Stimmt es, dass die Oberleitung immer unter Strom steht?

Stimmt es, dass…?

„Der dünne Draht über dem Zug sieht harmlos aus – und führt doch eine Spannung, die schon aus der Nähe tödlich sein kann.“

Stimmt es, dass die Oberleitung immer unter Strom steht?

→ Ein Mythos, bei dem man mit dem Leben spielt, wenn man ihn falsch versteht.

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Kurz gesagt

Das stimmt. Die Oberleitung über den Gleisen steht im Betrieb praktisch immer unter Hochspannung, meist 15.000 Volt. Sie ist deshalb lebensgefährlich, und schon ihre Nähe kann tödlich sein, ohne dass man sie berührt. Abgeschaltet wird sie nur für Wartungsarbeiten in genau festgelegten Abschnitten.

Über fast allen Hauptstrecken hängt ein unscheinbarer Draht, aus dem die elektrischen Züge ihren Strom beziehen.

Dieser Fahrdraht sieht harmlos aus, doch in ihm steckt eine Kraft, die man niemals unterschätzen darf.

Ob dieser Draht wirklich ständig unter Strom steht, ist eine Frage, deren Antwort über Leben und Tod entscheiden kann.

Baureihe 425 ()
Foto: Lars Steffens, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

Der Draht über dem Zug

Die Oberleitung ist der Draht, der über den Gleisen hängt und die elektrischen Züge mit Strom versorgt.

Über einen Bügel auf dem Dach, den Stromabnehmer, nimmt der Zug den Strom aus diesem Fahrdraht auf.

In Deutschland führt die Oberleitung im Bahnbetrieb eine Spannung von meist 15.000 Volt.

Das ist ein Vielfaches der Spannung einer gewöhnlichen Steckdose und damit außerordentlich gefährlich.

DB Baureihe 425 • Lücke zwischen Bahnsteig und Fahrzeug
Foto: Geogast, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Praktisch immer unter Strom

Die Behauptung, die Oberleitung stehe immer unter Strom, trifft im Betrieb tatsächlich zu.

Damit die Züge jederzeit fahren können, muss der Fahrdraht durchgehend unter Spannung stehen.

Man kann einem Draht von außen nicht ansehen, ob er gerade Strom führt oder nicht.

Deshalb gilt für alle Menschen der eiserne Grundsatz, jede Oberleitung stets als lebensgefährlich zu behandeln.

Lebenswichtig zu wissen

Die Oberleitung ist im Betrieb immer als lebensgefährlich zu behandeln. Schon ihre Nähe kann tödlich sein, weil der Strom in einem Lichtbogen überspringt – Berührung ist gar nicht nötig.

Niemals auf Waggons, Masten oder Bauwerke in Gleisnähe klettern. Fällt etwas ins Gleis, nicht selbst bergen, sondern das Bahnpersonal verständigen.

Gefahr auch ohne Berührung

Das Tückische an der Hochspannung ist, dass man den Draht gar nicht berühren muss, um verletzt zu werden.

Kommt man ihm zu nahe, kann der Strom in einem Lichtbogen durch die Luft überspringen.

Schon wenige Zentimeter Abstand können dann ausreichen, um einen tödlichen Stromschlag auszulösen.

Deshalb ist besonders das Klettern auf Waggons oder Masten unmittelbar lebensgefährlich.

Die Warnung vor dem Aufsteigen

Immer wieder verunglücken Menschen schwer, weil sie auf abgestellte Waggons oder Masten steigen.

Sie kommen dabei dem Fahrdraht zu nahe, ohne ihn überhaupt zu berühren, und der Strom springt über.

Warnschilder mit dem roten Blitz weisen an vielen Stellen auf diese unsichtbare Gefahr hin.

Der einzige sichere Umgang mit der Oberleitung ist, stets deutlichen Abstand zu ihr zu halten.

Wann sie abgeschaltet wird

Nur für Wartungs- und Bauarbeiten wird die Oberleitung in genau festgelegten Abschnitten abgeschaltet.

Dieses Abschalten folgt strengen Regeln und wird ausschließlich von geschultem Fachpersonal vorgenommen.

Nach dem Abschalten wird der Abschnitt zusätzlich geerdet, um wirklich jede Restspannung sicher abzuleiten.

Erst dann dürfen Fachleute an der Leitung arbeiten, niemals aber ein Laie auf eigene Faust.

Warum so hohe Spannung

Man mag sich fragen, warum die Bahn eine so gefährlich hohe Spannung überhaupt verwendet.

Der Grund liegt darin, dass sich hohe Spannung über weite Strecken mit geringem Verlust übertragen lässt.

Ein Zug benötigt sehr viel Leistung, und diese lässt sich nur mit hoher Spannung sinnvoll heranführen.

Die Gefahr ist also der Preis für eine Technik, die schwere Züge über weite Strecken zuverlässig antreibt.

Der richtige Umgang für alle

Für die Reisenden bedeutet all das vor allem eine einfache, aber wichtige Regel des Verhaltens.

Man bleibt stets auf dem Bahnsteig und hält sich von Masten, Drähten und abgestellten Waggons fern.

Fällt ein Gegenstand ins Gleis, holt man ihn niemals selbst, sondern verständigt das Personal.

So schützt man sich zuverlässig vor einer Gefahr, die man weder sehen noch hören kann.

Was von dem Mythos übrig bleibt

Am Ende bestätigt sich die ernste Behauptung in vollem Umfang und ohne jede Einschränkung.

Ja, die Oberleitung steht im Betrieb praktisch immer unter lebensgefährlicher Hochspannung.

Abgeschaltet wird sie nur für Arbeiten in festgelegten Abschnitten durch geschultes Fachpersonal.

Wer das weiß und stets Abstand hält, geht mit dem unscheinbaren Draht über den Gleisen richtig um.

Häufige Fragen

Steht die Oberleitung wirklich immer unter Strom?
Im Betrieb ja. Damit die Züge jederzeit fahren können, führt der Fahrdraht durchgehend Hochspannung, meist 15.000 Volt. Man sieht einem Draht nicht an, ob er Strom führt.
Muss man den Draht berühren, um verletzt zu werden?
Nein. Kommt man der Leitung zu nahe, springt der Strom in einem Lichtbogen durch die Luft. Schon wenige Zentimeter Abstand können tödlich sein.
Wann wird die Oberleitung abgeschaltet?
Nur für Wartungs- und Bauarbeiten in genau festgelegten Abschnitten, nach strengen Regeln und ausschließlich durch geschultes Fachpersonal. Danach wird geerdet.
Warum ist die Spannung so hoch?
Weil sich hohe Spannung über weite Strecken mit geringem Verlust übertragen lässt. Ein Zug braucht viel Leistung, die nur so sinnvoll herangeführt werden kann.
Wie verhalte ich mich als Fahrgast richtig?
Auf dem Bahnsteig bleiben, Abstand zu Masten und Drähten halten und niemals auf Waggons klettern. Fällt etwas ins Gleis, das Personal rufen statt selbst zu bergen.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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