Wie schwer war der schwerste Zug der Welt?

Zahlen, bitte

„Sehr geehrte Fahrgäste, der folgende Zug wiegt so viel wie ein kleines Kreuzfahrtschiff.“

Wie schwer war der schwerste Zug der Welt?

→ Fast 100.000 Tonnen, 682 Wagen, ein Fahrer: ein Rekord aus der australischen Wüste.

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Kurz gesagt

Der Rekord steht seit 2001: In Westaustralien fuhr ein Erzzug von 99.734 Tonnen – fast 100.000 Tonnen. Er hatte 682 Wagen, war 7,3 Kilometer lang und wurde von acht Loks gezogen. Gesteuert hat ihn ein einziger Mensch.

Am 21. Juni 2001 stellte das Bergbauunternehmen BHP in der Wüste Westaustraliens einen bis heute gültigen Rekord auf: Ein einziger Zug brachte 99.734 Tonnen auf die Schiene.

Die Last war Eisenerz – rund 82.000 Tonnen davon reines Erz.

Fast 100.000 Tonnen – das ist eine Zahl, die jede Vorstellung sprengt.

So viel wiegt ein kleines Kreuzfahrtschiff.

Und all das rollte auf einem einzigen, unvorstellbar langen Zug durch die Einöde.

Der Rekordzug in Zahlen

99.734 t

Gesamtgewicht

fast 100.000 Tonnen

682

Wagen

beladen mit Eisenerz

7,3 km

Länge

gezogen von 8 Loks

Aufgestellt am 21. Juni 2001 vom Bergbauunternehmen BHP in Westaustralien.

Quelle: Guinness-Buch der Rekorde, Betreiberangaben.

Triebwagen der Baureihe 425
Foto: Alf van Beem, CC0, via Wikimedia Commons

Fast 100.000 Tonnen

Solche Gewichte kennt man sonst nur von Schiffen.

Ein normaler europäischer Güterzug wiegt beladen vielleicht 2.000 Tonnen.

Der australische Rekordzug war also rund fünfzigmal so schwer – ein Koloss auf Schienen.

Möglich ist das nur, weil Stahlrad auf Stahlschiene mit extrem wenig Widerstand rollt.

Erst diese geringe Reibung erlaubt es, dass wenige Lokomotiven eine so gigantische Last überhaupt in Bewegung setzen können.

682 Wagen, 7,3 Kilometer

Die Zahlen bleiben schwindelerregend: 682 einzelne Wagen, aneinandergereiht zu einem Zug von 7,3 Kilometern Länge.

Von der Lok bis zum letzten Wagen wäre man zu Fuß fast eine Stunde unterwegs.

Ein solcher Zug fährt nicht einfach an oder hält abrupt.

Beschleunigen und Bremsen müssen extrem behutsam geschehen, damit die Kräfte im kilometerlangen Wagenverband nicht zu Rucken und Reißen führen.

Warum ausgerechnet Australien?

Solche Monsterzüge gibt es fast nur im Bergbau.

In der Pilbara-Region Westaustraliens wird Eisenerz in gewaltigen Mengen abgebaut und über eigene, private Erzbahnen zu den Häfen gefahren.

Dort zählt nur eines: möglichst viel auf einmal transportieren.

Diese „Heavy-Haul“-Bahnen sind speziell für schwerste Lasten gebaut – mit besonders stabilen Gleisen und kräftigen Lokomotiven.

Der Rekordzug war die Spitze dessen, was auf einer solchen Strecke möglich ist.

Ein Fahrer für den Koloss

Das vielleicht Erstaunlichste: Gesteuert wurde der ganze Koloss von einem einzigen Menschen.

Moderne Technik erlaubt es, die acht über den Zug verteilten Loks zentral zu steuern, sodass sie perfekt zusammenarbeiten.

So bewegte ein einziger Fahrer fast 100.000 Tonnen – ein eindrucksvoller Beweis dafür, wie effizient die Eisenbahn schwere Lasten transportiert.

Kein anderes Landverkehrsmittel käme dieser Leistung auch nur nahe.

Museumsloks E 10 und Baureihe 140 in Bochum-Dahlhausen
Foto: Rob Dammers, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Die Physik der schweren Last

Dass ein einziger Zug fast 100.000 Tonnen ziehen kann, verdankt er der Physik der Schiene.

Stahlrad auf Stahlschiene rollt mit extrem geringem Widerstand – ein Bruchteil dessen, was ein Gummireifen auf Asphalt aufbringen muss.

Deshalb kann eine Lok auf der Schiene ein Vielfaches der Last bewegen, die derselbe Motor auf der Straße schaffen würde.

Je schwerer der Zug, desto stärker spielt dieser Vorteil der Bahn seine Kraft aus.

Schwerlastbahnen weltweit

Australien ist nicht allein.

Auch in Nordamerika, in Brasilien und in Südafrika rollen gewaltige Erz- und Kohlezüge, oft mehrere Kilometer lang.

Solche „Heavy-Haul“-Bahnen sind eine eigene Welt der Eisenbahn, weit weg vom Personenverkehr.

Sie alle verbindet dasselbe Ziel: möglichst viel Rohstoff auf einmal vom Bergwerk zum Hafen zu bringen.

Dafür werden Gleise, Wagen und Loks bis an die Grenzen des Machbaren ausgereizt.

Warum es das bei uns nicht gibt

In Europa wären solche Monsterzüge undenkbar.

Unser Netz ist dicht befahren, die Gleise werden von Personen- und Güterzügen geteilt, und die Bahnhöfe und Ausweichgleise sind für kurze Züge gebaut.

Ein 7,3 Kilometer langer Zug würde hier jeden Bahnhof blockieren und den gesamten Verkehr lahmlegen.

In Deutschland sind Güterzüge deshalb auf 740 Meter begrenzt – ein Winzling gegen den australischen Rekordhalter.

So bleibt der schwerste Zug der Welt ein faszinierendes Extrem aus der Wüste – ein Bild dafür, wozu die Schiene fähig ist, wenn nur eines zählt: schiere Masse.

Für die Eisenbahn insgesamt ist dieser Rekord ein starkes Argument: Kein anderes Landverkehrsmittel bringt derartige Lasten so effizient und mit so wenig Personal von A nach B. Was in der Wüste als Extrem erscheint, gilt im Kleinen für jeden Güterzug.

Der schwerste Zug der Welt ist damit nicht nur ein Kuriosum, sondern ein eindrucksvolles Sinnbild für die eigentliche Stärke der Schiene – das Bewegen großer Massen mit minimalem Aufwand.

Zum Staunen

99.734 Tonnen, 682 Wagen, 7,3 Kilometer lang – der schwerste Zug der Welt, aufgestellt 2001 in Westaustralien.

Er war rund fünfzigmal so schwer wie ein normaler europäischer Güterzug.

Gesteuert wurde er von einem einzigen Menschen, der acht Loks zentral bediente.

Häufige Fragen

Wie schwer war der schwerste Zug der Welt?
99.734 Tonnen – fast 100.000 Tonnen. Der Rekord steht seit 2001.
Wo fuhr er?
In der Wüste Westaustraliens, auf einer privaten Erzbahn des Bergbauunternehmens BHP.
Wie lang war er?
7,3 Kilometer, mit 682 Wagen und acht Lokomotiven.
Wie viele Menschen steuerten ihn?
Nur ein einziger. Die acht Loks wurden zentral ferngesteuert.
Warum sind solche Züge in Australien möglich?
Weil dort auf speziellen Heavy-Haul-Erzbahnen möglichst viel Eisenerz auf einmal zum Hafen gebracht wird.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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