Zahlen, bitte
„Sehr geehrte Fahrgäste, von der Hauptstadt in die Landeshauptstadt – in unter vier Stunden.“
Wie lange dauert die Zugfahrt von Berlin nach München?
→ Eine der wichtigsten Achsen des Landes – und wie eine neue Strecke sie verkürzte.
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Kurz gesagt
Der schnellste ICE-Sprinter schafft Berlin–München in rund 3 Stunden und 55 Minuten. Möglich machte das die Schnellfahrstrecke, die im Dezember 2017 eröffnete. Vorher dauerte dieselbe Reise rund sechs Stunden.
Zwischen Berlin und München liegen rund 623 Kilometer Schiene.
Der schnellste ICE-Sprinter bewältigt sie in etwa 3 Stunden und 55 Minuten – mit nur wenigen Halten in Halle, Erfurt und Nürnberg.
Noch 2017 brauchte man für dieselbe Strecke rund sechs Stunden.
Der Sprung unter vier Stunden war ein Meilenstein – und er verschob das Kräfteverhältnis zwischen Zug und Flugzeug auf dieser wichtigen Achse deutlich.
Berlin–München in Zahlen
3 h 55 min
schnellster Sprinter
mit wenigen Halten
623 km
Strecke
quer durch Deutschland
Dez. 2017
neue Trasse
vorher rund 6 Stunden
Halte u. a. in Halle, Erfurt und Nürnberg.
Quelle: Deutsche Bahn.

Unter vier Stunden
Knapp vier Stunden für über 600 Kilometer – das ist eine beachtliche Leistung.
Möglich wird sie durch hohe Geschwindigkeiten von bis zu 300 Stundenkilometern auf den schnellen Abschnitten und durch die geringe Zahl an Halten.
Der ICE-Sprinter hält bewusst nur an wenigen großen Bahnhöfen.
Jeder Halt kostet Zeit fürs Bremsen, Halten und Beschleunigen.
Wer schnell sein will, lässt kleinere Stationen aus – dafür gibt es die langsameren, öfter haltenden Züge.
Die neue Schnellfahrstrecke
Herzstück ist die 2017 eröffnete Schnellfahrstrecke durch den Thüringer Wald, Teil eines der größten Bahnprojekte Deutschlands.
Sie führt über zahllose Brücken und durch lange Tunnel, um eine gerade, schnelle Trasse zu schaffen.
Der Bau dauerte Jahrzehnte und verschlang Milliarden.
Doch das Ergebnis ist beeindruckend: Wo sich die Bahn früher mühsam durch die Mittelgebirge wand, schießt sie heute schnurstracks hindurch – und spart so über zwei Stunden Reisezeit.
Konkurrenz zum Flugzeug
Vier Stunden im Zug oder eine Stunde im Flug plus An- und Abreise, Sicherheitskontrolle und Wartezeit – von Zentrum zu Zentrum ist die Bahn auf dieser Strecke oft konkurrenzfähig.
Seit der Verkürzung sind viele Reisende vom Flug auf den Zug umgestiegen.
Für die Bahn war das ein großer Erfolg.
Auf einer der wichtigsten Verbindungen des Landes konnte sie dem Flugzeug spürbar Marktanteile abnehmen – ein Beleg dafür, wie stark die Reisezeit über die Wahl des Verkehrsmittels entscheidet.
Die Halte unterwegs
Wer die Strecke fährt, merkt schnell: Der Sprinter macht sich rar mit Halten.
Große Knoten wie Halle, Erfurt und Nürnberg werden bedient, kleinere Stationen bewusst ausgelassen.
Das spart wertvolle Minuten.
Nicht jeder Zug auf der Strecke ist so schnell.
Es gibt auch ICE, die öfter halten und mehr Orte anbinden.
Sie brauchen etwas länger, dafür erreichen mehr Menschen ihr Ziel ohne Umweg.
Beides hat seine Berechtigung.
Für die Städte entlang der Strecke war die neue Trasse ein Segen.
Besonders Erfurt rückte plötzlich viel näher an Berlin und München heran.
Die thüringische Landeshauptstadt wurde über Nacht zu einem gut erreichbaren Knotenpunkt.

Ein Bauwerk der Superlative
Die Strecke durch den Thüringer Wald gehört zu den anspruchsvollsten Bauprojekten der deutschen Bahngeschichte.
Damit die Züge schnell und gerade fahren können, musste die Landschaft regelrecht durchstoßen werden.
Kilometerlange Tunnel führen durch die Berge, hohe Brücken überspannen die Täler.
Manche dieser Talbrücken gehören zu den längsten des Landes.
Wer aus dem Fenster schaut, wechselt in Sekunden zwischen Dunkelheit und weitem Blick.
Der Aufwand hat sich gelohnt: Wo die Bahn sich früher langsam durch die Mittelgebirge schlängelte, fährt sie heute geradewegs hindurch.
Genau das macht den Zeitgewinn von über zwei Stunden möglich.
Der Preis der Geschwindigkeit
Schnelligkeit hat ihren Preis.
Der Bau der Schnellfahrstrecke verschlang über Jahrzehnte hinweg viele Milliarden Euro.
Kritiker fragten lange, ob sich der Aufwand lohnt.
Die vollen Züge geben heute eine deutliche Antwort.
Denn die kurze Reisezeit verändert das Reiseverhalten.
Wer früher flog, steigt heute oft in den Zug.
Von Innenstadt zu Innenstadt ist die Bahn kaum langsamer, dafür entspannter – ohne Sicherheitskontrolle und langes Warten am Flughafen.
Auch für die Umwelt ist das ein Gewinn.
Eine Bahnfahrt verursacht deutlich weniger klimaschädliche Abgase als ein Flug.
Jeder Reisende, der vom Flieger auf den Zug umsteigt, entlastet damit auch das Klima.
So ist die Verbindung Berlin–München heute ein Aushängeschild.
Sie zeigt, was moderne Bahn leisten kann, wenn Strecke, Fahrzeuge und Fahrplan zusammenpassen – und macht Lust auf mehr solcher schnellen Verbindungen.
Zum Einordnen
Schnellster Sprinter: rund 3 Stunden 55 Minuten für 623 Kilometer.
Vor der neuen Strecke (Dezember 2017) dauerte die Fahrt rund sechs Stunden.
Von Zentrum zu Zentrum ist die Bahn damit oft konkurrenzfähig zum Flug.
Häufige Fragen
Wie lange dauert Berlin–München mit dem Zug?
Wie lang ist die Strecke?
Warum ging es früher langsamer?
Was hat die Strecke verkürzt?
Lohnt sich der Zug gegenüber dem Flug?
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