Zahlen, bitte
„Für einen kurzen Moment wird es dunkel, die Ohren knacken, und schon ist der Berg durchquert – Tunnel gehören zum Bahnfahren wie die Schienen selbst.“
Wie viele Tunnel hat die Deutsche Bahn?
→ Zahlen rund um die vielen Tunnel unter Bergen und Städten.
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Kurz gesagt
Im Netz der Deutschen Bahn gibt es rund 700 Eisenbahntunnel, die die Züge durch Berge und unter Städte hindurchführen. Der längste von ihnen misst mehr als zehn Kilometer, und mit jeder neuen Schnellfahrstrecke kommen weitere lange Röhren hinzu.
Wenn im Zug für einen Moment das Tageslicht verschwindet und sich die Fenster verdunkeln, durchquert er gerade einen Tunnel.
Viele dieser Tunnel sind so kurz, dass sie kaum auffallen, andere führen minutenlang durch das Innere eines ganzen Gebirges.
Wie viele solcher Röhren das deutsche Bahnnetz durchziehen, ist den meisten Reisenden völlig unbekannt.

Die Tunnel in Zahlen
~700
Eisenbahntunnel
im Netz der DB
>10 km
der längste
auf einer Schnellfahrstrecke
neue
kommen hinzu
mit jeder Schnellfahrstrecke
Angaben gerundet nach Deutscher Bahn; die genaue Zahl verändert sich mit jeder neu gebauten Strecke.
Warum Züge durch Berge fahren
Eine Eisenbahn kann steile Berge nicht einfach hinauf- und wieder hinunterfahren, weil schwere Züge nur geringe Steigungen bewältigen.
Statt sich mühsam über einen Pass zu quälen, führt man die Strecke deshalb lieber auf möglichst gerader Linie durch den Berg hindurch.
Der Tunnel erspart dem Zug den Umweg und die Steigung und lässt ihn stattdessen geradewegs und in gleichbleibender Höhe durch das Gestein fahren.
Gerade im gebirgigen Süden Deutschlands wäre ein leistungsfähiges Bahnnetz ohne diese vielen Tunnel gar nicht denkbar.

Von der kurzen Röhre zum Riesenbau
Die rund siebenhundert Tunnel der Bahn unterscheiden sich in ihrer Länge ganz erheblich voneinander.
Viele sind nur wenige hundert Meter lang und durchstoßen lediglich einen einzelnen Hügel oder eine Geländekante.
Andere dagegen bohren sich über viele Kilometer durch das Herz eines ganzen Gebirges und brauchen zur Durchfahrt mehrere Minuten.
Der längste Eisenbahntunnel im deutschen Netz misst deutlich mehr als zehn Kilometer und liegt auf einer modernen Schnellfahrstrecke.
Gut zu wissen
Der Druck in den Ohren beim Tunnel entsteht, weil der schnelle Zug die Luft zusammenschiebt. Moderne Schnellzüge sind deshalb luftdicht gebaut.
Sehr lange Tunnel haben unterirdische Nothaltestellen mit Fluchtwegen, an denen ein Zug im Notfall geräumt werden kann.
Tunnel für das hohe Tempo
Besonders die schnellen Neubaustrecken für den Fernverkehr sind auf lange Tunnel geradezu angewiesen.
Damit die Züge mit dreihundert Kilometern in der Stunde fahren können, muss die Strecke schnurgerade und ohne enge Kurven verlaufen.
Ein solcher Verlauf lässt sich in bergigem Gelände nur erreichen, indem man die Hindernisse konsequent durchtunnelt.
So kommt es, dass manche moderne Schnellfahrstrecke zu einem großen Teil ihrer Länge unter der Erde verläuft.
Wie ein Tunnel entsteht
Ein Eisenbahntunnel entsteht entweder mit einer gewaltigen Bohrmaschine oder durch das kontrollierte Sprengen des Gesteins.
Die riesigen Tunnelbohrmaschinen fressen sich Meter für Meter durch den Berg und kleiden die Röhre gleich hinter sich mit Beton aus.
Bei der anderen Methode wird das Gestein in kurzen Abschnitten gesprengt, ausgeräumt und anschließend gesichert.
Beide Verfahren sind langwierig und teuer, und der Durchschlag, bei dem sich beide Enden treffen, wird oft gefeiert.
Sicherheit unter der Erde
Ein Tunnel ist ein besonderer Ort, an dem im Notfall keine schnelle Hilfe von außen möglich ist.
Deshalb sind moderne Tunnel mit Fluchtwegen, Notbeleuchtung und teils mit parallelen Rettungsstollen ausgestattet.
Bei sehr langen Tunneln gibt es unterirdische Nothaltestellen, an denen ein Zug im Ernstfall anhalten und geräumt werden kann.
Diese aufwendige Sicherheitsausstattung ist einer der Gründe, warum lange Tunnel so teuer im Bau sind.
Das Knacken in den Ohren
Wer schon einmal mit hohem Tempo in einen Tunnel eingefahren ist, kennt das plötzliche Druckgefühl in den Ohren.
Es entsteht, weil der Zug beim Einfahren die Luft im Tunnel zusammenschiebt und so eine kleine Druckwelle erzeugt.
Moderne Schnellzüge sind deshalb luftdicht gebaut, um diesen Druckwechsel für die Reisenden erträglich zu halten.
Das Knacken in den Ohren ist damit ein spürbarer Beweis für die enorme Geschwindigkeit des Zuges.
Tunnel mitten in der Stadt
Nicht alle Tunnel führen durch Berge, viele verlaufen auch tief unter dem dicht bebauten Zentrum großer Städte.
Dort schaffen sie Platz an der Oberfläche und verbinden Bahnhöfe, ohne dass Gleise die Stadt zerschneiden.
Der Bau solcher Stadttunnel ist besonders heikel, weil über der Röhre Häuser stehen und andere Leitungen verlaufen.
Genau solche unterirdischen Strecken sind das Herz vieler großer Bahnprojekte in den Städten.
Was die Zahl bedeutet
Am Ende steht hinter den rund siebenhundert Tunneln eine ganze verborgene Welt unter der sichtbaren Landschaft.
Sie zeigt, mit welchem Aufwand die Bahn ihre Strecken gerade und eben hält, damit die Züge schnell und sicher rollen.
Jeder dieser Tunnel ist ein Stück Ingenieurskunst, das den Berg bezwingt und doch im Alltag kaum beachtet wird.
Wer das nächste Mal für einen Moment im Dunkeln sitzt, weiß nun, dass er gerade eine dieser stillen Röhren durchquert.
Häufige Fragen
Wie viele Tunnel hat die Deutsche Bahn?
Welcher ist der längste?
Warum fahren Züge überhaupt durch Tunnel?
Warum knacken die Ohren?
Werden neue Tunnel gebaut?
Weiterfahrt
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