Autoreisezüge zurückbringen? Pro und Contra

Bahn-Slam · Standpunkt

„Sehr geehrte Fahrgäste, früher konnten Sie hier Ihr Auto aufladen und verschlafen nach Süden reisen.“

Autoreisezüge zurückbringen?

→ Abends das Auto aufladen, morgens ausgeruht am Urlaubsort – eine Idee mit Comeback-Potenzial?

Lesezeit: 7 Minuten · Reise & Komfort

Worum es geht

Im Autoreisezug konnte man sein Auto auf die Bahn verladen und selbst im Schlafwagen mitfahren – über Nacht quer durch Europa. Die Deutsche Bahn stellte ihre Autozüge 2016 ein; heute fahren nur noch einzelne private Anbieter. Mit der Sehnsucht nach Nachtzügen und klimafreundlichem Reisen stellt sich die Frage: Sollte die Bahn wieder Autoreisezüge anbieten?

Die Vorstellung ist verlockend: Man fährt abends zum Terminal, gibt das Auto ab, legt sich schlafen – und wacht am Mittelmeer wieder auf.

Genau das war der Autoreisezug. Die Deutsche Bahn hat ihn 2016 aufgegeben.

Im Zeitalter von Klimadebatte und Nachtzug-Comeback fragen sich viele: War das ein Fehler?

Autoreisezug-Terminal mit Verladung
Foto: Bvcmz248.5, CC0, via Wikimedia Commons

Was der Autozug war

Beim Autoreisezug wird das eigene Auto auf spezielle Wagen verladen, während die Reisenden im Sitz- oder Schlafwagen mitfahren.

So spart man die lange, anstrengende Fahrt über die Autobahn – und hat am Ziel trotzdem das eigene Auto dabei.

Warum die Bahn ausstieg

Die DB stellte ihre Autozüge 2016 ein: zu teuer, zu wenig ausgelastet, alte Technik.

Geblieben sind einige private Anbieter, die einzelne Strecken bedienen. Ein flächendeckendes Netz gibt es nicht mehr.

Die Argumente

Dafür

+  Entspannt reisen: Schlafen statt stundenlang selbst zu fahren – gerade für weite Urlaubsfahrten.

+  Klimavorteil: Die lange Strecke auf der Schiene ist klimafreundlicher als die Fahrt mit dem eigenen Auto.

+  Nachtzug-Synergie: Autozüge passen gut zum Comeback der Nachtzüge – beides bedient denselben Wunsch.

+  Auto am Ziel: Man hat trotzdem das eigene Fahrzeug dabei, anders als bei reiner Bahnreise.

Dagegen

  Unwirtschaftlich: Genau daran scheiterte die DB – die Züge waren zu teuer und zu leer.

  Aufwendige Technik: Es braucht spezielle Verladeterminals und Wagen, nur an wenigen Orten.

  Geringe Nachfrage: Viele fahren lieber durch oder fliegen; die Zielgruppe ist klein.

  Langsame Verladung: Auf- und Abladen kostet Zeit und Personal an beiden Enden.

Autozug heute

Die Deutsche Bahn bietet keine eigenen Autoreisezüge mehr an. Einige private Anbieter betreiben aber weiterhin einzelne Verbindungen, etwa aus dem Norden Richtung Alpen und Mittelmeer. Wer sein Auto mit der Bahn transportieren will, muss früh buchen und mit begrenzten Strecken rechnen. Eine Alternative ist, vor Ort ein Auto zu mieten und die Hinreise komplett per Nacht- oder Fernzug zu machen.

Und nun?

Ein flächendeckendes Autozug-Netz wird so schnell nicht zurückkommen – die Wirtschaftlichkeit war schon einmal das Problem.

Aber pauschal abschreiben sollte man die Idee nicht.

Im Verbund mit dem Nachtzug-Comeback und mit moderner Technik könnten gezielte Autozug-Verbindungen auf beliebten Urlaubsrouten durchaus sinnvoll sein. Nicht überallhin – aber dorthin, wo viele Menschen ohnehin mit dem Auto in den Urlaub fahren.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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