Ortstermin Schwarzwaldbahn: 149 km, 39 Tunnel, 650 Höhenmeter – die Gebirgsbahn von Offenburg nach Konstanz

ORTSTERMIN

„Nächster Halt: der Schwarzwald am Stück – 149 Kilometer, 39 Tunnel, ein Berg.“

Ortstermin Schwarzwaldbahn: 149 km, 39 Tunnel, 650 Höhenmeter – die Gebirgsbahn von Offenburg nach Konstanz

→ Ein Meisterwerk aus dem 19. Jahrhundert, noch heute Alltag

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Kurz gesagt

Die Schwarzwaldbahn zwängt sich auf 149 Kilometern von Offenburg über den Kamm des Schwarzwalds bis an den Bodensee. 39 Tunnel und kunstvolle Kehrschleifen überwinden rund 650 Höhenmeter – geplant von einem Ingenieur, der ohne Computer auskam.

Blick auf den Dreibahnenblick der Schwarzwaldbahn bei Triberg
Der berühmte Dreibahnenblick bei Triberg: Hier liegen drei Streckenabschnitte sichtbar übereinander. Foto: Stefan Gerl, CC0, via Wikimedia Commons
Regionalzug der Baureihe 146 der Schwarzwaldbahn in Offenburg
Ausgangspunkt Offenburg: ein Regionalzug der Baureihe 146. Foto: Kevin.B, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Der Bahnhof Triberg auf einer Aufnahme um 1904
Foto: Neue Photographische Gesellschaft, Public domain, via Wikimedia Commons

Die Strecke in Zahlen

Die Schwarzwaldbahn gehört zu den großen Gebirgsbahnen Deutschlands. Auf 149 Kilometern verbindet sie Offenburg in der Rheinebene mit Konstanz am Bodensee – und quert dabei den kompletten Höhenzug des mittleren Schwarzwalds. Der schwierigste Teil liegt zwischen Hausach und St. Georgen: Hier überwindet die Bahn auf engstem Raum rund 650 Höhenmeter.

Schwarzwaldbahn in Zahlen

149 km

Offenburg – Konstanz

Gesamtlänge

39

Tunnel

im Gebirgsabschnitt

≈650 m

Höhenunterschied

auf wenigen Kilometern

1873

durchgehend eröffnet

nach zehn Jahren Bau

Elektrifiziert seit 1977. Bis dahin fuhren hier Dampf- und Dieselloks.

Scheitelpunkt nahe der Sommerau, dem höchsten Punkt der Strecke.

Schwarzwaldbahn und Rheintalbahn an der Zaehringerkurve in Offenburg
An der Zähringerkurve in Offenburg zweigt die Schwarzwaldbahn von der Rheintalbahn ab. Foto: Peter Nath, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Der Vogtsbauernhof im Freilichtmuseum Gutach nahe der Schwarzwaldbahn
Foto: H. Zell, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Die Schwarzwaldbahn bei Gutach im Kinzigtal
Die Schwarzwaldbahn bei Gutach im Kinzigtal. Foto: Baden de, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons

Von Offenburg in den Schwarzwald

Los geht es flach. In Offenburg, am Rand der Rheinebene, trennt sich die Schwarzwaldbahn von der großen Rheintalbahn und biegt nach Osten ins Kinzigtal ab. Über Gengenbach, Haslach und Hausach folgt sie zunächst gemächlich dem Fluss – der Berg kommt erst später.

Hinter Hausach beginnt der Ernst. Das Tal wird enger, die Steigung steiler, und die Bahn muss zu tricksen anfangen, um überhaupt nach oben zu kommen. Was folgt, ist einer der spektakulärsten Streckenabschnitte im deutschen Netz.

Bis heute verkehren auf der Strecke sowohl Regionalexpresse als auch Doppelstockzüge im dichten Takt. Die Schwarzwaldbahn ist eben nicht nur ein technisches Denkmal, sondern eine Alltagsstrecke für Pendler, Schüler und Ausflügler. Genau das unterscheidet sie von reinen Museumsbahnen: Sie wird jeden Tag ganz normal gebraucht.

Ein Zug im Bahnhof Triberg an der Schwarzwaldbahn
Foto: Frans Berkelaar, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons
Dampflok 01 519 auf der Schwarzwaldbahn bei Triberg
Nostalgie am Berg: Dampflok 01 519 auf der Schwarzwaldbahn bei Triberg. Foto: simon tunstall, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons
Die Triberger Wasserfälle, die zu den höchsten Wasserfällen Deutschlands zählen
Foto: HNH, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Robert Gerwig und die Kehren

Der Kopf hinter der Strecke war der Ingenieur Robert Gerwig. Seine Aufgabe klang unlösbar: mit den Loks des 19. Jahrhunderts einen Berg bezwingen, ohne dass die Steigung zu steil wird. Seine Lösung war so einfach wie genial – er verlängerte die Strecke künstlich, indem er sie in Schleifen und Kehren durch die Berghänge legte.

