Sollte mehr Güterverkehr auf die Schiene verlagert werden?

Standpunkt

„Jeder Güterzug ersetzt viele Lastwagen – doch die Schiene reicht nicht bis vor jede Fabriktür.“

Sollte mehr Güterverkehr auf die Schiene verlagert werden?

→ Ein Standpunkt über die Frage, wie die Waren des Landes reisen sollen.

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Worum es geht

Mehr Güterverkehr auf der Schiene würde die Straßen entlasten und dem Klima nutzen, denn ein Güterzug ersetzt viele Lastwagen. Doch die Schiene ist weniger flexibel und reicht nicht bis vor jede Tür. Ob sich mehr verlagern lässt, ist eine Abwägung zwischen dem Nutzen für die Umwelt und den Grenzen der Schiene.

Auf den Autobahnen des Landes reihen sich die Lastwagen oft zu langen, dichten Kolonnen.

Viele dieser Waren könnten grundsätzlich auch mit dem Güterzug auf der Schiene reisen.

Ob mehr Güterverkehr von der Straße auf die Schiene gehört, ist eine Frage von großer Tragweite.

Bahnhof Weilheim RE
Foto: Flummi-2011, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Die Last auf den Straßen

Ein sehr großer Teil aller Waren wird heute mit dem Lastwagen über die Straße befördert.

Die Folge sind volle Autobahnen, verstopfte Straßen und eine hohe Belastung für die Umwelt.

Jeder Lastwagen stößt Abgase aus und trägt zum Verschleiß der Straßen bei.

Angesichts dieser Last wächst der Wunsch, mehr Güter auf die Schiene zu verlagern.

RB16 nach Nürnberg, DBAG 445 102 (Twindexx) @ München Hbf
Foto: Robot8A, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Der Vorteil des Güterzuges

Ein einziger Güterzug kann die Ladung vieler Dutzend Lastwagen auf einmal befördern.

Er verbraucht dabei je Tonne deutlich weniger Energie und stößt weniger schädliches Gas aus.

Zudem entlastet jeder Güterzug die Straßen und macht sie für alle sicherer.

So verspricht die Verlagerung auf die Schiene einen doppelten Gewinn für Umwelt und Verkehr.

Der Gewinn für das Klima

Besonders mit Blick auf das Klima ist die Schiene dem Lastwagen deutlich überlegen.

Ein elektrischer Güterzug fährt mit Strom, der zunehmend aus sauberen Quellen stammt.

Je mehr Güter auf die Schiene wechseln, desto weniger schädliches Gas gelangt in die Luft.

So ist die Verlagerung des Güterverkehrs ein wichtiger Baustein für den Schutz des Klimas.

Das Problem der letzten Meile

Doch die Schiene hat einen entscheidenden Nachteil gegenüber dem Lastwagen.

Ein Gleis reicht nicht bis vor jede Fabrik, jedes Lager und jedes Geschäft.

Die Ware muss deshalb am Ende oft doch mit dem Lastwagen von der Bahn zum Ziel gebracht werden.

Diese letzte Meile auf der Straße macht die Schiene für manche Wege umständlich.

Die Frage der Flexibilität

Der Lastwagen ist zudem weit flexibler, als es der Güterzug jemals sein kann.

Er fährt jederzeit los, nimmt jede Straße und erreicht unmittelbar jedes Ziel.

Der Güterzug dagegen ist an die Gleise, den Fahrplan und die Rangierbahnhöfe gebunden.

Für kleine Mengen und eilige Waren ist der Lastwagen deshalb oft die praktischere Wahl.

Wo die Schiene glänzt

Ihre Stärke spielt die Schiene vor allem bei großen Mengen über weite Strecken aus.

Wenn viel Ladung von einem großen Ort zu einem anderen soll, ist der Güterzug unschlagbar.

Rohstoffe, Container und ganze Wagenladungen reisen so besonders günstig und sauber.

Für diese Aufgaben ist die Schiene dem Lastwagen klar überlegen.

Das Zusammenspiel beider

Am klügsten ist es, Schiene und Straße nicht gegeneinander, sondern miteinander zu nutzen.

Die weite Strecke übernimmt der Güterzug, die letzte Meile der Lastwagen.

So verbindet man die Vorzüge beider Verkehrsmittel zu einer sinnvollen Kette.

Für dieses Zusammenspiel braucht es gute Umschlagplätze, an denen die Ware bequem wechselt.

Eine Abwägung mit Augenmaß

Am Ende steht die Frage zwischen dem großen Nutzen der Schiene und ihren praktischen Grenzen.

Für viele Wege über weite Strecken ist die Verlagerung auf die Schiene ein klarer Gewinn.

Für die feine Verteilung in der Fläche aber bleibt der Lastwagen vorerst unverzichtbar.

So gilt es, so viel wie sinnvoll auf die Schiene zu bringen, ohne das Mögliche zu überschätzen.

Pro und Contra

Dafür

+  Ein Güterzug ersetzt viele Lastwagen und entlastet damit die Straßen.

+  Die Schiene ist je Tonne deutlich sparsamer und klimafreundlicher als der Lastwagen.

+  Weniger Lastwagen bedeuten sicherere Straßen und weniger Abgase.

+  Bei großen Mengen über weite Strecken ist der Güterzug unschlagbar.

Dagegen

  Ein Gleis reicht nicht bis vor jede Tür, die letzte Meile bleibt der Straße.

  Der Lastwagen ist flexibler und erreicht unmittelbar jedes Ziel.

  Für kleine Mengen und eilige Waren ist die Schiene oft umständlich.

  Der Güterzug ist an Gleise, Fahrplan und Rangierbahnhöfe gebunden.

Gut zu wissen

Am wirkungsvollsten ist das Zusammenspiel beider Verkehrsmittel: Die weite Strecke übernimmt der Güterzug, die feine Verteilung bis zum Ziel der Lastwagen. Dafür braucht es gute Umschlagplätze, an denen die Ware bequem von der Schiene auf die Straße wechselt.

Ein erklärtes Ziel

Die Verlagerung von Gütern auf die Schiene ist längst ein erklärtes Ziel vieler Verantwortlicher.

Man verspricht sich davon weniger Lastwagen, sauberere Luft und einen Beitrag zum Schutz des Klimas.

Damit das gelingt, muss die Schiene für den Güterverkehr jedoch attraktiver und leistungsfähiger werden.

Neue Gleise, moderne Umschlagplätze und ein verlässlicher Betrieb sind dafür die Voraussetzung.

So bleibt die Verlagerung ein großes Ziel, das nur mit Geduld und Investitionen zu erreichen ist.

Unterm Strich

Ob mehr Güterverkehr auf die Schiene gehört, lässt sich nicht mit einem schlichten Ja oder Nein beantworten.

Für viele Wege über weite Strecken ist die Verlagerung ein großer Gewinn für Umwelt und Verkehr.

Für die feine Verteilung in der Fläche aber bleibt der Lastwagen vorerst unverzichtbar.

Der klügste Weg liegt im Zusammenspiel beider, damit jede Ware auf dem für sie besten Weg reist.

Weiterfahrt

Wie lang ist ein Güterzug? – die Kraft der Schiene

Was ist ein Rangierbahnhof? – das Herz des Güterverkehrs

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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