Bahntickets ohne Mehrwertsteuer? Pro und Contra

Bahn-Slam · Standpunkt

„Sehr geehrte Fahrgäste, ein Teil Ihres Ticketpreises ist Steuer. Sollte das so bleiben?“

Bahntickets ohne Mehrwertsteuer?

→ Seit 2020 sind Ferntickets steuerlich begünstigt. Sollte die Steuer ganz fallen?

Lesezeit: 7 Minuten · Preise & Politik

Worum es geht

Auf Fernverkehrstickets wurde die Mehrwertsteuer 2020 von 19 auf 7 Prozent gesenkt, damit Bahnfahren günstiger und klimafreundlicher wird als Fliegen. Manche fordern den nächsten Schritt: gar keine Mehrwertsteuer mehr auf Bahntickets. Die Frage: Sollte der Staat Bahnfahren steuerfrei stellen?

In jedem Bahnticket steckt ein Stück Steuer. Seit 2020 ist es im Fernverkehr weniger geworden.

Die Idee dahinter: Bahnfahren soll billiger und damit attraktiver werden – gerade gegenüber dem Flugzeug.

Manche wollen noch weiter gehen und die Steuer ganz streichen. Wäre das klug?

Fahrkartenautomat der Bahn
Foto: Kritzolina, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Was schon passiert ist

2020 senkte der Staat die Mehrwertsteuer auf Fernverkehrstickets von 19 auf 7 Prozent. Die Bahn gab die Senkung an die Kunden weiter.

Das machte viele Fahrten spürbar günstiger – ein bewusster Anreiz, öfter die Bahn zu nehmen.

Das Argument fürs Nullkommanull

Fliegen ist steuerlich oft im Vorteil: Auf internationalen Flügen fällt keine Kerosinsteuer an, Tickets sind teils steuerfrei.

Warum also, fragen Befürworter, nicht die klimafreundliche Bahn ganz von der Steuer befreien?

Die Argumente

Dafür

+  Günstiger: Ohne Steuer würden Bahntickets noch einmal billiger – ein direkter Anreiz umzusteigen.

+  Klimasignal: Der Staat würde klarmachen, dass er die umweltfreundliche Bahn bevorzugt.

+  Fairness: Solange Flüge steuerlich begünstigt sind, wäre eine steuerfreie Bahn ein Ausgleich.

+  Einfachheit: Kein Steueranteil im Preis macht die Kalkulation für alle klarer.

Dagegen

  Weniger Staatsgeld: Die Steuer bringt Einnahmen, die dann anderswo fehlen – auch bei der Bahn selbst.

  Kleiner Effekt: Der Preisunterschied ist am Ende oft gering und ändert die Verkehrsmittelwahl kaum.

  Direkter investieren: Das Geld könnte gezielter in Netz und Pünktlichkeit fließen als in einen Steuerrabatt.

  Regeln: Steuersätze sind auch europäisch eingebettet und nicht beliebig zu ändern.

Wie viel Steuer steckt im Ticket?

Auf Fahrkarten im Nahverkehr galt schon lange der ermäßigte Satz von 7 Prozent. Seit 2020 gilt dieser reduzierte Satz auch für den Fernverkehr (ICE, IC) – vorher waren es 19 Prozent. Diese Senkung hat Fernfahrten günstiger gemacht. Ganz ohne Mehrwertsteuer sind Bahntickets bislang nicht; das wäre der nächste, politisch umstrittene Schritt.

Und nun?

Die niedrige Mehrwertsteuer auf Bahntickets war richtig – sie macht das klimafreundliche Verkehrsmittel günstiger.

Die Steuer ganz zu streichen, klingt verlockend, bringt aber unterm Strich wenig für den Preis und kostet den Staat viel.

Sinnvoller ist ein Doppelschritt: den niedrigen Steuersatz sichern und zugleich das Fliegen fair besteuern. Dann stimmt das Verhältnis – und das Geld kann in eine bessere, pünktlichere Bahn fließen, statt nur den Ticketpreis minimal zu drücken.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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