So gewinnt die Bahn Höhe, ohne die Grenzen der Reibung zu überschreiten. An manchen Stellen sieht man die Gleise gleich mehrfach übereinander am Hang kleben. Der bekannteste Aussichtspunkt dafür ist der Dreibahnenblick bei Triberg – ein Wallfahrtsort für Eisenbahnfreunde. Was Gerwig hier ohne Computer und Statiksoftware plante, trägt bis heute jeden Zug sicher über den Berg.

Zug am oberen Dreibahnenblick der Schwarzwaldbahn bei Triberg
Ein Zug schraubt sich durch die Kehren am oberen Dreibahnenblick. Foto: Gerd Eichmann, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons
Eine riesige Kuckucksuhr in Schonach bei Triberg, ein Wahrzeichen des Schwarzwalds
Foto: qwesy qwesy, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons
Tunneleinfahrt am Sommerau-Tunnel der Schwarzwaldbahn bei Triberg
Tunnelportal nahe der Sommerau – am höchsten Punkt der Strecke. Foto: Willy Pragher, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

39 Tunnel und der Scheitel

Wo der Hang zu steil oder der Fels zu massiv war, blieb nur der Weg hindurch. 39 Tunnel durchbohren den Gebirgsabschnitt, aneinandergereiht wie Perlen auf einer Schnur. Manche sind nur wenige Dutzend Meter lang, andere ziehen sich über mehr als einen Kilometer.

Der wichtigste ist der Scheiteltunnel nahe der Sommerau. Hier erreicht die Bahn ihren höchsten Punkt, bevor es auf der anderen Seite wieder bergab Richtung Villingen und Donaueschingen geht. Wer im Zug sitzt, verliert bei dem ständigen Wechsel aus Licht und Dunkel schnell das Gefühl dafür, wie oft man den Berg schon durchquert hat.

Gueterzug auf der Schwarzwaldbahn
Auch Güterzüge nutzen die Gebirgsstrecke. Foto: Reinhard Dietrich, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons
Blick vom Wartenberg auf die obere Donau und die Schwarzwaldbahn
Weiter Blick vom Wartenberg auf die obere Donau und die Schwarzwaldbahn. Foto: Andreas Schwarzkopf, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Der Hafen von Konstanz am Bodensee, dem Endpunkt der Schwarzwaldbahn
Foto: Achim, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Weiter bis zum Bodensee

Ist der Kamm überwunden, wird die Landschaft weiter und ruhiger. Über die Baar-Hochebene rollt die Bahn durch Villingen und Donaueschingen, streift die junge Donau und erreicht schließlich über Engen und Singen den Bodensee. Am Ende steht Konstanz, das milde Klima des Sees als Kontrast zum kühlen Schwarzwald.

Diese Bandbreite macht die Fahrt so reizvoll: In gut zwei Stunden erlebt man Rheinebene, Mittelgebirge, Hochebene und Seeufer nacheinander. Kaum eine andere deutsche Strecke packt so viele Landschaften in eine einzige Zugfahrt.

Reisetipp

Für die beste Aussicht auf die Kehren empfiehlt sich ein Fensterplatz – auf der Bergfahrt Richtung Triberg lohnt der Blick nach draußen.

Der Bahnerlebnispfad bei Triberg macht die Kehrschleifen zu Fuß erlebbar.

Zwischen Hausach und St. Georgen liegt der landschaftlich stärkste Abschnitt.

Häufige Fragen

Warum fährt die Bahn nicht einfach geradeaus über den Berg?
Weil normale Züge auf zu steilen Rampen durchdrehen würden. Robert Gerwig verlängerte die Strecke deshalb bewusst mit Kehren und Schleifen, um die Steigung flach genug zu halten.
Kann man die Strecke mit dem Nahverkehr fahren?
Ja. Regionalexpresse befahren die komplette Strecke im Takt – auch mit dem Deutschlandticket, da es sich um Nahverkehr handelt.

Weiterfahrt

→ Ortstermin Hindenburgdamm – 11,3 km durchs Wattenmeer nach Sylt

→ Wie viel Strom verbraucht die Bahn? – Über 10 Terawattstunden im Jahr

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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