Ortstermin
„Zwischen Dortmund und Hagen liegt eine Stadt, in der das Ruhrgebiet einmal begann – und ihr Bahnhof ist bis heute ein stiller, wichtiger Umsteigepunkt.“
Ortstermin Witten Hauptbahnhof: Wo die Ruhr das Ruhrgebiet betritt
→ Ein Ortstermin am südlichen Rand des Reviers, von allen Seiten betrachtet.
Lesezeit: 9 Minuten · Schalter: Ortstermin
Kurz gesagt
Der Hauptbahnhof von Witten liegt im südlichen Ruhrgebiet an der Ruhr, dort wo einst der Steinkohlenbergbau des Reviers seinen Anfang nahm. Er ist ein Durchgangsbahnhof an der Ruhr-Sieg-Strecke und bindet die rund 96.000 Einwohner zählende Stadt an Dortmund, Hagen und das Sauerland an.
Es gibt Bahnhöfe, die kennt jeder, und es gibt solche, an denen man tausendmal vorbeifährt, ohne je auszusteigen.
Der Hauptbahnhof von Witten gehört zur zweiten Sorte, und das ist schade, denn hier lohnt sich der Blick nach draußen ganz besonders.
Denn diese Stadt an der Ruhr trägt einen Titel, mit dem kaum jemand rechnet: Hier nahm der große Bergbau des Ruhrgebiets seinen Anfang.

Witten in Zahlen
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Lage,Ennepe-Ruhr-Kreis, Nordrhein-Westfalen
Fluss,die Ruhr, die hier das Revier von Süden her betritt
Strecke,Ruhr-Sieg-Strecke sowie Verbindung Dortmund–Hagen
Verkehr,Regional-Express, Regionalbahn und S-Bahn
Besonderheit,Wiege des Ruhrbergbaus im nahen Muttental
Eine Stadt, mit der kaum jemand rechnet
Witten liegt im äußersten Süden des Ruhrgebiets, dort wo die Landschaft schon sanft hügelig wird und der Wald wieder näher rückt.
Rund 96.000 Menschen leben in der Stadt, die zum Ennepe-Ruhr-Kreis gehört und sich an beide Ufer der Ruhr schmiegt.
Wer aus Dortmund kommt, merkt schnell, dass hier ein anderer Teil des Reviers beginnt, grüner und stiller als das Bild, das man vom Ruhrgebiet im Kopf hat.
Der Hauptbahnhof steht am Übergang zwischen der dichten Stadt und dem grünen Ruhrtal und ist damit von Anfang an ein Ort des Wechsels.

Der Bahnhof als Durchgang
Der Hauptbahnhof von Witten ist ein Durchgangsbahnhof, an dem die Gleise geradewegs hindurchführen.
Er liegt an der Ruhr-Sieg-Strecke, die von Essen über Hagen weit hinein ins Sauerland und bis nach Siegen reicht.
Zugleich treffen hier die Verbindungen zusammen, die Witten mit dem großen Knoten Dortmund und mit Hagen verknüpfen.
So ist der Bahnhof weniger ein Ziel als ein Scharnier, an dem sich die Wege der Reisenden kreuzen und wieder trennen.

Tipp für den Besuch
Vom Hauptbahnhof aus ist das Muttental mit der Zeche Nachtigall gut zu erreichen. Der Bergbaurundweg macht die frühe Geschichte des Reviers auf einem Spaziergang erlebbar.
Entlang der Ruhr lädt ein grüner Uferstreifen zum Spazieren und Radfahren ein – ein ruhiger Gegenpol zum geschäftigen Bahnhof.
Regional-Express, Regionalbahn und S-Bahn
Am Bahnsteig halten die Züge des Regional-Expresses, der als Ruhr-Sieg-Express die Strecke in raschem Takt bedient.
Daneben verkehrt die ruhigere Regionalbahn, die auch die kleineren Halte entlang der Ruhr bedient.
Seit einigen Jahren hält in Witten außerdem eine Linie der S-Bahn, die die Stadt enger an das Netz des Reviers bindet.
Damit ist Witten trotz seiner ruhigen Lage erstaunlich gut an die großen Städte der Umgebung angebunden.

Wo das Revier begann
Nur wenige Kilometer vom Bahnhof entfernt liegt das Muttental, ein bewaldetes Seitental der Ruhr.
Hier wurde schon vor Jahrhunderten die Steinkohle abgebaut, die nahe an der Oberfläche lag und leicht zu erreichen war.
Historiker sehen in diesem Tal die Wiege des Ruhrbergbaus, von der aus sich der Kohleabbau über das ganze Revier ausbreitete.
Ein bekannter Bergbaurundweg führt heute durch das Tal und macht diese frühe Geschichte für Besucher wieder greifbar.

Die Zeche Nachtigall
Am Rand des Muttentals liegt die alte Zeche Nachtigall, die heute ein Industriemuseum beherbergt.
Wo einst Bergleute die Kohle aus dem Berg holten, können Besucher heute einen Stollen begehen und die Anfänge des Bergbaus erleben.
Das Museum gehört zu einem Verbund von Industriedenkmälern, der die Geschichte des Reviers an vielen Orten bewahrt.
Vom Bahnhof aus ist dieser Ort ein lohnendes Ziel für alle, die dem Ruhrgebiet unter die Oberfläche schauen wollen.

Die Ruhr und ihre Brücken
Die Ruhr fließt in weiten Bögen durch die Stadt und trennt die nördlichen Viertel von den südlichen.
Mehrere Brücken spannen sich über den Fluss und verbinden die beiden Ufer der Stadt miteinander.
Entlang des Flusses zieht sich ein grüner Streifen aus Wiesen und Wegen, der zum Spazieren und Radfahren einlädt.
So liegt der Bahnhof nicht nur am Rand einer Stadt, sondern auch an einem der schönsten Flussläufe des Reviers.

Eine Universität mitten im Grünen
Witten ist auch Sitz einer Universität, die im Jahr 1983 als erste private Hochschule Deutschlands gegründet wurde.
Die Universität Witten/Herdecke gab der Stadt einen Ruf, der weit über das Ruhrgebiet hinausreicht.
Studierende aus vielen Regionen kommen hierher und beleben die Stadt, die sonst eher ruhig wirkt.
Für den Bahnhof bedeutet das ein stetiges Kommen und Gehen junger Reisender, die zwischen Hörsaal und Heimat pendeln.

Ein Ortstermin, der sich lohnt
Wer in Witten aussteigt, findet keinen prächtigen Kuppelbahnhof, sondern einen nüchternen Durchgangsbahnhof.
Doch was ihn umgibt, macht diesen Nüchternheit mehr als wett: das grüne Ruhrtal, die Wiege des Bergbaus, eine lebendige Universitätsstadt.
Der Bahnhof ist der Schlüssel zu all dem, ein unscheinbares Tor zu einem überraschend vielfältigen Stück Ruhrgebiet.
So bleibt am Ende des Ortstermins der Eindruck, dass sich das Aussteigen hier weit mehr lohnt, als der erste Blick vermuten lässt.


Häufige Fragen
Wo liegt der Hauptbahnhof von Witten?
Welche Züge halten in Witten?
Warum gilt Witten als Wiege des Ruhrbergbaus?
Was kann man in der Nähe des Bahnhofs besichtigen?
Hat Witten eine Universität?
Weiterfahrt
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