Stimmt es, dass…?
„Der Strom in der Oberleitung kommt nicht aus derselben Steckdose wie zu Hause – die Bahn hat ihr eigenes Netz.“
Stimmt es, dass die Bahn ihr eigenes Stromnetz hat?
→ Ein Mythos über den geheimen Strom hinter dem Fahrdraht.
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Kurz gesagt
Das stimmt. Die Bahn betreibt für ihre Züge ein eigenes Stromnetz, das sich vom gewöhnlichen Netz der Haushalte unterscheidet. Dieser Bahnstrom hat sogar eine andere Frequenz. Eigene Kraftwerke und Leitungen sorgen dafür, dass er stets in ausreichender Menge zur Verfügung steht.
Der Strom, mit dem die elektrischen Züge fahren, kommt aus der Oberleitung über den Gleisen.
Man könnte meinen, dieser Strom stamme einfach aus demselben Netz, das auch die Häuser versorgt.
Ob die Bahn in Wahrheit ihr eigenes Stromnetz betreibt, ist eine überraschend aufschlussreiche Frage.

Ein Netz nur für die Züge
Tatsächlich betreibt die Bahn für ihre Züge ein eigenes, gesondertes Stromnetz.
Dieses Netz ist vom gewöhnlichen Netz getrennt, das die Haushalte und Betriebe versorgt.
Es dient allein dazu, die elektrischen Züge über die Oberleitung mit Strom zu speisen.
So hat die Bahn ihre Stromversorgung weitgehend in die eigenen Hände genommen.

Ein Strom mit anderer Frequenz
Das Besondere am Bahnstrom ist, dass er sich vom gewöhnlichen Strom grundlegend unterscheidet.
Der Strom aus der Steckdose zu Hause schwingt mit einer bestimmten, festen Frequenz.
Der Bahnstrom dagegen schwingt mit einer ganz anderen, deutlich niedrigeren Frequenz.
Diese Besonderheit hat historische Gründe und reicht bis in die Anfänge der elektrischen Bahn zurück.
Gut zu wissen
Der Bahnstrom hat eine andere, niedrigere Frequenz als der Strom aus der Steckdose zu Hause. Das hat historische Gründe und reicht bis in die Anfänge der elektrischen Bahn zurück.
Die Bahn betreibt eigene Kraftwerke und Leitungen und wandelt zusätzlich Strom aus dem öffentlichen Netz in Bahnstrom um. Ein wachsender Teil stammt aus sauberen Quellen wie Wind und Wasser.
Warum eine eigene Frequenz
Dass die Bahn eine eigene Frequenz nutzt, entschied sich vor über hundert Jahren.
Damals ließen sich die Motoren der Loks mit dieser niedrigeren Frequenz besser steuern.
Einmal eingeführt, blieb diese Frequenz für das ganze Netz der Bahn bestehen.
So trägt der Bahnstrom bis heute die Spuren einer frühen technischen Entscheidung.
Eigene Kraftwerke und Leitungen
Damit stets genug Bahnstrom zur Verfügung steht, betreibt die Bahn eigene Kraftwerke.
Zusätzlich bezieht sie Strom aus dem gewöhnlichen Netz und wandelt ihn in Bahnstrom um.
Über eigene Leitungen wird dieser Strom durch das ganze Land zu den Strecken geführt.
So entsteht ein gewaltiges Netz allein für die Versorgung der Züge mit Energie.
Die Umformung des Stroms
An besonderen Anlagen wird der gewöhnliche Strom in den Bahnstrom umgewandelt.
Diese Umformer- und Umrichterwerke passen die Frequenz und die Spannung an die Bahn an.
So kann die Bahn auch den Strom aus dem öffentlichen Netz für ihre Zwecke nutzen.
Dieses Zusammenspiel macht die Versorgung mit Bahnstrom besonders sicher und stabil.
Strom aus sauberen Quellen
Ein wachsender Teil des Bahnstroms stammt heute aus erneuerbaren, sauberen Quellen.
Wind- und Wasserkraft speisen zunehmend in das Netz der Bahn ein.
Je sauberer dieser Strom wird, desto klimafreundlicher wird zugleich das Fahren mit der Bahn.
So arbeitet die Bahn daran, ihren eigenen Strom immer umweltfreundlicher zu gewinnen.
Ein Netz über dem Netz
Für die Reisenden bleibt dieses gewaltige eigene Stromnetz meist völlig unsichtbar.
Und doch spannt es sich als eigenes Netz über das ganze Land, parallel zu den Gleisen.
Nur die Fachleute der Bahn wachen über die stete und sichere Versorgung der Züge.
So verbirgt sich hinter dem schlichten Fahrdraht ein ganzes eigenes Reich der Energie.
Was von dem Mythos übrig bleibt
Am Ende bestätigt sich die Behauptung in vollem Umfang und ganz ohne Einschränkung.
Ja, die Bahn betreibt für ihre Züge ein eigenes Stromnetz mit sogar eigener Frequenz.
Eigene Kraftwerke, Umformer und Leitungen sorgen für die stete Versorgung mit Bahnstrom.
Wer das weiß, sieht in dem unscheinbaren Draht über den Gleisen ein ganzes verborgenes Netz.
Das Netz aus Masten und Drähten
Der Bahnstrom fließt nicht nur durch die Oberleitung über den Gleisen, sondern durch ein ganzes eigenes Netz.
Hohe Masten tragen die Leitungen, die den Strom über weite Strecken durch das Land führen.
Von diesen Leitungen aus wird der Strom an vielen Stellen in die Oberleitungen eingespeist.
So spannt sich über dem Land ein zweites Netz allein für die Versorgung der Züge.
Nur wenige Reisende ahnen, dass neben den Gleisen ein ganzes eigenes Stromreich verläuft.
Häufige Fragen
Hat die Bahn wirklich ihr eigenes Stromnetz?
Was ist am Bahnstrom besonders?
Warum eine eigene Frequenz?
Woher kommt der Bahnstrom?
Ist der Bahnstrom umweltfreundlich?
Weiterfahrt
→ Steht die Oberleitung unter Strom? – Gefahr über den Gleisen
→ Wie viel Volt hat die Oberleitung? – die Spannung im Draht
