Zahlen, bitte!
„Gut fünf Meter über den Köpfen der Reisenden spannt sich der dünne Draht, aus dem die Züge ihren Strom ziehen.“
Wie hoch hängt die Oberleitung über dem Gleis?
→ Eine Zahl, die den lebensgefährlichen Draht auf Abstand hält.
Lesezeit: 8 Minuten · Schalter: Zahlen, bitte!
Kurz gesagt
Der Fahrdraht der Oberleitung hängt auf freier Strecke meist rund 5,5 Meter über der Schiene. Diese Höhe hält den lebensgefährlichen Draht sicher außer Reichweite. An Bahnübergängen hängt er höher, unter niedrigen Brücken darf er etwas tiefer verlaufen.
Über fast allen Hauptstrecken spannt sich der dünne Draht der Oberleitung, aus dem die Züge ihren Strom ziehen.
Man blickt kaum je zu ihm hinauf, dabei hängt er in einer ganz bestimmten, sorgfältig gewählten Höhe.
Wie hoch die Oberleitung über dem Gleis hängt, ist eine Zahl mit ernstem und sicherheitsrelevantem Hintergrund.

Höhe der Oberleitung
~5,5 m
über der Schiene
auf freier Strecke
höher
am Bahnübergang
für hohe Fahrzeuge
tiefer
unter Brücken
wo der Platz fehlt
Die genaue Höhe schwankt je nach den örtlichen Verhältnissen; unter niedrigen Brücken hängt der Draht tiefer, an Bahnübergängen deutlich höher als auf freier Strecke.
Rund fünfeinhalb Meter
Auf freier Strecke hängt der Fahrdraht der Oberleitung meist etwa fünfeinhalb Meter über der Schiene.
Das ist deutlich höher als ein Mensch oder ein gewöhnliches Fahrzeug reicht.
Diese Höhe ist keine zufällige Größe, sondern das Ergebnis genauer Vorgaben.
So hängt der Draht stets weit genug oben, um den Menschen am Boden nicht zu gefährden.

Warum diese Höhe gewählt wird
Der wichtigste Grund für die Höhe der Oberleitung ist die Sicherheit der Menschen.
Denn der Fahrdraht steht unter lebensgefährlicher Hochspannung und darf nicht erreichbar sein.
In fünfeinhalb Metern Höhe ist er für Menschen und übliche Fahrzeuge sicher außer Reichweite.
So schützt die gewählte Höhe zuverlässig vor der Gefahr des Stroms.
Gut zu wissen
Auf freier Strecke hängt der Fahrdraht meist rund 5,5 Meter über der Schiene, sicher außer Reichweite der Menschen. An Bahnübergängen hängt er höher, damit hohe Fahrzeuge hindurchpassen.
Unter niedrigen Brücken darf der Draht etwas tiefer verlaufen, bleibt aber hoch genug über dem Zug. Die Höhe ändert sich immer nur allmählich, damit der Stromabnehmer des Zuges folgen kann.
Der Stromabnehmer muss folgen
Die Höhe des Fahrdrahts darf nicht beliebig schwanken, denn der Zug muss ihm folgen können.
Auf dem Dach des Zuges liegt der Stromabnehmer dem Draht ständig an, um den Strom aufzunehmen.
Steigt oder sinkt der Draht, so folgt ihm der bewegliche Bügel des Stromabnehmers.
Damit das gelingt, darf sich die Höhe des Drahtes nur allmählich und sanft ändern.
Höher am Bahnübergang
An einem Bahnübergang, wo eine Straße das Gleis kreuzt, hängt die Oberleitung höher.
Denn dort müssen auch hohe Fahrzeuge wie Lastwagen sicher unter dem Draht hindurchpassen.
Deshalb wird der Fahrdraht an solchen Stellen ein gutes Stück angehoben.
So bleibt der gefährliche Draht auch für die höchsten Fahrzeuge außer Reichweite.
Tiefer unter der Brücke
Ganz anders liegt der Fall dort, wo eine niedrige Brücke über das Gleis führt.
Zwischen dem Zug und der Brücke ist der Platz für die Oberleitung dann besonders knapp.
Deshalb darf der Fahrdraht unter einer solchen Brücke etwas tiefer verlaufen als sonst.
Dabei bleibt er immer noch hoch genug, um über dem fahrenden Zug sicher zu hängen.
Ein Draht in genauer Lage
Damit der Zug den Strom sicher aufnimmt, muss der Draht sehr genau in seiner Lage hängen.
Er darf nicht durchhängen und auch nicht seitlich zu weit ausschwingen.
Ein feines Geflecht aus Tragseilen und Haltern hält ihn in seiner genauen Höhe und Lage.
So bleibt der dünne Draht trotz Wind und Wetter stets an seinem richtigen Ort.
Die Gefahr bleibt oben
Für die Reisenden bedeutet die Höhe der Oberleitung vor allem eines: Der gefährliche Draht bleibt oben.
Solange man am Boden bleibt, ist man von der Hochspannung sicher getrennt.
Gefährlich wird es nur, wenn jemand dem Draht durch Klettern näher kommt.
Deshalb ist die Höhe der Oberleitung zugleich ein stiller, aber wirksamer Schutz.
Eine Zahl mit ernstem Sinn
Am Ende ist die Höhe von rund fünfeinhalb Metern mehr als eine bloße technische Angabe.
Sie ist der sorgfältig gewählte Abstand, der den Menschen vor dem tödlichen Strom schützt.
Zugleich sorgt sie dafür, dass der Zug den Draht überall sicher erreicht.
So verbindet die schlichte Zahl den Schutz der Menschen mit der Versorgung der Züge.
Häufige Fragen
Wie hoch hängt die Oberleitung?
Warum gerade diese Höhe?
Warum hängt sie am Bahnübergang höher?
Warum unter Brücken tiefer?
Darf sich die Höhe stark ändern?
Weiterfahrt
→ Wie viel Volt hat die Oberleitung? – die Spannung im Draht
→ Steht die Oberleitung unter Strom? – die Gefahr über dem Gleis
