Wie viele Bahnübergänge gibt es? Rund 16.000 in Deutschland – wie viele gesichert sind und warum es weniger werden

Bahn-Slam · Zahlen, bitte

„Sehr geehrte Fahrgäste, wir passieren einen von rund 16.000 Bahnübergängen. Bitte denken Sie an die, die davor warten.“

Wie viele Bahnübergänge gibt es?

→ 16.000 Mal im Land kreuzen sich Schiene und Straße – und an jedem dieser Punkte entscheidet sich, wer wartet.

Lesezeit: 6 Minuten · Netz & Sicherheit

Kurz gesagt

In Deutschland gibt es rund 16.000 Bahnübergänge – Stellen, an denen sich Schiene und Straße auf gleicher Höhe kreuzen. Etwa 62 Prozent sind technisch gesichert, mit Schranken, Halbschranken oder Blinklichtern; der Rest ist nur durch das Andreaskreuz geregelt. Seit den 1950er Jahren hat sich ihre Zahl etwa halbiert, weil viele durch Brücken und Unterführungen ersetzt wurden. Und fast alle Unfälle passieren nicht wegen kaputter Technik, sondern wegen Menschen, die es eilig haben.

Das Blinken, das Klingeln, die Schranke, die sich senkt – und dann rauscht der Zug vorbei.

Der Bahnübergang ist der einzige Ort, an dem sich zwei Welten auf gleicher Höhe treffen: die Schiene und die Straße.

Für den Zug ist es Alltag. Für den Wartenden ein kleiner Moment der Ohnmacht – hier hat die Bahn immer Vorfahrt.

Rund 16.000 solcher Kreuzungen gibt es noch. Und es werden immer weniger.

Bahnübergang mit Schranke und Andreaskreuz
Schranke, Andreaskreuz, Blinklicht: die klassische Sicherung eines Bahnübergangs. Foto: Ramsch, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Die große Zahl

Etwa 16.000 Bahnübergänge gibt es im Netz der Deutschen Bahn.

Sie liegen vor allem dort, wo Nebenstrecken durch Dörfer und über Landstraßen führen.

Die meisten davon liegen in Bayern, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen – Flächenländer mit vielen kleinen Strecken.

Auf den schnellen Fernstrecken dagegen gibt es keinen einzigen: Dort kreuzen Straßen immer über eine Brücke oder unter einer Unterführung.

Bahnübergänge in Zahlen

≈ 16.000

Bahnübergänge

im Netz der Deutschen Bahn

≈ 62 %

technisch gesichert

Schranken, Halbschranken, Blinklicht

halbiert

seit den 1950ern

ersetzt durch Brücken und Unterführungen

90 %

der Unfälle

durch Fehlverhalten am Steuer, nicht durch Technik

0

auf Schnellfahrstrecken

dort kreuzt alles über- oder unterirdisch

Quellen: Deutsche Bahn (Themendienst Bahnübergänge), Wikipedia „Bahnübergang (Deutschland)“. Zahlen gerundet.

Wie ein Bahnübergang gesichert wird

Rund 62 Prozent der Übergänge sind technisch gesichert.

Die einen mit vollen Schranken, die den Weg ganz sperren, die meisten mit Halbschranken, die nur die eigene Fahrspur blockieren, manche nur mit Blinklicht.

Der Rest ist allein durch das Andreaskreuz geregelt – jenes schräge weiß-rote Kreuz, das sagt: Die Bahn hat Vorrang, schau selbst.

An solchen ungesicherten Übergängen muss der Zug oft pfeifen, und die Autofahrer müssen langsam heranfahren und schauen.

Warum es immer weniger werden

Jeder Bahnübergang ist ein Risiko und eine Bremse zugleich: Er kostet Sicherheit und Tempo.

Deshalb baut die Bahn seit Jahrzehnten Übergänge zurück – ersetzt sie durch Brücken, Unterführungen, oder legt kleine Strecken ganz still.

Seit den 1950er Jahren hat sich ihre Zahl dadurch etwa halbiert. Jeder neue Übergang muss heute streng begründet werden.

Der Mensch ist das Risiko

Die Technik an den Übergängen ist zuverlässig.

Fachleute führen rund 90 Prozent der Unfälle auf das Fehlverhalten von Autofahrern, Radfahrern oder Fußgängern zurück.

Die geschlossene Schranke umfahren, bei Rot noch schnell rüber, das Blinken ignorieren – ein Zug kann darauf nicht mehr reagieren, sein Bremsweg ist zu lang.

Deshalb gilt am Bahnübergang die einfachste und wichtigste Regel im Straßenverkehr: Im Zweifel warten.

Zum Weiterdenken

Ein Andreaskreuz bedeutet: Hier hat die Schiene absoluten Vorrang – anders als an fast jeder anderen Kreuzung.

Wer eine geschlossene Halbschranke umfährt, spart wenige Sekunden und riskiert alles.

Der Zug braucht Hunderte Meter zum Bremsen. Der Mensch am Übergang braucht nur ein paar Sekunden Geduld.

Häufige Fragen zu Bahnübergängen

Wie viele Bahnübergänge gibt es in Deutschland?
Rund 16.000 im Netz der Deutschen Bahn. Die meisten liegen an Nebenstrecken in Bayern, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen.
Wie viele sind mit Schranken gesichert?
Etwa 62 Prozent sind technisch gesichert – mit Schranken, Halbschranken oder Blinklicht. Der Rest ist nur durch das Andreaskreuz geregelt.
Warum werden es immer weniger?
Weil Übergänge Sicherheit und Tempo kosten. Seit den 1950er Jahren wurde ihre Zahl etwa halbiert, ersetzt durch Brücken und Unterführungen.
Warum gibt es auf ICE-Strecken keine Bahnübergänge?
Weil dort zu schnell gefahren wird. Auf Schnellfahrstrecken kreuzt jede Straße über eine Brücke oder durch eine Unterführung.
Woran liegen die meisten Unfälle?
An menschlichem Fehlverhalten: Rund 90 Prozent entstehen, weil Verkehrsteilnehmer die Schranke umfahren oder das Blinklicht missachten – nicht durch Technikfehler.
Was bedeutet das Andreaskreuz?
Das schräge weiß-rote Kreuz zeigt an: Die Bahn hat Vorrang. Man muss langsam heranfahren, schauen und im Zweifel warten.

Quellen

Deutsche Bahn: Themendienst Bahnübergänge (Zahl, Anteil gesicherter Übergänge, Unfallursachen); Wikipedia „Bahnübergang (Deutschland)“.

Alle Zahlen gerundet. Stand: September 2026.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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