Zahlen, bitte!
„Rund 15.000 Volt führt der Draht der Oberleitung – eine gewaltige Spannung, viel höher als im Haus.“
Wie viel Strom hat die Oberleitung?
→ Ein Blick auf die Kraft im Draht.
Lesezeit: 8 Minuten · Schalter: Zahlen, bitte!
Kurz gesagt
Die Oberleitung der Bahn führt eine sehr hohe Spannung, rund 15.000 Volt. Das ist viel mehr als der Strom im Haus, wo es nur 230 Volt sind. Diese gewaltige Kraft treibt die schweren Züge an. Zugleich ist sie sehr gefährlich, weshalb man dem Draht niemals zu nahe kommen darf.
Über vielen Gleisen hängt der Draht der Oberleitung.
Aus ihm holen sich die Züge ihren Strom.
Wie viel Strom in diesem Draht steckt, schauen wir uns an.

Die Oberleitung in Zahlen
~15.000 V
im Fahrdraht
eine hohe Spannung
230 V
im Haus
viel weniger
gefährlich
nie zu nahe
Lebensgefahr
Die Oberleitung der Bahn führt rund 15.000 Volt.
Kraft für die Züge
Ein Zug braucht sehr viel Kraft, um zu fahren.
Diese Kraft holt er sich aus dem Draht über dem Gleis.
Durch den Draht fließt starker elektrischer Strom.
So treibt der Strom die schweren Züge an.

Rund 15.000 Volt
Der Draht führt eine sehr hohe Spannung.
Es sind rund 15.000 Volt.
Das ist eine gewaltige elektrische Kraft.
Nur so kann sie einen ganzen Zug bewegen.
Gut zu wissen
Die Oberleitung der Bahn führt eine sehr hohe Spannung von rund 15.000 Volt. Das ist ein Vielfaches des Stroms im Haus, wo aus der Steckdose nur 230 Volt kommen. Diese gewaltige elektrische Kraft ist nötig, denn nur so lässt sich der Strom über weite Wege leiten, und ein schwerer Zug braucht sehr viel Kraft, um zu fahren.
Eine so hohe Spannung ist zugleich sehr gefährlich, weshalb man dem Draht niemals zu nahe kommen darf, denn schon in der Nähe kann der Strom überspringen. Besonders wichtig ist, niemals auf einen Zug oder einen Mast zu klettern, denn dann trifft einen der überspringende Strom, was Lebensgefahr bedeutet, auch ohne Berührung. Damit im Alltag niemandem etwas passiert, hängt der Draht hoch, rund fünfeinhalb Meter über der Schiene, sodass ihm niemand zu nahe kommt.
Viel mehr als im Haus
Zum Vergleich hilft ein Blick ins Haus.
Aus der Steckdose kommen dort nur 230 Volt.
Die Oberleitung hat also ein Vielfaches davon.
So groß ist der Unterschied.
Warum so hoch?
Die hohe Spannung hat einen guten Grund.
Mit ihr lässt sich der Strom über weite Wege leiten.
Auch braucht ein schwerer Zug viel Kraft.
So ist die hohe Spannung nötig.
Sehr gefährlich
Eine so hohe Spannung ist sehr gefährlich.
Man darf dem Draht niemals zu nahe kommen.
Schon in der Nähe kann der Strom überspringen.
Deshalb ist größte Vorsicht geboten.
Niemals hinaufklettern
Besonders wichtig ist eine Regel für alle.
Man darf niemals auf einen Zug oder einen Mast klettern.
Der Strom springt dann über und trifft einen.
Das ist Lebensgefahr, auch ohne Berührung.
Sicher durch den Abstand
Damit nichts passiert, hängt der Draht hoch.
Er ist rund fünfeinhalb Meter über der Schiene.
So kommt ihm im Alltag niemand zu nahe.
Der Abstand schützt die Menschen.
Gewaltige Kraft im Draht
Am Ende führt die Oberleitung rund 15.000 Volt.
Das ist viel mehr als der Strom im Haus.
Diese Kraft treibt die schweren Züge an.
Zugleich ist sie gefährlich, darum bleibt man ihr fern.
Zum Schluss ein Gedanke
Hinter dieser scheinbar einfachen Frage verbirgt sich ein ganzes Stück der großen, vielfältigen und oft überraschenden Welt der Eisenbahn, das einen zweiten Blick durchaus lohnt.
Wer ein wenig genauer hinschaut, entdeckt hinter der knappen Antwort schnell die spannenden Geschichten, die kluge Technik und die lange Geschichte, die dahinterstehen.
So wird aus einer bloßen Frage am Bahnsteig ein kleines Fenster, das den Blick auf ein ganzes und durchaus faszinierendes Themenfeld der Bahn freigibt.
Gerade bei den vielen Angaben und Annahmen rund um die Bahn lohnt es sich, genau hinzuschauen und das Wahre vom Ungefähren zu trennen.
Denn erst wer die Zusammenhänge kennt, versteht das oft verborgene Geschehen rund um Zug, Gleis und Bahnhof am Ende ein gutes Stück besser als zuvor.
Am besten merkt man sich die einfache und klare Antwort gleich für das nächste Mal, wenn das Gespräch wieder einmal auf dieses schöne Thema kommt.
So kann man manch hartnäckigem Gerücht und mancher liebgewonnenen Halbwahrheit über die Bahn künftig ganz gelassen begegnen.
Und ein wenig gesichertes Wissen über die Bahn macht das Reisen am Ende nicht nur interessanter, sondern auch spürbar entspannter.
Denn wer die Hintergründe kennt, der sieht den vorbeifahrenden Zug und den belebten Bahnhof mit ganz anderen Augen.
So wird aus einer kleinen Frage am Ende ein nützliches Stück Wissen, das einen auf jeder weiteren Reise begleitet.
