Bahn-Slam · Ortstermin
„Sehr geehrte Fahrgäste, bitte schauen Sie nach draußen: Gleich sehen Sie dieselbe Strecke dreimal übereinander.“
Ortstermin: Die Schwarzwaldbahn
→ Um 650 Höhenmeter zu bezwingen, windet sich diese Bahn durch 39 Tunnel – und läuft im selben Tal dreimal übereinander.
Lesezeit: 8 Minuten · Ortstermin · Schwarzwald
Kurz gesagt
Die Schwarzwaldbahn von Offenburg nach Konstanz ist eine der schönsten Gebirgsbahnen Deutschlands. Auf 149 Kilometern überwindet sie 650 Höhenmeter, durchfährt 39 Tunnel und erreicht am Scheitelpunkt Sommerau 832 Meter Höhe. Ihr Trick gegen die Steigung: Kehrtunnel und Schleifen, mit denen sich die Strecke im Berg dreht – bei Triberg läuft sie so übereinander, dass man drei Ebenen zugleich sieht. Gebaut hat sie der Ingenieur Robert Gerwig, fertig war sie 1873.
Es gibt Bahnstrecken, die kämpfen sich einfach den Berg hinauf. Und es gibt die Schwarzwaldbahn, die ihn überlistet.
Statt stur zu steigen, dreht sie sich durch den Berg, taucht in Tunnel und kommt weiter oben wieder heraus.
Bei Triberg kann man vom richtigen Punkt aus dieselbe Strecke gleich dreimal übereinander sehen.
Kein Wunder, dass Eisenbahnfreunde aus aller Welt hierherkommen.

149 Kilometer durch den Schwarzwald
Die Schwarzwaldbahn fährt von Offenburg am Rand der Rheinebene bis nach Konstanz am Bodensee.
Auf 149 Kilometern überwindet sie 650 Höhenmeter und klettert bis zum Scheitelpunkt Sommerau auf 832 Meter.
Dabei durchfährt sie 39 Tunnel – mal kurze, mal lange, und zwei davon sind die berühmten Kehrtunnel.
Fertiggestellt wurde die Strecke 1873, nach zehn Jahren Bauzeit.
Die Strecke in Zahlen
149 km
Länge
von Offenburg nach Konstanz
1873
komplett eröffnet
nach rund zehn Jahren Bau
39
Tunnel
darunter zwei Kehrtunnel
650 m
Höhenunterschied
Scheitelpunkt Sommerau: 832 m
25 ‰
maximale Steigung
ohne Zahnrad bewältigt
150 m
Reichenbach-Viadukt
eines der großen Bauwerke bei Hornberg
Quelle: Wikipedia „Schwarzwaldbahn (Baden)“. Zahlen gerundet.

Der Trick mit den Schleifen
Das Problem jeder Gebirgsbahn: Ein Zug kann nur mäßige Steigungen bewältigen, sonst rutschen die Räder durch.
Ingenieur Robert Gerwig löste es, indem er die Strecke künstlich verlängerte.
Statt direkt hinaufzufahren, dreht sie sich in Kehrtunneln und Schleifen durch den Berg – so bleibt die Steigung sanft, obwohl es steil bergauf geht.
Deshalb sieht man bei Triberg dieselbe Bahn in drei Höhen übereinander: Sie hat sich zwischendurch im Berg gedreht.

Ein Denkmal, das noch fährt
Die Schwarzwaldbahn ist kein Museum, sondern eine ganz normale Strecke im Takt.
In den 1970er Jahren wurde sie elektrifiziert; heute fahren moderne Regionalzüge über Gerwigs Meisterwerk.
An Sonderfahrtagen kommen alte Dampf- und Dieselloks zum Einsatz und zeigen, wie die Bahn einst klang.
Wer die ganze Strecke fährt, sitzt gut zwei Stunden – zwei Stunden Kino aus dem Zugfenster.

Der Mann hinter der Strecke
Gebaut hat die Schwarzwaldbahn der Ingenieur Robert Gerwig (1820–1885).
Seine Idee der Kehrtunnel und Schleifen wurde zum Vorbild für Gebirgsbahnen in ganz Europa – bis hin zur Gotthardbahn in der Schweiz.
Gerwig zeigte, dass man Berge nicht mit Gewalt bezwingt, sondern mit Geometrie.
Wenn Sie dort fahren
Der beste Blick auf die drei Ebenen ist der Bahn-Erlebnispfad bei Triberg – ein Wanderweg entlang der Strecke.
Im Zug lohnt der Fensterplatz: Zwischen den Tunneln öffnen sich immer wieder Blicke tief ins Tal.
Und wer die Tunnel zählt, kommt aus dem Zählen kaum heraus – es sind 39.
Häufige Fragen zur Schwarzwaldbahn
Wie lang ist die Schwarzwaldbahn?
Wie viele Tunnel hat die Strecke?
Warum läuft die Bahn bei Triberg übereinander?
Wer hat die Schwarzwaldbahn gebaut?
Fährt die Bahn heute noch normal?
Wie lange dauert die ganze Fahrt?
Quellen
Wikipedia: „Schwarzwaldbahn (Baden)“ – Länge, Eröffnung 1873, Zahl der Tunnel, Scheitelpunkt Sommerau, maximale Steigung, Kehrtunnel und Schleifen, Ingenieur Robert Gerwig, Elektrifizierung.
Stand: September 2026. Zahlen gerundet.
Weiterfahrt
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