte eine echte U-Bahn haben, liegt vor allem an den enormen Kosten für den Bau der Tunnel.
Ein Kilometer U-Bahn unter der Stadt kostet ein Vielfaches dessen, was eine Straßenbahn an der Oberfläche kostet.
Nur die größten und dichtesten Städte haben so viele Fahrgäste, dass sich diese gewaltige Investition überhaupt lohnt.
Kleinere Städte fahren deshalb sinnvollerweise mit der günstigeren Straßenbahn oder Stadtbahn.
Die fahrerlose Zukunft
In einzelnen dieser Netze fahren manche Linien inzwischen vollautomatisch und ganz ohne Fahrer.
Ein Rechner steuert die Züge zentral und lässt sie in besonders dichtem Abstand hintereinander fahren.
So lässt sich die Kapazität einer bestehenden Strecke erhöhen, ohne neue teure Tunnel graben zu müssen.
Gerade weil die U-Bahn völlig unabhängig fährt, eignet sie sich für diese Technik besonders gut.
Was die Zahl bedeutet
Am Ende erzählt die kleine Zahl von nur vier echten U-Bahn-Städten viel über die deutsche Verkehrsgeschichte.
Sie zeigt, dass die teure Untergrundbahn ein Privileg der ganz großen Städte geblieben ist.
Zugleich verdeckt sie, wie viele Städte mit klugen Stadtbahnen einen ähnlichen Nutzen zu geringeren Kosten erreichen.
Die Vielfalt an Systemen unter demselben U-Schild ist damit ein Spiegel der ganz unterschiedlichen Größe deutscher Städte.
Häufige Fragen
Wie viele Städte haben eine U-Bahn?
Was ist der Unterschied zur Stadtbahn?
Welche war die erste?
Warum gibt es so wenige?
Gibt es U-Bahnen ohne Fahrer?
Weiterfahrt
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→ Wie viele passen in eine Straßenbahn? – Kapazität der Tram
