Zahlen, bitte
„Legte man alle Bahnstrecken Deutschlands hintereinander, reichten sie fast einmal rund um die Erde – und doch wächst das Netz kaum noch.“
Wie lang ist das deutsche Schienennetz?
→ Zahlen rund um die Länge des deutschen Schienennetzes.
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Kurz gesagt
Das deutsche Schienennetz umfasst rund 33.000 Kilometer Strecke und ist damit das längste in ganz Westeuropa. Zählt man alle einzelnen Gleise zusammen, kommt sogar noch weit mehr zusammen, denn viele Strecken haben zwei oder mehr Gleise nebeneinander.
Wenn ein Zug durch die Landschaft rollt, ahnt kaum ein Reisender, wie unfassbar weit sich das Netz erstreckt, auf dem er unterwegs ist.
Von der Nordsee bis zu den Alpen und vom Rhein bis zur Oder überzieht ein dichtes Geflecht aus Schienen das ganze Land.
Wie lang dieses Netz in seiner Gesamtheit tatsächlich ist, sprengt die Vorstellungskraft der meisten Menschen bei weitem.

Das Schienennetz in Zahlen
~33.000 km
Streckennetz
längstes in Westeuropa
~61.000 km
Gleislänge
inklusive aller Gleise
~60 %
elektrifiziert
mit Oberleitung
Angaben gerundet nach Angaben der Netzbetreiber; die Streckenlänge zählt die Wege, die Gleislänge alle nebeneinanderliegenden Gleise.
Streckennetz und Gleislänge
Wenn von der Länge des Schienennetzes die Rede ist, muss man zwei ganz verschiedene Zahlen sorgfältig auseinanderhalten.
Die eine ist die Länge des Streckennetzes, also die Summe aller Wege, auf denen die Züge von Ort zu Ort fahren.
Die andere ist die gesamte Gleislänge, bei der jedes einzelne Gleis einer mehrgleisigen Strecke gesondert gezählt wird.
Weil viele wichtige Strecken zwei oder mehr Gleise nebeneinander haben, ist die Gleislänge fast doppelt so groß wie die Streckenlänge.

Das längste Netz Westeuropas
Mit rund dreiunddreißigtausend Kilometern Strecke besitzt Deutschland das längste Schienennetz in ganz Westeuropa.
Diese enorme Länge ist ein Erbe der frühen und dichten Industrialisierung, die das Land früh mit Schienen überzog.
Kaum ein Ort in Deutschland ist weit von der nächsten Bahnstrecke entfernt, auch wenn nicht mehr überall Züge halten.
Dieses dichte Netz ist eine der großen Stärken, aber zugleich auch eine der großen Lasten der deutschen Bahn.
Gut zu wissen
Streckenlänge und Gleislänge sind zwei verschiedene Zahlen. Die Strecke zählt die Wege, die Gleislänge alle nebeneinanderliegenden Gleise – deshalb ist letztere fast doppelt so groß.
Das Netz war früher größer: Viele Nebenstrecken wurden stillgelegt. Heute wächst die Einsicht, dass mancher Rückbau voreilig war.
Ein Netz, das geschrumpft ist
So gewaltig das heutige Netz auch wirkt, es war in der Vergangenheit schon einmal deutlich größer als heute.
In den vergangenen Jahrzehnten wurden zahlreiche kleine Nebenstrecken stillgelegt, weil sie sich nicht mehr zu lohnen schienen.
Ganze Regionen verloren so ihren Anschluss an die Schiene, und viele Gleise verschwanden unter Gras und Asphalt.
Erst in jüngerer Zeit wächst die Einsicht, dass mancher dieser Rückbauten voreilig war und wieder rückgängig gemacht werden sollte.
Strom aus der Oberleitung
Ein großer Teil des deutschen Schienennetzes ist elektrifiziert, das heißt, über den Gleisen hängt eine stromführende Oberleitung.
Rund sechzig Prozent der Strecken sind auf diese Weise ausgerüstet, und auf ihnen wird der weitaus größte Teil des Verkehrs abgewickelt.
Die übrigen Strecken, meist ruhige Nebenbahnen, werden weiterhin von Fahrzeugen mit eigenem Antrieb befahren.
Das weitere Elektrifizieren dieser Strecken gilt als wichtiger Schritt zu einem umweltfreundlicheren Verkehr.
Haupt- und Nebenstrecken
Nicht jede Strecke im Netz trägt die gleiche Last, denn zwischen Haupt- und Nebenstrecken liegen Welten.
Auf den großen Hauptstrecken zwischen den Ballungsräumen drängen sich täglich hunderte Züge auf demselben Gleis.
Die vielen kleinen Nebenstrecken dagegen werden oft nur von wenigen Regionalzügen am Tag befahren.
Diese ungleiche Verteilung führt dazu, dass ein kleiner Teil des Netzes den allergrößten Teil des Verkehrs trägt.
Die Last des Erhalts
Ein Netz von dreiunddreißigtausend Kilometern Länge zu erhalten, ist eine gewaltige und teure Daueraufgabe.
Überall müssen Schienen erneuert, Weichen gepflegt, Brücken saniert und Signale ausgetauscht werden.
Weil über viele Jahre an diesem Erhalt gespart wurde, ist ein großer Teil des Netzes in die Jahre gekommen.
Die Erneuerung dieses riesigen Bestandes gehört heute zu den größten Herausforderungen der ganzen Branche.
Ein Netz mit Engpässen
Trotz seiner enormen Länge stößt das Netz an vielen Stellen an seine Grenzen, weil dort zu viele Züge auf zu wenigen Gleisen fahren.
Solche Engpässe entstehen vor allem in den großen Knoten und auf den stark befahrenen Hauptachsen.
Ein einziger überlasteter Knoten kann Verspätungen über weite Teile des Landes verbreiten.
Deshalb liegt der Schlüssel zu einer besseren Bahn oft weniger in neuen Strecken als im Ausbau dieser Engpässe.
Was die Zahl bedeutet
Am Ende erzählt die Zahl von rund dreiunddreißigtausend Kilometern von der stillen Größe eines Netzes, das das ganze Land durchzieht.
Sie zeigt, welch gewaltiges Erbe frühere Generationen mit dem Bau dieser Strecken hinterlassen haben.
Zugleich macht sie deutlich, welche riesige Aufgabe der Erhalt und die kluge Nutzung dieses Netzes für die Zukunft bedeuten.
Wer das nächste Mal aus dem Zugfenster blickt, ahnt vielleicht, auf welch endlosem Geflecht aus Schienen er gerade unterwegs ist.
Häufige Fragen
Wie lang ist das deutsche Schienennetz?
Was ist der Unterschied zwischen Strecke und Gleislänge?
Ist das Netz elektrifiziert?
Ist das Netz gewachsen?
Warum gibt es Engpässe?
Weiterfahrt
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