Kommen Züge keine steilen Berge hoch? Der Mythen-Check zur Zahnradbahn

Bahn-Slam · Stimmt es, dass …?

„Sehr geehrte Fahrgäste, für diesen Berg brauchen wir eine Zahnstange. Die normale Schiene reicht hier nicht.“

Stimmt es, dass Züge keine steilen Berge hochkommen?

→ Stahl auf Stahl rutscht schnell durch. Für echte Steilstrecken braucht es einen Trick.

Lesezeit: 6 Minuten · Mythen-Check

Kurz gesagt

Teils, teils. Normale Züge fahren auf glatten Schienen – und die rutschen bei zu viel Steigung durch. Für steile Berge gibt es deshalb Zahnradbahnen: Ein Zahnrad greift in eine Zahnstange im Gleis. Damit kommt ein Zug sogar fast senkrechte Hänge hinauf.

Zahnstange im Gleis einer Zahnradbahn
Foto: Falk2, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Eine Eisenbahn fährt auf Stahlrädern über Stahlschienen. Das ist schön leise und sparsam – hat aber einen Haken.

Wird es zu steil, drehen die Räder einfach durch. Genau deshalb stimmt der Mythos halb.

Warum die glatte Schiene an Grenzen stößt

Ein normaler Zug (eine „Adhäsionsbahn“) zieht sich nur über die Reibung der Räder voran. Bei zu viel Steigung reicht diese Haftung nicht mehr.

Deshalb sind Hauptstrecken eher flach. Ab etwa 40 Promille Steigung spricht man von einer Steilstrecke – das ist schon ziemlich heftig.

Der Trick mit der Zahnstange

Für richtig steile Berge gibt es die Zahnradbahn. In der Mitte des Gleises liegt eine Zahnstange, in die ein Zahnrad am Fahrzeug greift.

So kann sich der Zug regelrecht den Berg hinaufziehen – und auch bergab sicher bremsen, ohne ins Rutschen zu geraten.

Steile Bahnen zum Staunen

Die steilste Zahnradbahn der Welt ist die Pilatusbahn in der Schweiz: bis zu 48 Prozent Steigung.

Auch in Deutschland gibt es sie – zum Beispiel die Bayerische Zugspitzbahn und die Wendelsteinbahn.

Steigungen in Zahlen

~40 ‰

ab hier steil

Grenze zur Steilstrecke

Zahnrad

für den Rest

greift in eine Zahnstange

48 %

Pilatusbahn

steilste Zahnradbahn der Welt

Quellen: Wikipedia (Adhäsionsbahn, Zahnradbahn, Steilstrecke).

Reine Reibungsbahnen schaffen im Extremfall etwa 100 Promille – mehr geht nur mit Zahnstange.

Das Urteil

Teils wahr: Normale Züge kommen steile Berge wirklich nicht hinauf.

Aber mit einer Zahnradbahn schon – die fährt sogar dort, wo Stahl auf Stahl längst durchdrehen würde.

Häufige Fragen

Warum rutscht ein normaler Zug bei Steigung durch?
Weil er sich nur über die Reibung glatter Stahlräder auf glatten Schienen vorwärtszieht. Ist es zu steil, reicht diese Haftung nicht mehr, und die Räder drehen durch.
Wie funktioniert eine Zahnradbahn?
In der Gleismitte liegt eine Zahnstange. Ein Zahnrad am Fahrzeug greift hinein, so kann sich der Zug hinaufziehen und bergab sicher bremsen.
Ab wann ist eine Strecke „steil“?
Ab etwa 40 Promille Steigung spricht man von einer Steilstrecke. Das heißt: 40 Meter Höhe auf 1000 Meter Strecke.
Welche Zahnradbahnen gibt es in Deutschland?
Zum Beispiel die Bayerische Zugspitzbahn und die Wendelsteinbahn. Sie bringen Fahrgäste in Höhen, die eine normale Bahn nie erreichen würde.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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