Wie lang ist die längste Gerade im Bahnnetz der Welt?

Zahlen, bitte

„Sehr geehrte Fahrgäste, auf der folgenden Strecke gibt es stundenlang keine Kurve.“

Wie lang ist die längste Gerade im Bahnnetz der Welt?

→ 478 Kilometer schnurgerade durch die Wüste: die längste Bahn-Gerade der Welt in Australien.

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Kurz gesagt

Die längste Gerade im Bahnnetz der Welt ist 478 Kilometer lang – ohne eine einzige Kurve. Sie liegt in der australischen Nullarbor-Wüste, auf der Transaustralischen Eisenbahn. Der Zug fährt dort länger geradeaus, als Hamburg von München entfernt ist.

Mitten in Australien, in der flachen, menschenleeren Nullarbor-Wüste, verläuft die Bahn 478 Kilometer schnurgerade.

Kein Hügel, keine Kurve – nur Gleis bis zum Horizont.

Das ist die längste Gerade im Schienennetz der Welt.

Zum Vergleich: Diese Gerade ist länger als die Luftlinie zwischen Hamburg und München.

Wer sie befährt, sitzt stundenlang im Zug, ohne dass sich die Richtung auch nur um ein Grad ändert.

Die längste Gerade der Welt

478 km

ohne Kurve

auf der Transaustralischen Bahn

Nullarbor

Wüste

im Süden Australiens

> HH–M

Vergleich

länger als Hamburg–München

Befahren u. a. vom legendären Fernzug „Indian Pacific“.

Quelle: Betreiberangaben, geografische Daten.

Baureihe 425 auf der Eisenbahnbrücke Neckargemünd
Foto: Radosław Drożdżewski, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

478 Kilometer ohne Kurve

Eine Gerade dieser Länge ist schwer vorstellbar.

In Mitteleuropa windet sich die Bahn ständig um Berge, Flüsse und Städte.

Hier dagegen liegt das Gleis wie mit dem Lineal gezogen in der Landschaft.

Für die Lokführer ist das eine besondere Erfahrung: Man sieht die Schienen bis zum Horizont zusammenlaufen, ohne dass je eine Kurve kommt.

Bei Nacht kann man das ferne Licht eines entgegenkommenden Zuges sehr lange vor der Begegnung erkennen.

Die Strecke ist Teil der Transaustralischen Eisenbahn, die den Osten und Westen des Kontinents verbindet.

Berühmt ist der Fernzug „Indian Pacific“, der auf seiner Reise quer durch Australien auch diese endlose Gerade befährt.

Die Nullarbor-Wüste

Ihren Namen trägt die Nullarbor-Ebene zu Recht: Er bedeutet sinngemäß „kein Baum“

Es ist eine riesige, flache Kalksteinebene, fast ohne Bewuchs und fast ohne Menschen – eine der abgelegensten Gegenden der Erde.

Gerade diese Leere macht die Gerade möglich.

Wo es keine Berge, Täler oder Siedlungen gibt, muss die Bahn keinem Hindernis ausweichen.

Sie kann den direkten, kürzesten Weg nehmen – und der ist eben die Gerade.

Warum so gerade?

Eine gerade Strecke hat handfeste Vorteile.

Sie ist kürzer, spart also Zeit und Energie, und sie erlaubt hohe, gleichmäßige Geschwindigkeiten.

Kurven dagegen zwingen zum Bremsen und belasten Gleis und Fahrzeug.

Wo die Landschaft es zulässt, baut man Bahnstrecken deshalb so gerade wie möglich.

In der Nullarbor-Ebene gab es schlicht keinen Grund, davon abzuweichen – und so entstand die längste Gerade der Welt.

Und in Deutschland?

Solche Dimensionen sind bei uns undenkbar.

Deutschland ist dicht besiedelt und von Mittelgebirgen, Flüssen und Städten durchzogen.

Die Bahn muss ständig Rücksicht nehmen und Bögen fahren.

Die längsten Geraden hierzulande messen nur wenige Dutzend Kilometer, meist in flachen Regionen wie der Norddeutschen Tiefebene.

Von 478 Kilometern am Stück kann man in Europa nur träumen.

Baureihe 120 der DB-Systemtechnik in Dresden
Foto: Henry Mühlpfordt, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Leben an der endlosen Strecke

So leer die Nullarbor-Ebene ist, ganz menschenleer ist die Bahn nicht.

In großen Abständen liegen winzige Siedlungen, oft nur ein paar Häuser für das Bahnpersonal, mit Namen, die kaum jemand kennt.

Sie sind Stützpunkte in der Weite.

Wasser, Treibstoff und Vorräte müssen über weite Strecken herangeschafft werden.

Wer hier arbeitet, lebt in einer der abgeschiedensten Gegenden der Welt – die Bahn ist oft die einzige verlässliche Verbindung zur Außenwelt.

Andere lange Geraden

Lange Geraden gibt es auch anderswo, etwa in den weiten Ebenen der USA, Argentiniens oder Kasachstans.

Doch keine reicht an die australische heran: 478 Kilometer am Stück bleiben unerreicht.

Der Grund ist immer derselbe – flaches, leeres Land ohne Hindernisse.

Nur wo die Natur eine solche Weite bietet, kann der Mensch eine derart lange Gerade bauen.

In gebirgigen oder dicht besiedelten Regionen ist das undenkbar.

Was eine Gerade für den Betrieb bedeutet

Eine so lange Gerade ist Segen und Herausforderung zugleich.

Der Zug kann konstant und energiesparend rollen, doch für die Lokführer wird die Fahrt zur Geduldsprobe: stundenlang dasselbe Bild, keine Kurve, kein Wechsel.

Monotonie kann müde machen, und Müdigkeit ist ein Sicherheitsrisiko.

Deshalb gibt es klare Regeln für Pausen und Ablösungen.

Die endlose Gerade ist eben nicht nur ein Rekord, sondern auch ein besonderer Arbeitsplatz.

Für Bahnfans ist diese Gerade ein Sehnsuchtsort.

Videos aus dem Führerstand, die stundenlang nur schnurgerades Gleis zeigen, haben im Internet ein erstaunlich großes Publikum – gerade weil das Bild so ungewohnt und meditativ ist.

Sie erinnert daran, wie unterschiedlich Eisenbahn weltweit aussieht: hier das enge, kurvige Netz Mitteleuropas, dort die endlose Weite eines ganzen Kontinents auf einem einzigen, schnurgeraden Gleis.

Zum Staunen

478 Kilometer schnurgerade – länger als die Luftlinie Hamburg–München.

Die Nullarbor-Ebene ist eine baumlose Kalksteinwüste im Süden Australiens.

Befahren wird die Strecke unter anderem vom berühmten Fernzug „Indian Pacific“.

Häufige Fragen

Wie lang ist die längste Gerade im Bahnnetz?
478 Kilometer ohne eine einzige Kurve – in der australischen Nullarbor-Wüste.
Wo genau liegt sie?
Auf der Transaustralischen Eisenbahn, die den Osten und Westen Australiens verbindet.
Warum ist sie so gerade?
Weil die Nullarbor-Ebene flach und leer ist. Ohne Hindernisse kann die Bahn den kürzesten, geraden Weg nehmen.
Was ist der Indian Pacific?
Ein berühmter Fernzug, der quer durch Australien fährt und dabei auch diese endlose Gerade befährt.
Gibt es so etwas in Deutschland?
Nein. Deutschland ist zu dicht besiedelt und hügelig; die längsten Geraden messen nur wenige Dutzend Kilometer.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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