Zahlen, bitte
„Der Automat ist heute der häufigste Fahrkartenverkäufer der Bahn – rund um die Uhr im Einsatz.“
Wie viele Fahrkartenautomaten gibt es?
→ Zahlen zum stillen Verkäufer am Bahnsteig.
Lesezeit: 8 Minuten · Schalter: Zahlen, bitte
Kurz gesagt
Die Deutsche Bahn betreibt rund 5.600 Fahrkartenautomaten an ihren Bahnhöfen. Dazu kommen viele tausend weitere Automaten der Verkehrsverbünde und Nahverkehrsunternehmen. Der Automat hat den klassischen Schalter längst als wichtigsten Verkaufsweg der Bahn abgelöst.
Wer heute am Bahnhof eine Fahrkarte kauft, tut das in den allermeisten Fällen nicht mehr an einem besetzten Schalter mit einem Menschen dahinter.
Stattdessen steht er vor einem großen Automaten mit Bildschirm, tippt sein Reiseziel ein und hält wenige Augenblicke später einen bedruckten Fahrschein in der Hand.
Der Automat ist damit fast unbemerkt zum eigentlichen Gesicht des Fahrkartenverkaufs geworden – unscheinbar, oft übersehen, aber praktisch an jedem größeren Bahnhof zu finden.

Der Automat in Zahlen
~5.600
DB-Automaten
an Bahnhöfen bundesweit
~400
Reisezentren
übrig, früher rund 950
24/7
geöffnet
Tag und Nacht verfügbar
Quelle: Deutsche Bahn. Zahlen gerundet; hinzu kommen viele tausend Automaten der Verkehrsverbünde und Nahverkehrsunternehmen.
Vom Schalter zum Automaten
Über viele Jahrzehnte gab es Fahrkarten ausschließlich am Schalter, und ausgegeben wurden sie auf kleinen, festen Pappkärtchen.
Diese sogenannte Edmondsonsche Fahrkarte, benannt nach dem englischen Bahnbeamten Thomas Edmondson, war weit über hundert Jahre lang der Standard in fast ganz Europa.
Ab den 1960er-Jahren tauchten die ersten einfachen Automaten auf, zunächst nur für Bahnsteigkarten und einzelne Kurzstrecken.
Mit den Touchscreen-Geräten der 1990er-Jahre wurde daraus schließlich ein Verkäufer, der fast das gesamte Sortiment beherrscht und den Schalter Schritt für Schritt verdrängte.

Wie viele es genau sind
Für ihre eigenen Bahnhöfe nennt die Deutsche Bahn eine Zahl von rund 5.600 Fahrkartenautomaten.
Rechnet man die Geräte der Verkehrsverbünde, der Straßenbahnen und der vielen privaten Bahnen hinzu, kommen bundesweit noch einmal viele tausend Automaten dazu.
Eine exakte Gesamtzahl für ganz Deutschland gibt es nicht, weil jeder Verbund seine eigenen Geräte in eigener Verantwortung aufstellt und zählt.
Gut zu wissen
Wer erst im Zug eine Fahrkarte lösen möchte, zahlt in der Regel mehr oder riskiert sogar ein erhöhtes Beförderungsentgelt.
Am Automaten oder in der App gibt es dagegen die günstigen Sparpreise – allerdings nur, solange das begrenzte Kontingent für die jeweilige Verbindung reicht.
Warum der Automat gewann
Der Grund für den Siegeszug des Automaten ist am Ende ganz einfach eine Frage der Kosten.
Ein Automat arbeitet rund um die Uhr, macht keine Pause und ist im laufenden Betrieb deutlich günstiger als dauerhaft besetztes Personal.
Parallel dazu schrumpfte die Zahl der klassischen Reisezentren mit Menschen am Schalter von einst rund 950 auf heute nur noch etwa 400.
Für die Bahn ist der Automat damit der günstigste Weg, um überhaupt an möglichst vielen Bahnhöfen weiterhin Fahrkarten anbieten zu können.
Was der Automat alles kann
Ein moderner Fahrkartenautomat verkauft längst nicht mehr nur die einfache Fahrkarte von A nach B.
Er kennt die günstigen Sparpreise, die Sitzplatzreservierung, die Anschlusstickets der örtlichen Verbünde und eine ganze Reihe von Ermäßigungen.
Die meisten Geräte lassen sich außerdem auf mehrere Sprachen umstellen, damit auch Reisende aus dem Ausland ohne Hilfe zurechtkommen.
Was am Automaten oft schiefgeht
So praktisch der Automat ist – ganz ohne Tücken ist er nicht, gerade für Gelegenheitsfahrer.
Wer den richtigen Verbundtarif nicht kennt, kauft schnell die falsche Fahrkarte oder zahlt mehr als nötig.
Auch die Bedienung über verschachtelte Menüs kann in der Eile am Bahnsteig zur Geduldsprobe werden, besonders kurz vor der Abfahrt.
Und die Zukunft?
Immer mehr Menschen kaufen ihr Ticket heute bequem per Handy in der App, ganz ohne den Weg zum Automaten.
Trotzdem wird der Automat so schnell nicht verschwinden, denn nicht jeder besitzt ein Smartphone und nicht überall gibt es guten Empfang.
Der Automat bleibt deshalb auf absehbare Zeit das Sicherheitsnetz für alle, die spontan und ohne Technik am Bahnsteig eine Fahrkarte brauchen.
Automat, App oder Schalter?
Am Ende hat jeder Verkaufsweg seine eigene Berechtigung, und die Bahn setzt ganz bewusst auf die Mischung aus allen dreien.
Die App ist am schnellsten und oft am günstigsten, verlangt aber ein Smartphone, eine Anmeldung und ein wenig Übung im Umgang.
Der Automat ist der verlässliche Mittelweg: immer vor Ort, ohne Anmeldung nutzbar und auch dann noch da, wenn das Handy leer ist.
Und für alle, die es persönlich mögen oder eine komplizierte Verbindung mit vielen Umstiegen planen, bleibt an den großen Bahnhöfen weiterhin der Schalter im Reisezentrum.
Häufige Fragen
Kann ich am Automaten mit Karte zahlen?
Gibt es Sparpreise auch am Automaten?
Warum verschwinden die Reisezentren?
Was ist eine Edmondsonsche Fahrkarte?
Kann ich am Automaten auch für morgen kaufen?
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