Wie viele Fahrkartenautomaten gibt es?

Zahlen, bitte

„Der Automat ist heute der häufigste Fahrkartenverkäufer der Bahn – rund um die Uhr im Einsatz.“

Wie viele Fahrkartenautomaten gibt es?

→ Zahlen zum stillen Verkäufer am Bahnsteig.

Lesezeit: 8 Minuten · Schalter: Zahlen, bitte

Kurz gesagt

Die Deutsche Bahn betreibt rund 5.600 Fahrkartenautomaten an ihren Bahnhöfen. Dazu kommen viele tausend weitere Automaten der Verkehrsverbünde und Nahverkehrsunternehmen. Der Automat hat den klassischen Schalter längst als wichtigsten Verkaufsweg der Bahn abgelöst.

Wer heute am Bahnhof eine Fahrkarte kauft, tut das in den allermeisten Fällen nicht mehr an einem besetzten Schalter mit einem Menschen dahinter.

Stattdessen steht er vor einem großen Automaten mit Bildschirm, tippt sein Reiseziel ein und hält wenige Augenblicke später einen bedruckten Fahrschein in der Hand.

Der Automat ist damit fast unbemerkt zum eigentlichen Gesicht des Fahrkartenverkaufs geworden – unscheinbar, oft übersehen, aber praktisch an jedem größeren Bahnhof zu finden.

Fahrkartenautomat der Deutschen Bahn
Foto: Spoorjan, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Der Automat in Zahlen

~5.600

DB-Automaten

an Bahnhöfen bundesweit

~400

Reisezentren

übrig, früher rund 950

24/7

geöffnet

Tag und Nacht verfügbar

Quelle: Deutsche Bahn. Zahlen gerundet; hinzu kommen viele tausend Automaten der Verkehrsverbünde und Nahverkehrsunternehmen.

Vom Schalter zum Automaten

Über viele Jahrzehnte gab es Fahrkarten ausschließlich am Schalter, und ausgegeben wurden sie auf kleinen, festen Pappkärtchen.

Diese sogenannte Edmondsonsche Fahrkarte, benannt nach dem englischen Bahnbeamten Thomas Edmondson, war weit über hundert Jahre lang der Standard in fast ganz Europa.

Ab den 1960er-Jahren tauchten die ersten einfachen Automaten auf, zunächst nur für Bahnsteigkarten und einzelne Kurzstrecken.

Mit den Touchscreen-Geräten der 1990er-Jahre wurde daraus schließlich ein Verkäufer, der fast das gesamte Sortiment beherrscht und den Schalter Schritt für Schritt verdrängte.

Fahrkartenautomat am Bahnsteig in Stuttgart
Foto: NotTheOnlyDreamer, CC0, via Wikimedia Commons

Wie viele es genau sind

Für ihre eigenen Bahnhöfe nennt die Deutsche Bahn eine Zahl von rund 5.600 Fahrkartenautomaten.

Rechnet man die Geräte der Verkehrsverbünde, der Straßenbahnen und der vielen privaten Bahnen hinzu, kommen bundesweit noch einmal viele tausend Automaten dazu.

Eine exakte Gesamtzahl für ganz Deutschland gibt es nicht, weil jeder Verbund seine eigenen Geräte in eigener Verantwortung aufstellt und zählt.

Gut zu wissen

Wer erst im Zug eine Fahrkarte lösen möchte, zahlt in der Regel mehr oder riskiert sogar ein erhöhtes Beförderungsentgelt.

Am Automaten oder in der App gibt es dagegen die günstigen Sparpreise – allerdings nur, solange das begrenzte Kontingent für die jeweilige Verbindung reicht.

Warum der Automat gewann

Der Grund für den Siegeszug des Automaten ist am Ende ganz einfach eine Frage der Kosten.

Ein Automat arbeitet rund um die Uhr, macht keine Pause und ist im laufenden Betrieb deutlich günstiger als dauerhaft besetztes Personal.

Parallel dazu schrumpfte die Zahl der klassischen Reisezentren mit Menschen am Schalter von einst rund 950 auf heute nur noch etwa 400.

Für die Bahn ist der Automat damit der günstigste Weg, um überhaupt an möglichst vielen Bahnhöfen weiterhin Fahrkarten anbieten zu können.

Was der Automat alles kann

Ein moderner Fahrkartenautomat verkauft längst nicht mehr nur die einfache Fahrkarte von A nach B.

Er kennt die günstigen Sparpreise, die Sitzplatzreservierung, die Anschlusstickets der örtlichen Verbünde und eine ganze Reihe von Ermäßigungen.

Die meisten Geräte lassen sich außerdem auf mehrere Sprachen umstellen, damit auch Reisende aus dem Ausland ohne Hilfe zurechtkommen.

Was am Automaten oft schiefgeht

So praktisch der Automat ist – ganz ohne Tücken ist er nicht, gerade für Gelegenheitsfahrer.

Wer den richtigen Verbundtarif nicht kennt, kauft schnell die falsche Fahrkarte oder zahlt mehr als nötig.

Auch die Bedienung über verschachtelte Menüs kann in der Eile am Bahnsteig zur Geduldsprobe werden, besonders kurz vor der Abfahrt.

Und die Zukunft?

Immer mehr Menschen kaufen ihr Ticket heute bequem per Handy in der App, ganz ohne den Weg zum Automaten.

Trotzdem wird der Automat so schnell nicht verschwinden, denn nicht jeder besitzt ein Smartphone und nicht überall gibt es guten Empfang.

Der Automat bleibt deshalb auf absehbare Zeit das Sicherheitsnetz für alle, die spontan und ohne Technik am Bahnsteig eine Fahrkarte brauchen.

Automat, App oder Schalter?

Am Ende hat jeder Verkaufsweg seine eigene Berechtigung, und die Bahn setzt ganz bewusst auf die Mischung aus allen dreien.

Die App ist am schnellsten und oft am günstigsten, verlangt aber ein Smartphone, eine Anmeldung und ein wenig Übung im Umgang.

Der Automat ist der verlässliche Mittelweg: immer vor Ort, ohne Anmeldung nutzbar und auch dann noch da, wenn das Handy leer ist.

Und für alle, die es persönlich mögen oder eine komplizierte Verbindung mit vielen Umstiegen planen, bleibt an den großen Bahnhöfen weiterhin der Schalter im Reisezentrum.

Häufige Fragen

Kann ich am Automaten mit Karte zahlen?
Ja, die meisten DB-Automaten nehmen Girocard und Kreditkarte, viele inzwischen auch kontaktloses Bezahlen. Bargeld wird ebenfalls akzeptiert, aber nicht mehr an jedem Gerät.
Gibt es Sparpreise auch am Automaten?
Ja. Die günstigen Sparpreise sind kontingentiert, also nur in begrenzter Zahl verfügbar. Je früher man kauft, desto größer die Chance auf den niedrigsten Preis.
Warum verschwinden die Reisezentren?
Weil immer mehr Menschen am Automaten oder in der App kaufen. Die Bahn hat die Zahl der besetzten Reisezentren deshalb von rund 950 auf etwa 400 verringert.
Was ist eine Edmondsonsche Fahrkarte?
Das kleine, feste Pappkärtchen, das über hundert Jahre lang als Fahrschein diente – benannt nach dem englischen Bahnbeamten Thomas Edmondson.
Kann ich am Automaten auch für morgen kaufen?
Ja, an den großen DB-Automaten lassen sich Fahrkarten und Sparpreise auch für spätere Tage und für Fahrten quer durch Deutschland kaufen.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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