Wie viele Verkehrsverbünde gibt es in Deutschland?

Zahlen, bitte

„Ein Land, ein Ticket? Von wegen – zwischen Flensburg und Füssen gilt ein Flickenteppich aus rund 60 Tarifen.“

Wie viele Verkehrsverbünde gibt es in Deutschland?

→ Zahlen zum deutschen Tarifdschungel.

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Kurz gesagt

In Deutschland gibt es rund 60 Verkehrsverbünde. Jeder legt für seine Region eigene Preise und Tarifzonen fest. Für Reisende ist das mal praktisch, mal ein einziges Rätsel.

Wer nur in seiner Heimatstadt Bus und Bahn fährt, kennt meist genau einen Tarif und findet ihn selbstverständlich.

Sobald man aber quer durchs Land reist, merkt man schnell: Fast jede Region rechnet nach ihren eigenen Regeln ab.

Der Grund dafür sind die vielen Verkehrsverbünde, die Deutschland wie ein Flickenteppich überziehen.

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Foto: Frans Berkelaar, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

Der Tarifdschungel in Zahlen

~60

Verkehrsverbünde

in ganz Deutschland

1965

erster Verbund

der HVV in Hamburg

1

Deutschlandticket

gilt seit 2023 überall

Quelle: Verband Deutscher Verkehrsunternehmen. Zahl der Verbünde je nach Zählweise leicht unterschiedlich.

Was ein Verkehrsverbund überhaupt ist

Ein Verkehrsverbund ist ein Zusammenschluss mehrerer Verkehrsunternehmen in einer Region.

Sie einigen sich auf gemeinsame Fahrkarten, gemeinsame Preise und einen gemeinsamen Fahrplan.

So kann man mit einem einzigen Ticket vom Bus in die Straßenbahn und weiter in die S-Bahn umsteigen.

Ohne diesen Zusammenschluss bräuchte man für jede Fahrt und jedes Unternehmen ein eigenes Ticket.

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Foto: Niederkasseler, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Wie viele es genau sind

In Deutschland gibt es je nach Zählweise rund 60 solcher Verbünde.

Manche decken eine ganze Region ab, wie der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr im dicht besiedelten Westen.

Andere sind auf eine einzige Stadt und ihr Umland beschränkt.

Zusammen sorgen sie dafür, dass fast überall im Land ein Nahverkehrstarif gilt.

Gut zu wissen

Wer nur eine einzelne Fahrt macht, ist mit dem Verbundticket oft günstiger als mit einem bundesweiten Angebot.

Für Vielfahrer und Pendler lohnt sich dagegen fast immer das Deutschlandticket, weil es die Zonenfrage komplett aushebelt.

Wie alles begann

Der erste Verkehrsverbund Deutschlands entstand 1965 in Hamburg.

Vorher musste man für Bus, U-Bahn und S-Bahn oft getrennte Fahrscheine lösen.

Die Idee, alles unter einem Dach und einem Preis zu bündeln, war damals neu und wegweisend.

Nach und nach übernahmen andere Städte und Regionen das Hamburger Vorbild.

Warum es so viele sind

Der Nahverkehr ist in Deutschland Sache der Länder und Kommunen, nicht des Bundes.

Jede Region hat deshalb ihren eigenen Verbund mit eigenen Zonen und Preisen aufgebaut.

Das führt zu großer Vielfalt, aber eben auch zu Unübersichtlichkeit an den Rändern der Verbünde.

Wer über eine Verbundgrenze fährt, tappt schnell in die Falle des falschen Tickets.

Der Tarifdschungel als Ärgernis

Für Ortskundige ist der eigene Verbund kein Problem, weil sie die Zonen kennen.

Für Gäste dagegen ist die Frage, welche Zone denn nun gilt, oft ein echtes Rätsel.

Zwei Nachbarstädte können völlig unterschiedliche Systeme haben, mit Waben, Ringen oder Zahlenzonen.

