Bahn-Slam · Stimmt es, dass …?
„Sehr geehrte Fahrgäste, lehnen Sie sich zurück. Sie sitzen gerade im sichersten Landverkehrsmittel des Landes.“
Stimmt es, dass Bahnfahren sicherer ist als Autofahren?
→ Vielen ist im Zug mulmig und im Auto wohl. Die Statistik dreht dieses Gefühl genau um.
Lesezeit: 6 Minuten · Mythen-Check · Sicherheit
Kurz gesagt
Ja, und zwar deutlich. Rechnet man die Todesfälle auf die zurückgelegten Kilometer um, ist die Bahn eines der sichersten Verkehrsmittel überhaupt. Auf eine Milliarde Personenkilometer kommen im Auto rund 1,55 Tote, in der Bahn nur etwa 0,03. Das Risiko, bei einer Fahrt tödlich zu verunglücken, ist im Auto also rund 50-mal höher, das einer schweren Verletzung sogar über 100-mal. Ein einzelner Zugunglück macht Schlagzeilen – gerade weil es so selten ist.
Ein schweres Zugunglück steht tagelang in allen Nachrichten.
Ein tödlicher Autounfall schafft es oft nicht einmal in die Lokalzeitung.
Genau das verzerrt unser Gefühl: Weil Bahnunglücke so selten und deshalb so groß berichtet werden, wirken sie bedrohlicher, als sie sind.
Die nüchterne Statistik erzählt das Gegenteil.

Die Behauptung
Bahnfahren sei sicherer als Autofahren.
Das lässt sich überraschend klar beantworten – mit einer einzigen, fairen Messgröße.
Man zählt die Todesfälle und teilt sie durch die Kilometer, die alle zusammen zurückgelegt haben.
Die Zahlen sind eindeutig
Auf eine Milliarde Personenkilometer kommen im Auto rund 1,55 Todesfälle.
In der Bahn sind es nur etwa 0,03.
Das heißt: Für dieselbe Strecke ist das Risiko, tödlich zu verunglücken, im Auto rund 50-mal höher als in der Bahn.
Das Risiko einer schweren Verletzung liegt im Auto sogar über 100-mal höher.
Tote je Milliarde Personenkilometer
0,03
Bahn
eines der sichersten Verkehrsmittel
1,55
Auto
gut fünfzigmal so viele
≈ 50×
höheres Todesrisiko
im Auto gegenüber der Bahn
> 100×
höheres Verletzungsrisiko
schwere Verletzungen im Auto
Quellen: Allianz pro Schiene, statistische Vergleiche der Verkehrssicherheit. Werte im langjährigen Mittel, gerundet.
Warum die Bahn so sicher ist
Der wichtigste Grund: Auf der Schiene gibt es keinen Gegenverkehr im selben Fahrstreifen.
Züge fahren spurgeführt, durch Signale gesichert und von Technik überwacht, die bei Fehlern selbst bremst.
Kein Sekundenschlaf am Steuer, kein Überholen auf der Gegenfahrbahn, kein Handy am Ohr des Fahrers – das alles fällt weg.
Und wo Schiene und Straße sich doch kreuzen, am Bahnübergang, passieren die meisten Unfälle durch Fehler der Autofahrer, nicht der Bahn.
Warum das Gefühl täuscht
Wir fürchten, was selten und spektakulär ist, mehr als das, was alltäglich und tödlich ist.
Ein Zugunglück mit vielen Opfern brennt sich ins Gedächtnis. Die viel höhere Zahl einzelner Verkehrstoter auf der Straße verteilt sich unbemerkt über das ganze Jahr.
Deshalb fühlt sich das Auto sicherer an, obwohl es das Gefährlichere ist.
Das Urteil
Wahr. Pro Kilometer ist Bahnfahren um ein Vielfaches sicherer als Autofahren.
Rund 0,03 gegen 1,55 Tote je Milliarde Personenkilometer – ein Unterschied, den kein Sicherheitsgefühl wegdiskutiert.
Am sichersten fliegt man zwar noch, doch am Boden ist die Bahn die Nummer eins.
Häufige Fragen zur Sicherheit
Ist Bahnfahren wirklich sicherer als Autofahren?
Wie viel höher ist das Risiko im Auto?
Warum ist die Bahn so sicher?
Warum fühlt sich Bahnfahren dann unsicherer an?
Ist die Bahn das sicherste Verkehrsmittel?
Und die Unfälle an Bahnübergängen?
Quellen
Allianz pro Schiene und statistische Vergleiche der Verkehrssicherheit: rund 0,03 Tote je Milliarde Personenkilometer bei der Bahn gegenüber rund 1,55 beim Auto; rund fünfzigfach höheres Todesrisiko im Auto.
Werte im langjährigen Mittel, gerundet. Stand: September 2026.
Weiterfahrt
→ Wie viele Bahnübergänge gibt es? – wo Schiene und Straße sich kreuzen
→ Fährt ein Zug nie über Rot? – die Technik hinter der Sicherheit
→ Ist der letzte Wagen am gefährlichsten? – noch ein Sicherheitsmythos
