Zahlen, bitte
„Abends einsteigen, morgens ausgeschlafen ankommen: Der Nachtzug schleust hunderte Menschen zugleich durch die Dunkelheit.“
Wie viele Menschen passen in einen Nachtzug?
→ Zahlen rund um das rollende Hotel auf Schienen.
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Kurz gesagt
Ein Nachtzug befördert je nach Zusammenstellung mehrere hundert Reisende, grob zwischen 250 und 500 Menschen. Verteilt sind sie auf drei sehr unterschiedliche Welten: den günstigen Sitzwagen, den mittleren Liegewagen und den komfortablen Schlafwagen.
Der Nachtzug ist eine besondere Art zu reisen, weil man abends einsteigt und im Idealfall am nächsten Morgen ausgeschlafen am Ziel ankommt.
Anders als ein Tageszug ist er nicht nur ein Fahrzeug, sondern ein kleines rollendes Hotel mit Betten, Liegen und Sitzen.
Wie viele Menschen ein solcher Zug befördert, hängt deshalb stark davon ab, wie viele Schlaf-, Liege- und Sitzwagen er mit sich führt.

Der Nachtzug in Zahlen
~250–500
Reisende
je nach Zusammenstellung
3
Klassen der Nacht
Sitz, Liege, Schlaf
~1 Nacht
Reisezeit
oft über 10 Stunden
Werte je nach Zug und Zusammenstellung. Ein Nachtzug lässt sich flexibel aus verschiedenen Wagenarten bilden.
Drei Welten in einem Zug
Das Besondere am Nachtzug ist, dass er gleich drei sehr unterschiedliche Arten zu reisen unter einem Dach vereint.
Im Sitzwagen verbringt man die Nacht wie in einem gewöhnlichen Zug auf einem Sitzplatz, dafür besonders günstig.
Der Liegewagen bietet einfache Liegen zum Ausstrecken, meist mehrere übereinander in einem Abteil.
Der Schlafwagen schließlich ist die komfortabelste Variante mit einem richtigen Bett und oft sogar einem eigenen Waschbecken.

Warum die Zahl so schwankt
Weil diese drei Wagenarten ganz unterschiedlich viele Menschen aufnehmen, schwankt die Gesamtkapazität eines Nachtzuges erheblich.
Ein Sitzwagen fasst am meisten Reisende, weil ein Sitzplatz weniger Raum braucht als eine Liege oder ein Bett.
Ein Schlafwagen dagegen bietet nur wenigen Menschen Platz, denn jedes Bett beansprucht viel Fläche.
Je nachdem, wie viele Wagen welcher Art ein Zug mitführt, kommt er auf sehr verschiedene Fahrgastzahlen.
Gut zu wissen
Wer wirklich schlafen will, bucht am besten Liege- oder Schlafwagen früh, denn die begehrten Betten sind schnell vergeben.
Der Sitzwagen ist die günstigste Variante, verlangt aber die Bereitschaft, die Nacht im Sitzen zu verbringen.
Der günstige Sitzwagen
Der Sitzwagen ist die einfachste und günstigste Art, im Nachtzug zu reisen.
Man sitzt in einem bequemen Sessel und versucht, im Rhythmus des Zuges ein wenig Schlaf zu finden.
Für preisbewusste Reisende und kürzere Nächte ist das eine attraktive Möglichkeit, günstig ans Ziel zu kommen.
Dafür ist der Komfort begrenzt, denn eine ganze Nacht im Sitzen ist nicht jedermanns Sache.
Der mittlere Liegewagen
Eine Stufe darüber liegt der Liegewagen, in dem sich mehrere einfache Liegen in einem Abteil übereinander stapeln.
Man kann sich hier ausstrecken und flach liegen, teilt das Abteil aber meist mit mehreren Mitreisenden.
Für viele ist dies der ideale Mittelweg aus bezahlbarem Preis und der Möglichkeit, wirklich zu schlafen.
Eine Decke und ein kleines Kissen gehören dabei in der Regel dazu.
Der komfortable Schlafwagen
Die Königsklasse der Nacht ist der Schlafwagen mit seinem richtigen Bett und deutlich mehr Privatsphäre.
Hier reist man in einem kleinen Abteil, das je nach Buchung nur ein oder zwei Personen aufnimmt.
Oft gibt es ein eigenes Waschbecken, manchmal sogar eine kleine Dusche und ein Frühstück am Morgen.
Dieser Komfort hat seinen Preis, macht die Nacht im Zug aber fast zu einem kleinen Hotelaufenthalt.
Warum der Nachtzug zurückkehrt
Lange galt der Nachtzug als aussterbende Reiseform, doch in den letzten Jahren erlebt er eine überraschende Wiedergeburt.
Immer mehr Menschen wollen weite Strecken klimafreundlich zurücklegen und dabei die Nacht sinnvoll nutzen.
Wer schlafend reist, spart sich eine Hotelübernachtung und kommt zugleich ausgeruht am Ziel an.
Diese Verbindung aus Umweltbewusstsein und Bequemlichkeit hat dem Nachtzug neuen Auftrieb gegeben.
Ein Zug wie ein Baukasten
Ein großer Vorteil des Nachtzuges ist, dass er sich flexibel aus verschiedenen Wagenarten zusammenstellen lässt.
Auf einer stark nachgefragten Verbindung hängt man mehr Schlaf- und Liegewagen an, auf einer ruhigeren weniger.
So passt die Bahn die Zahl der Betten und Sitze an den erwarteten Andrang der jeweiligen Nacht an.
Der Nachtzug ist damit ein rollender Baukasten, der sich je nach Bedarf verlängern oder kürzen lässt.
Was die Zahl bedeutet
Am Ende steckt hinter der schwankenden Kapazität eines Nachtzuges seine ganz eigene Vielseitigkeit.
Mit mehreren hundert Reisenden pro Nacht ersetzt er auf langen Strecken viele Flüge und Autofahrten.
Jeder dieser Menschen reist dabei auf seine Weise, vom sparsamen Sitzenden bis zum ausgeschlafenen Schlafwagengast.
Genau diese Mischung macht den besonderen Reiz des rollenden Hotels auf Schienen aus.
Der Nachtzug im europäischen Netz
Besonders reizvoll wird der Nachtzug, wenn man ihn nicht nur innerhalb Deutschlands, sondern über die Grenzen hinweg betrachtet.
Ein einziger Zug kann am Abend in einer Stadt starten und die Reisenden über Nacht in ein ganz anderes Land bringen.
So verbindet der Nachtzug ferne Metropolen miteinander, ohne dass man dafür einen einzigen Tag seiner Reisezeit opfern müsste.
Genau diese Fähigkeit, weite Entfernungen im Schlaf zu überbrücken, macht ihn im wachsenden europäischen Nachtzugnetz so wertvoll.
Häufige Fragen
Wie viele Menschen passen in einen Nachtzug?
Welche Wagenarten gibt es?
Warum schwankt die Kapazität so stark?
Warum erlebt der Nachtzug ein Comeback?
Was ist am komfortabelsten?
Weiterfahrt
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