Zahlen, bitte
„Ohne sie führe jeder Zug für immer geradeaus – die Weiche ist das unscheinbarste und zugleich wichtigste bewegliche Teil im ganzen Netz.“
Wie viele Weichen hat das deutsche Schienennetz?
→ Zahlen rund um die vielen tausend Weichen im Schienennetz.
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Kurz gesagt
Im deutschen Schienennetz sorgen rund 65.000 Weichen dafür, dass die Züge von einem Gleis auf ein anderes wechseln können. Jede dieser Weichen ist ein bewegliches Bauwerk, das gepflegt, überwacht und im Winter sogar beheizt werden muss.
Wer mit dem Zug in einen großen Bahnhof einfährt, spürt oft ein leichtes Rucken und Klappern, wenn der Wagen über die Gleise gleitet.
Dieses Geräusch entsteht an den Weichen, jenen unscheinbaren Stellen, an denen sich ein Gleis in zwei aufteilt.
So selbstverständlich diese kleinen Bauwerke wirken, so unentbehrlich sind sie, denn ohne sie könnte kein Zug jemals das Gleis wechseln.

Die Weichen in Zahlen
~65.000
Weichen
im deutschen Netz
beweglich
jedes Bauwerk
mit vielen Einzelteilen
beheizt
im Winter
gegen Vereisung
Angaben gerundet nach Angaben der Netzbetreiber; die genaue Zahl schwankt mit Um- und Rückbauten im Netz.
Was eine Weiche überhaupt ist
Eine Weiche ist die Stelle im Gleis, an der sich ein Strang in zwei Richtungen teilt und der Zug den Weg wechseln kann.
Anders als es der ruhige Anblick vermuten lässt, ist sie kein starres Bauteil, sondern eine bewegliche Konstruktion aus vielen Einzelteilen.
Bewegliche Schienenstücke, die sogenannten Zungen, legen sich je nach gewünschter Fahrtrichtung an die eine oder die andere Seite an.
Erst diese bewegliche Zunge entscheidet darüber, ob der Zug geradeaus weiterfährt oder auf das andere Gleis abbiegt.

Warum es so viele braucht
Ein Schienennetz ohne Weichen wäre eine Ansammlung völlig voneinander getrennter, gerader Linien ohne jede Verbindung.
Erst die Weiche verwandelt diese einzelnen Linien in ein zusammenhängendes Netz, in dem die Züge die Gleise wechseln können.
An jedem Bahnhof, jeder Abzweigung und jedem Überholgleis sind deshalb zahlreiche Weichen nötig.
So summieren sich über das ganze Land hinweg rund fünfundsechzigtausend dieser beweglichen Bauwerke.
Gut zu wissen
Die beweglichen Schienenstücke einer Weiche heißen Zungen. Sie legen sich je nach Fahrtrichtung an die eine oder andere Seite an.
Viele wichtige Weichen sind beheizt, damit Schnee und Eis im Winter die beweglichen Teile nicht blockieren.
Das Stellwerk zieht die Fäden
Damit eine Weiche im richtigen Moment richtig steht, wird sie aus der Ferne durch ein Stellwerk gesteuert.
Früher zogen Menschen dazu an schweren Hebeln, heute übernehmen elektrische Antriebe und Rechner diese Aufgabe.
Das Stellwerk sorgt zugleich dafür, dass sich eine Weiche niemals unter einem fahrenden Zug umstellt.
So greift die Steuerung der Weichen und die der Signale zu einem sicheren Ganzen ineinander.
Ein empfindliches Bauteil
Weil eine Weiche viele bewegliche Teile besitzt, ist sie deutlich empfindlicher als ein einfaches gerades Gleis.
Schmutz, Verschleiß oder ein kleiner Defekt können dazu führen, dass die Zunge nicht mehr sauber anliegt.
Eine gestörte Weiche muss dann gesperrt werden, was auf einer wichtigen Strecke rasch zu Verspätungen führt.
Deshalb gehören die Weichen zu den Bauteilen, die besonders sorgfältig gewartet und überwacht werden müssen.
Heiße Weichen im Winter
Im Winter droht den Weichen eine besondere Gefahr, denn Schnee und Eis können die beweglichen Zungen blockieren.
Legt sich das Eis zwischen Zunge und Schiene, lässt sich die Weiche nicht mehr sauber umstellen.
Um das zu verhindern, sind viele wichtige Weichen mit einer Heizung ausgestattet, die den Stahl eisfrei hält.
An kalten Tagen kann man deshalb sehen, wie an manchen Weichen der Schnee dampfend schmilzt.
Die Kunst des Weichenbaus
Eine Weiche muss enorme Kräfte aushalten, denn ein schwerer Zug rollt an der Verzweigung ungleichmäßig über den Stahl.
Besonders an der Stelle, an der sich die Schienen kreuzen, wirken heftige Stöße auf das Bauwerk.
Deshalb bestehen diese Kreuzungsstücke aus besonders hartem Stahl, der dem ständigen Hämmern der Räder standhält.
Der Bau und der Einbau einer Weiche sind damit anspruchsvolle Arbeiten für erfahrene Fachleute.
Schnelle und langsame Weichen
Nicht jede Weiche erlaubt das gleiche Tempo, denn der abbiegende Weg führt stets durch eine Kurve.
Einfache Weichen dürfen im abzweigenden Strang nur langsam befahren werden, damit der Zug sicher durch den Bogen kommt.
Auf Schnellfahrstrecken dagegen gibt es besonders lange Weichen, die auch im abbiegenden Gleis hohes Tempo erlauben.
Solche Hochgeschwindigkeitsweichen sind gewaltige Bauwerke von vielen Dutzend Metern Länge.
Was die Zahl bedeutet
Am Ende erzählt die Zahl von rund fünfundsechzigtausend Weichen von der verborgenen Beweglichkeit des Netzes.
Sie zeigt, dass hinter jeder freien Wahl des Weges ein kleines, sorgfältig gepflegtes Bauwerk aus beweglichem Stahl steht.
Zugleich macht sie deutlich, wie viel Aufwand nötig ist, um all diese empfindlichen Stellen zuverlässig in Betrieb zu halten.
Wer das nächste Mal das Klappern unter dem Wagen hört, weiß nun, dass gerade eine dieser stillen Schlüsselstellen ihn auf den rechten Weg gebracht hat.
Häufige Fragen
Wie viele Weichen hat das deutsche Netz?
Ist eine Weiche beweglich?
Wer stellt die Weichen?
Warum werden Weichen beheizt?
Warum darf man abbiegend oft nur langsam fahren?
Weiterfahrt
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