Genau diese Unterschiede sorgen bei Reisenden regelmäßig für Frust und teure Fehlkäufe.

Das Deutschlandticket als Gegenmittel

Seit 2023 gibt es das Deutschlandticket, das quer durch alle Verbünde gilt.

Mit ihm kann man im gesamten Nahverkehr fahren, ohne sich um Zonen zu kümmern.

Für viele Vielfahrer war das die erste echte Vereinfachung seit Jahrzehnten.

Die einzelnen Verbünde gibt es aber weiterhin, denn ihre Einzeltickets bleiben bestehen.

Was der Verbund für die Region tut

Ein Verbund bestellt und bezahlt die Bus- und Bahnlinien, die in seinem Gebiet fahren.

Er entscheidet mit, wie oft ein Bus fährt und ob eine Linie überhaupt bestehen bleibt.

Damit ist der Verbund weit mehr als nur eine Tarifstelle, er formt den Alltag ganzer Regionen.

Gerade auf dem Land hängt viel davon ab, wie gut ein Verbund seinen Nahverkehr organisiert.

Ein Ticket für ganz Europa?

Was national das Deutschlandticket schafft, ist über Grenzen hinweg noch Zukunftsmusik.

Zwar gibt es Ideen für einfachere Tarife in ganz Europa, doch die Umsetzung ist schwierig.

Jedes Land bringt seine eigenen Verbünde, Preise und Regeln mit.

Bis zum durchgehenden Ticket von Kiel bis Neapel ist es deshalb noch ein weiter Weg.

Wie man den richtigen Tarif findet

Wer sich im fremden Verbund nicht sicher ist, fragt am besten direkt am Automaten nach der passenden Zone für die geplante Fahrt.

Fast alle Verbünde bieten außerdem eine eigene App an, in der man einfach Start und Ziel eingibt und den korrekten Preis angezeigt bekommt.

Im Zweifel hilft der günstige Grundsatz, lieber eine Zone zu viel als eine zu wenig zu lösen, denn ein zu knappes Ticket gilt schnell als Fahren ohne gültige Fahrkarte.

Und wer regelmäßig über Verbundgrenzen pendelt, fährt mit dem bundesweit gültigen Deutschlandticket in aller Regel am entspanntesten.

Ein Blick über die Landesgrenze

Interessant wird der Vergleich, wenn man in ein Nachbarland fährt, denn dort ist die Aufteilung des Nahverkehrs oft ganz anders geregelt als in Deutschland.

In der Schweiz etwa greifen die Tarife viel enger ineinander, sodass ein durchgehendes Ticket über weite Strecken zur Selbstverständlichkeit geworden ist.

In anderen Ländern wiederum gibt es kaum Verbünde, und man kauft für jeden Bus und jede Bahn ein eigenes Ticket beim jeweiligen Unternehmen.

Der deutsche Weg mit seinen rund sechzig Verbünden liegt damit irgendwo zwischen strenger Zersplitterung und großer Einheitlichkeit – mit allen Vor- und Nachteilen, die das mit sich bringt.

Häufige Fragen

Wie viele Verkehrsverbünde gibt es?
Rund 60, je nach Zählweise. Jeder legt für seine Region eigene Tarife und Zonen fest.
Welcher war der erste?
Der Hamburger Verkehrsverbund HVV von 1965. Er gilt als Erfinder des Verbundgedankens in Deutschland.
Wozu das Deutschlandticket?
Es gilt seit 2023 in allen Verbünden und im gesamten Nahverkehr. Die Zonenfrage entfällt damit komplett.
Warum sind die Tarife so verschieden?
Weil der Nahverkehr Sache der Länder und Kommunen ist. Jede Region hat ihr eigenes System aufgebaut.
Gilt mein Verbundticket auch im ICE?
Nein. Verbundtickets gelten nur im Nahverkehr. Für ICE und IC braucht man ein Fernverkehrsticket der Bahn.

Weiterfahrt

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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