Fährt ein Zug bei Nebel langsamer? Der Mythen-Check

Bahn-Slam · Stimmt es, dass …?

„Sehr geehrte Fahrgäste, dichter Nebel draußen – wir fahren trotzdem ganz normal weiter.“

Stimmt es, dass ein Zug bei Nebel langsamer fährt?

→ Autos kriechen, Flüge fallen aus – und der Zug? Der fährt einfach weiter.

Lesezeit: 5 Minuten · Mythen-Check

Kurz gesagt

Nein, in der Regel nicht. Ein Zug fährt nicht auf Sicht, sondern nach Signalen. Ob die Strecke frei ist, sagt ihm die Technik – nicht der Blick durch die Windschutzscheibe. Deshalb bremst Nebel den Zug normalerweise nicht aus.

Bahnstrecke in dunstiger Landschaft
Foto: Dietmar Rabich, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Im Herbst legt sich dichter Nebel übers Land. Autos schleichen, Flugzeuge bleiben am Boden.

Beim Zug erwartet man dasselbe – doch der fährt meist unbeirrt weiter. Warum?

Der Zug fährt nach Signalen

Anders als ein Auto fährt ein Zug nicht „auf Sicht“. Der Lokführer verlässt sich nicht darauf, die Strecke weit vorauszusehen.

Stattdessen sagen ihm Signale entlang der Strecke, ob der Abschnitt vor ihm frei ist. Diese Information ist bei Nebel genauso verlässlich wie bei Sonnenschein.

Warum das sicher ist

Die Strecke ist in Abschnitte eingeteilt. In jedem Abschnitt darf immer nur ein Zug sein. Ein Signal zeigt „frei“ erst, wenn der Abschnitt wirklich leer ist.

Und falls ein Lokführer ein Haltesignal übersieht, greift die automatische Zugsicherung ein. Deshalb darf der Zug auch im dichtesten Nebel sein Tempo halten.

Nebel und Tempo

Signal

statt Sicht

darauf fährt der Zug

1 Zug

pro Abschnitt

so bleibt die Strecke sicher

volles Tempo

auch bei Nebel

im Regelfall

Quellen: Grundlagen der Eisenbahn-Signaltechnik.

Nur besondere Betriebsformen (etwa Fahren auf Sicht) sind eine Ausnahme.

Das Urteil

Stimmt nicht. Nebel bremst den Zug im Normalfall nicht aus.

Weil er nach Signalen fährt und nicht auf Sicht, hält er sein Tempo – anders als Auto und Flugzeug.

Häufige Fragen

Fährt ein Zug bei Nebel wirklich normal weiter?
In der Regel ja. Er orientiert sich an Signalen, nicht an der Sicht des Lokführers. Nebel ändert daran nichts.
Was heißt „nicht auf Sicht fahren“?
Der Lokführer muss die Strecke nicht selbst weit voraussehen. Signale sagen ihm, ob der nächste Abschnitt frei ist – auch bei schlechter Sicht.
Gibt es Ausnahmen?
Ja, etwa beim „Fahren auf Sicht“ in besonderen Situationen oder bei Straßenbahnen. Im normalen Bahnbetrieb aber fährt der Zug nach Signalen.
Warum fallen dann trotzdem manchmal Züge aus?
Meist nicht wegen Nebel, sondern wegen Sturm, Schnee, umgestürzten Bäumen oder Technikproblemen – nicht wegen schlechter Sicht.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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