Stimmt es, dass…?
„Wo der Fahrdraht endet, fuhr früher nur der Diesel – heute rollt mancher Zug dort lautlos mit dem Akku weiter.“
Stimmt es, dass Züge auch ohne Oberleitung mit Strom fahren?
→ Ein Mythos über den Zug mit der Batterie auf dem Prüfstand.
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Kurz gesagt
Das stimmt. Moderne Batteriezüge fahren auch auf Strecken ohne Oberleitung elektrisch, indem sie einen großen Akku an Bord nutzen. Diesen laden sie unter dem Fahrdraht wieder auf. So können sie den lauten und schmutzigen Dieselzug auf vielen Nebenstrecken ablösen.
Ein elektrischer Zug braucht Strom, und den bezieht er gewöhnlich aus der Oberleitung, die über den Gleisen hängt.
Doch längst nicht jede Strecke hat eine solche Oberleitung, denn ihr Bau ist teuer und lohnt sich nicht überall.
Ob ein Zug deshalb auch ganz ohne Oberleitung elektrisch fahren kann, ist eine überraschend zukunftsweisende Frage.

Das Problem der fehlenden Leitung
Auf vielen ruhigen Nebenstrecken gibt es bis heute keine Oberleitung über den Gleisen.
Der Bau einer solchen Leitung ist teuer und rechnet sich bei wenigen Zügen oft nicht.
Deshalb fuhren auf diesen Strecken über lange Zeit fast nur Züge mit einem eigenen Dieselmotor.
Diese Dieselzüge aber sind laut, stoßen Abgase aus und passen immer weniger in eine saubere Zukunft.

Der Zug mit dem Akku
Die moderne Lösung für dieses Problem ist der Batteriezug, der einen großen Akku an Bord mit sich führt.
Aus diesem Akku bezieht der Zug den Strom für seinen elektrischen Antrieb, auch ohne Oberleitung.
So fährt er auf der Strecke ohne Fahrdraht ebenso leise und sauber wie ein gewöhnlicher elektrischer Zug.
Der Batteriezug verbindet damit die Vorzüge des elektrischen Fahrens mit der Freiheit von der Oberleitung.
Gut zu wissen
Der Batteriezug lädt seinen Akku unter der Oberleitung, wo es sie gibt, und fährt auf dem folgenden Stück ohne Fahrdraht mit dem gespeicherten Strom.
Seine Reichweite ohne Oberleitung ist begrenzt, meist einige Dutzend Kilometer. Für teils elektrifizierte Strecken ist er ideal, für sehr lange ohne Leitung weniger.
Laden unter dem Fahrdraht
Die entscheidende Frage ist natürlich, wie der Akku eines solchen Zuges wieder aufgeladen wird.
Der Trick besteht darin, dass die meisten Strecken zumindest abschnittsweise doch eine Oberleitung haben.
Auf diesen Abschnitten fährt der Zug ganz normal mit dem Strom aus dem Fahrdraht und lädt zugleich seinen Akku.
Auf dem folgenden Stück ohne Leitung zehrt er dann von dem zuvor gespeicherten Strom.
Die begrenzte Reichweite
Wie weit ein Batteriezug ohne Oberleitung fahren kann, hängt von der Größe seines Akkus ab.
Diese Reichweite ist begrenzt und reicht meist für einige Dutzend Kilometer ohne Fahrdraht.
Deshalb eignet sich der Batteriezug vor allem für Strecken, die nur auf einem Teil ihrer Länge ohne Leitung sind.
Für sehr lange Strecken ganz ohne Oberleitung stößt die Technik dagegen an ihre Grenzen.
Das Ende des Dieselzuges
Der Batteriezug gilt als ein wichtiger Weg, die vielen alten Dieselzüge nach und nach abzulösen.
Wo sich der teure Bau einer durchgehenden Oberleitung nicht lohnt, ist er die sauberere Alternative.
Immer mehr Regionen bestellen deshalb solche Batteriezüge für ihre bislang mit Diesel betriebenen Strecken.
So verschwindet der laute und schmutzige Dieselzug allmählich aus dem Bild vieler Nebenbahnen.
Der Wasserstoff als Verwandter
Neben dem Batteriezug gibt es noch eine weitere saubere Lösung für Strecken ohne Oberleitung.
Der Wasserstoffzug erzeugt seinen Strom aus Wasserstoff in einer sogenannten Brennstoffzelle.
Als Abgas stößt er nur reinen Wasserdampf aus und fährt ebenso leise und sauber wie der Batteriezug.
Beide Bauarten wetteifern darum, den alten Dieselzug auf den Nebenstrecken zu ersetzen.
Ein Baustein für saubere Bahnen
Der Batteriezug ist ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu einer vollständig sauberen Bahn.
Er zeigt, dass sich elektrisches Fahren nicht auf die Strecken mit Oberleitung beschränken muss.
So kann die Bahn auch auf ihren vielen ruhigen Nebenstrecken sauber und leise werden.
Der Zug mit dem Akku ist damit ein stilles, aber bedeutsames Stück der Verkehrswende.
Was von dem Mythos übrig bleibt
Am Ende bestätigt sich die zunächst verblüffende Behauptung in vollem Umfang und ganz ohne Übertreibung.
Ja, moderne Züge können tatsächlich auch ohne Oberleitung elektrisch fahren, dank eines großen Akkus an Bord.
Diesen laden sie unter dem Fahrdraht wieder auf und zehren dann auf dem Stück ohne Leitung davon.
Wer das weiß, versteht, wie die Bahn selbst dort sauber werden kann, wo kein Fahrdraht über den Gleisen hängt.
Warum die Bahn den Diesel ablösen will
Der alte Dieselzug verbrennt seinen Kraftstoff an Bord und stößt dabei Abgase in die Luft der Bahnhöfe und Dörfer.
Gerade in engen Bahnhofshallen sammeln sich diese Abgase und belasten die Luft für Reisende wie Personal.
Der Batteriezug dagegen fährt lokal völlig sauber, da er seinen Strom leise aus dem Akku bezieht.
So verbessert der Wechsel vom Diesel zum Akku nicht nur das Klima, sondern auch die Luft unmittelbar vor Ort.
Häufige Fragen
Können Züge ohne Oberleitung elektrisch fahren?
Wie wird der Akku geladen?
Wie weit reicht der Akku?
Warum ist das wichtig?
Gibt es Alternativen?
Weiterfahrt
→ Wie viel Volt hat die Oberleitung? – Strom über dem Zug
→ Wie lang ist das Schienennetz? – wie viel ist elektrifiziert?
