Wie viel Strom verbraucht die Bahn? Über 10 Terawattstunden – Deutschlands größter Stromverbraucher in Zahlen

Bahn-Slam · Zahlen, bitte

„Sehr geehrte Fahrgäste, dieser Zug fährt mit Strom. Sehr viel Strom – die Bahn ist der größte Stromverbraucher des Landes.“

Wie viel Strom verbraucht die Bahn?

→ Die Bahn verbraucht mehr Strom als jede andere Firma in Deutschland – und fährt trotzdem sparsamer als jedes Auto.

Lesezeit: 7 Minuten · Energie & Umwelt

Kurz gesagt

Die Deutsche Bahn ist der größte einzelne Stromverbraucher Deutschlands: über zehn Milliarden Kilowattstunden im Jahr, das sind mehr als zehn Terawattstunden. Dafür betreibt sie ein eigenes Bahnstromnetz mit einer eigenen Frequenz von 16,7 Hertz und rund 8.000 Kilometern Leitung. Der Fernverkehr fährt schon heute zu 100 Prozent mit Ökostrom, im gesamten Bahnverkehr liegt der Anteil bei 42 Prozent und soll bis 2030 auf 70 Prozent steigen. So groß der Verbrauch klingt: Pro beförderter Person ist die Bahn extrem sparsam.

Kein Konzern in Deutschland zieht so viel Strom aus dem Netz wie die Bahn.

Nicht ein Chemiewerk, nicht eine Aluminiumhütte – ein Verkehrsunternehmen.

Das klingt zunächst nach einem schlechten Zeugnis. Ist aber genau das Gegenteil.

Denn dieselbe Bahn, die so viel Strom braucht, bewegt damit auch Millionen Menschen und Tonnen Güter – und das erstaunlich sparsam.

Oberleitung über einem elektrifizierten Gleis
Über diese Oberleitung fließt der Strom für den Zug. Foto: Mkkagain, CC0, via Wikimedia Commons

Die große Zahl

Über zehn Milliarden Kilowattstunden Strom verbraucht die Bahn im Jahr – mehr als zehn Terawattstunden.

Damit ist sie der größte einzelne Stromverbraucher des Landes.

Zum Einordnen: Das ist grob in der Größenordnung von zwei Prozent des gesamten deutschen Stromverbrauchs – aus einer einzigen Firma.

Der Grund ist einfach: Ein elektrischer Zug zieht seine gesamte Kraft aus der Leitung über ihm.

Die Bahn und der Strom

> 10 TWh

Strom pro Jahr

größter Stromverbraucher Deutschlands

≈ 2 %

des deutschen Stroms

grobe Einordnung, aus einer Firma

≈ 8.000 km

eigenes Bahnstromnetz

mit eigener Frequenz: 16,7 Hertz

100 %

Ökostrom im Fernverkehr

ICE und IC fahren grün

42 → 70 %

Ökostrom gesamt

heutiger Anteil, Ziel bis 2030

Quellen: Deutsche Bahn (Ökostrom-Themendienst, „größter Stromverbraucher“), Verivox. Der Zwei-Prozent-Wert ist eine grobe Einordnung.

Ein eigenes Stromnetz mit eigener Frequenz

Der Haushaltsstrom in der Steckdose hat 50 Hertz. Der Bahnstrom hat 16,7 Hertz.

Diese eigene Frequenz stammt aus der Frühzeit der Elektrifizierung, als sich die Technik für langsame Wechsel besser eignete.

Bis heute betreibt die Bahn deshalb ein eigenes Netz von rund 8.000 Kilometern Länge, mit eigenen Kraftwerken und Umformern.

Die Bahn ist damit nicht nur Stromverbraucher, sondern auch ein eigener kleiner Energiekonzern.

Warum der Verbrauch trotzdem gut ist

Entscheidend ist nicht der Gesamtverbrauch, sondern der Verbrauch pro Kopf und Kilometer.

Weil ein einziger Zug Hunderte Menschen bewegt, teilt sich der Strom auf viele Reisende auf. Pro Person und Kilometer verbraucht die Bahn nur einen Bruchteil dessen, was ein Auto an Energie braucht.

Und je grüner der Strom, desto sauberer die Fahrt. Der Fernverkehr fährt schon zu 100 Prozent mit Ökostrom.

Der Weg zum grünen Strom

Im gesamten Bahnverkehr – Nah, Fern und Güter – liegt der Ökostromanteil bei 42 Prozent.

Bis 2030 soll er auf 70 Prozent steigen, bis 2038 will die Bahn ganz klimaneutral fahren.

Dafür schließt sie langfristige Verträge mit Wind- und Solarparks – teils direkt an der Strecke.

Die Bahn ist schon heute der größte Ökostromnutzer des Landes.

Zum Vergleich

Zehn Terawattstunden entsprechen ungefähr dem Jahresstromverbrauch von mehreren Millionen Haushalten.

Aber dieselbe Menge Strom bewegt jährlich fast zwei Milliarden Fahrgäste und Millionen Tonnen Fracht.

Kaum irgendwo wird eine Kilowattstunde in so viel Bewegung verwandelt wie auf der Schiene.

Häufige Fragen zum Strom der Bahn

Wie viel Strom verbraucht die Deutsche Bahn?
Über zehn Terawattstunden im Jahr, also mehr als zehn Milliarden Kilowattstunden. Damit ist sie der größte einzelne Stromverbraucher Deutschlands.
Warum hat die Bahn ein eigenes Stromnetz?
Aus historischen Gründen fährt die Bahn mit 16,7 Hertz statt der 50 Hertz aus der Steckdose. Dafür betreibt sie ein eigenes Netz von rund 8.000 Kilometern mit eigenen Kraftwerken.
Fährt die Bahn mit Ökostrom?
Der Fernverkehr fährt zu 100 Prozent mit Ökostrom. Im gesamten Bahnverkehr liegt der Anteil bei 42 Prozent und soll bis 2030 auf 70 Prozent steigen.
Ist die Bahn trotz des hohen Verbrauchs sparsam?
Ja. Weil ein Zug Hunderte Menschen gleichzeitig bewegt, ist der Verbrauch pro Person und Kilometer sehr niedrig – deutlich niedriger als beim Auto.
Wie viel Prozent des deutschen Stroms verbraucht die Bahn?
Grob eingeordnet rund zwei Prozent des gesamten deutschen Stromverbrauchs – bemerkenswert für ein einzelnes Unternehmen.
Wann will die Bahn klimaneutral sein?
Bis 2038 will die Deutsche Bahn vollständig mit grünem Strom fahren. Sie ist bereits heute der größte Ökostromnutzer des Landes.

Quellen

Deutsche Bahn: Themendienst Ökostrom und Angaben als „größter Stromverbraucher Deutschlands“ (über 10 TWh, eigenes 16,7-Hz-Netz, 42 → 70 Prozent Ökostrom, 100 Prozent im Fernverkehr); Verivox zum Strommix der Bahn.

Der Anteil von rund zwei Prozent am deutschen Stromverbrauch ist eine grobe Einordnung. Stand: September 2026.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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