Wie viele Wagen hat ein ICE?

Zahlen, bitte

„Manche ICE sind kurz, manche schier endlos lang – und das hat handfeste Gründe, die man dem Zug von außen kaum ansieht.“

Wie viele Wagen hat ein ICE?

→ Zahlen rund um die Länge der ICE-Familie.

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Kurz gesagt

Ein ICE hat je nach Bauart zwischen sieben und rund vierzehn Wagen. Der klassische ICE 1 fährt mit vierzehn Teilen, der moderne ICE 4 gibt es dagegen in mehreren Längen, damit die Bahn ihn genau an die Nachfrage einer Strecke anpassen kann.

Wer am Bahnsteig steht und einen einfahrenden ICE mit den Augen abmisst, merkt schnell, dass nicht jeder dieser Züge gleich lang ist.

Mal rauscht ein vergleichsweise kurzer Zug heran, mal scheint die weiße Schlange mit dem roten Streifen gar kein Ende zu nehmen.

Wie viele Wagen ein ICE tatsächlich hat, ist deshalb keine feste Zahl, sondern hängt stark von seiner Bauart und seinem Einsatzgebiet ab.

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Foto: MPW57, Public domain, via Wikimedia Commons

Die ICE-Länge in Zahlen

14

Teile beim ICE 1

inklusive zwei Triebköpfe

7–13

Wagen beim ICE 4

je nach Bestellung

~374 m

längster ICE

zwei gekuppelte Züge

Angaben nach Deutscher Bahn; die Wagenzahl variiert je nach Baureihe und gewählter Zuglänge.

Warum die Wagenzahl überhaupt schwankt

Der Grund für die unterschiedliche Länge ist am Ende eine ganz einfache wirtschaftliche Überlegung der Bahn.

Auf einer stark nachgefragten Strecke braucht es viele Wagen, damit möglichst viele Fahrgäste einen Platz finden.

Auf einer ruhigeren Verbindung dagegen wäre ein sehr langer Zug reine Verschwendung, weil er halb leer durch die Landschaft fahren würde.

Die Bahn stimmt die Länge ihrer Züge deshalb möglichst genau auf die erwartete Zahl der Reisenden ab.

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Foto: de:Benutzer:Freddy2001, CC BY-SA 3.0 de, via Wikimedia Commons

Der ICE 1 mit seinen vierzehn Teilen

Der klassische ICE 1 aus den frühen Neunzigerjahren ist der längste Vertreter der klassischen Bauart.

Er besteht aus zwei wuchtigen Triebköpfen an den Enden und einer langen Reihe von zwölf Mittelwagen dazwischen.

Zusammen kommt er damit auf vierzehn Teile und eine beeindruckende Gesamtlänge von deutlich über dreihundert Metern.

Weil seine Länge fest vorgegeben ist, lässt er sich anders als neuere Züge nicht einfach kürzen oder verlängern.

Gut zu wissen

Die Wagenstandsanzeige am Bahnsteig zeigt, in welchem Abschnitt der jeweilige Wagen hält – das spart bei langen Zügen viel Lauferei.

Ob ein Zug als einzelner ICE oder als gekuppelter Doppelzug fährt, steht meist schon in der Reiseauskunft.

Der ICE 4 als Baukasten

Ganz anders geht der moderne ICE 4 an die Sache heran, denn er ist von Grund auf als flexibler Baukasten gedacht.

Ihn gibt es in mehreren Längen mit sieben, zwölf oder dreizehn Wagen, je nachdem was eine Strecke wirklich braucht.

Manche seiner Wagen tragen einen eigenen Antrieb unter dem Boden, andere rollen antriebslos mit.

So kann die Bahn die Leistung und die Länge des Zuges wie bei einem Baukasten zusammenstellen.

Kein Triebkopf mehr

Bei den älteren Zügen sitzt die gesamte Antriebstechnik in den beiden Triebköpfen an den Enden.

Diese Triebköpfe bieten selbst keinen Platz für Fahrgäste und ziehen die Wagen dazwischen wie eine Lokomotive.

Die moderneren ICE verzichten darauf und verteilen den Antrieb unsichtbar unter dem ganzen Zug.

Dadurch bleibt mehr Platz für Sitze, und der Zug lässt sich flexibler zusammenstellen.

Wenn zwei Züge zusammenfahren

Die größte Länge erreicht ein ICE nicht als einzelner Zug, sondern wenn gleich zwei von ihnen gekuppelt fahren.

Zwei zusammengekuppelte Züge bringen es zusammen auf annähernd vierhundert Meter und füllen damit selbst die längsten Bahnsteige aus.

Ein solcher Doppelzug kann sich unterwegs an einem Bahnhof teilen und in zwei verschiedene Richtungen weiterfahren.

Dieses geschickte Trennen und Vereinen erlaubt es der Bahn, mit einem Zug gleich zwei Ziele zu bedienen.

Warum nicht einfach immer lang?

Man könnte meinen, ein möglichst langer Zug wäre immer die beste Lösung, weil er die meisten Menschen befördert.

Doch ein langer Zug verbraucht mehr Strom, ist teurer im Betrieb und passt nicht an jeden Bahnsteig.

Zudem müssen sich die Fahrgäste an einem sehr langen Zug über eine große Strecke verteilen, was Zeit kostet.

Die richtige Länge ist deshalb immer ein Kompromiss aus Kapazität, Kosten und den Gegebenheiten der Strecke.

Die Grenzen setzt der Bahnsteig

Wie lang ein Zug überhaupt sein darf, entscheidet am Ende nicht die Technik, sondern der Bahnsteig.

Ein Zug darf nur so lang sein, dass alle Türen an einem Bahnsteig halten und die Menschen sicher aussteigen können.

Deshalb sind die längsten ICE genau auf die Länge der großen Bahnsteige von rund vierhundert Metern abgestimmt.

An kürzeren Bahnsteigen kleinerer Stationen kommen dagegen nur die kürzeren Züge zum Einsatz.

Was die Länge für den Fahrgast bedeutet

Für den einzelnen Reisenden hat die Länge des Zuges vor allem eine ganz praktische Folge am Bahnsteig.

Er sollte auf die Wagenstandsanzeige achten, die verrät, wo sein reservierter Wagen ungefähr zum Halten kommt.

Gerade bei den sehr langen Zügen kann der Weg vom einen zum anderen Ende sonst überraschend weit werden.

Wer sich vorher richtig aufstellt, erspart sich in der Eile am Bahnsteig manchen unnötigen Sprint.

Häufige Fragen

Wie viele Wagen hat ein ICE?
Je nach Bauart zwischen sieben und rund vierzehn. Der ICE 1 hat vierzehn Teile inklusive zwei Triebköpfe, der ICE 4 gibt es in mehreren Längen.
Warum sind manche ICE länger?
Weil die Bahn die Länge an die Nachfrage anpasst. Auf stark genutzten Strecken fahren lange Züge, auf ruhigen kurze.
Was ist der längste ICE?
Zwei gekuppelte Züge, die zusammen auf annähernd vierhundert Meter kommen und die längsten Bahnsteige ausfüllen.
Was ist ein Triebkopf?
Der antreibende Kopf an den Enden älterer ICE, der selbst keine Fahrgäste befördert. Neuere Züge verteilen den Antrieb unter dem ganzen Zug.
Woran erkenne ich, wo mein Wagen hält?
An der Wagenstandsanzeige am Bahnsteig. Sie zeigt, in welchem Abschnitt der jeweilige Wagen ungefähr zum Halten kommt.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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