Sollte es an jedem Bahnhof Personal geben?

Standpunkt

„Ein freundlicher Mensch am Schalter gibt Sicherheit – doch an vielen kleinen Halten steht heute nur noch ein Automat.“

Sollte es an jedem Bahnhof Personal geben?

→ Ein Standpunkt über die Frage, ob der Bahnhof ein Gesicht braucht.

Lesezeit: 8 Minuten · Schalter: Standpunkt

Worum es geht

Personal am Bahnhof gibt Auskunft, hilft und schafft ein Gefühl der Sicherheit. Doch an vielen kleinen Halten mit wenigen Reisenden ist eine ständige Besetzung teuer. Ob jeder Bahnhof Personal braucht, ist eine Abwägung zwischen dem menschlichen Service und den begrenzten Mitteln.

An einem großen Bahnhof findet man Menschen, die Auskunft geben, Fahrkarten verkaufen und helfen.

An vielen kleinen Halten dagegen steht heute nur noch ein Automat, und weit und breit ist kein Mensch zu sehen.

Ob wirklich jeder Bahnhof sein eigenes Personal haben sollte, ist eine Frage, die viele Reisende bewegt.

VT 628 am Hausbahnsteig Gleis 1
Foto: Haxpointner, CC0, via Wikimedia Commons

Der Mensch am Bahnhof

Über lange Zeit gehörte zu jedem Bahnhof ein Mensch, der dort Dienst tat.

Er verkaufte die Fahrkarten, gab Auskunft und sorgte für einen geregelten Ablauf.

Für die Reisenden war er ein vertrauter Ansprechpartner bei allen Fragen und Sorgen.

So hatte jeder Bahnhof gewissermaßen ein Gesicht und eine helfende Hand.

DB BR 185 254 0 Güterzug Kesselwagen (DE) Treuchtlingen 20.04.2014 ()
Foto: HintenRum, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Der Automat an seiner Stelle

An vielen kleinen Bahnhöfen ist an die Stelle des Menschen längst ein Automat getreten.

Aus ihm zieht man seine Fahrkarte, ganz ohne den Umweg über einen Schalter.

Das spart der Bahn die Kosten für das Personal an wenig genutzten Halten.

Doch der Automat kann nur verkaufen, nicht aber zuhören, helfen und beruhigen.

Auskunft und Hilfe

Ein großer Vorzug des Personals ist die Auskunft, die es den Reisenden geben kann.

Wer sich nicht auskennt, findet bei einem Menschen rasch Rat und Hilfe.

Gerade ältere Reisende oder Ortsfremde sind für einen freundlichen Ansprechpartner dankbar.

Ein Automat dagegen lässt viele Fragen unbeantwortet und manchen Reisenden ratlos zurück.

Ein Gefühl der Sicherheit

Über die reine Auskunft hinaus schafft Personal am Bahnhof ein Gefühl der Sicherheit.

Ein Bahnhof, an dem ein Mensch Dienst tut, wirkt belebt und einladend.

Ein menschenleerer Halt dagegen kann besonders am Abend unheimlich und verlassen wirken.

So trägt das Personal auch dazu bei, dass sich die Reisenden wohl und sicher fühlen.

Die Frage der Kosten

Gegen Personal an jedem Bahnhof spricht vor allem die Frage der Kosten.

Einen Menschen ständig an einem Bahnhof zu beschäftigen, ist teuer.

An einem kleinen Halt mit nur wenigen Reisenden am Tag lohnt sich dieser Aufwand kaum.

So muss die Bahn abwägen, wo sich der Einsatz von Personal wirklich rechnet.

Große und kleine Bahnhöfe

An den großen Bahnhöfen mit vielen tausend Reisenden ist Personal ohne Frage sinnvoll.

Dort gibt es genug zu tun, und die vielen Menschen brauchen Auskunft und Hilfe.

An einem winzigen Halt auf dem Land dagegen wäre ein ständiger Dienst kaum ausgelastet.

So richtet sich die Frage nach dem Personal stark nach der Größe des Bahnhofs.

Hilfe auch aus der Ferne

Wo kein Mensch vor Ort ist, versucht die Bahn zunehmend, aus der Ferne zu helfen.

An vielen Automaten und Säulen gibt es einen Knopf, über den man mit einem Menschen sprechen kann.

So bekommt der Reisende auch an einem unbesetzten Halt eine Stimme, die ihm hilft.

Das ersetzt den Menschen vor Ort nicht ganz, mildert aber seinen Verlust.

Eine Abwägung mit Augenmaß

Am Ende steht die Frage zwischen dem menschlichen Service und den begrenzten Mitteln.

An großen Bahnhöfen ist Personal unverzichtbar und sollte selbstverständlich sein.

An winzigen Halten dagegen ist ein ständiger Dienst kaum zu rechtfertigen.

So gilt es, mit Augenmaß dort Personal einzusetzen, wo es den Menschen am meisten nützt.

Pro und Contra

Dafür

+  Personal gibt Auskunft und hilft, gerade älteren und ortsfremden Reisenden.

+  Ein besetzter Bahnhof wirkt belebt und schafft ein Gefühl der Sicherheit.

+  Ein Mensch kann zuhören und beruhigen, ein Automat kann das nicht.

+  Ein Bahnhof mit einem Gesicht ist einladender als ein menschenleerer Halt.

Dagegen

  Personal an jedem Halt ist teuer und an kleinen Bahnhöfen kaum ausgelastet.

  An winzigen Halten mit wenigen Reisenden lohnt sich der Aufwand kaum.

  Automaten übernehmen den Verkauf der Fahrkarten günstiger.

  Hilfe aus der Ferne über eine Sprechsäule mildert den Verlust des Personals.

Praktischer Tipp

An vielen unbesetzten Bahnhöfen gibt es an den Automaten oder an einer Säule einen Knopf, über den man mit einem Menschen sprechen kann. Wer nicht weiterweiß, findet so auch ohne Personal vor Ort rasch Hilfe und Auskunft.

Der Wandel über die Jahre

Der Rückzug des Personals von den kleinen Bahnhöfen vollzog sich über viele Jahre hinweg.

Früher hatte fast jeder noch so kleine Halt seinen eigenen Bahnhofsvorsteher.

Mit dem Aufkommen der Automaten und der Technik wurden diese Stellen nach und nach abgebaut.

So verschwand allmählich ein vertrautes Bild, das über Generationen zum Bahnhof gehört hatte.

Die Bahnhofsmission als Helfer

Wo das Personal der Bahn fehlt, springt an manchen großen Bahnhöfen eine andere Hilfe ein.

Die Bahnhofsmission ist eine Einrichtung, die Reisenden in Not mit Rat und Tat zur Seite steht.

Ihre Mitarbeiter helfen beim Umsteigen, geben Auskunft und kümmern sich um Menschen in Schwierigkeiten.

So gibt es an vielen Bahnhöfen neben der Bahn noch weitere helfende Hände für die Reisenden.

Unterm Strich

Ob jeder Bahnhof Personal braucht, lässt sich nicht mit einem schlichten Ja beantworten.

An großen Bahnhöfen ist der Mensch unverzichtbar und sollte selbstverständlich sein.

An winzigen Halten dagegen ist ein ständiger Dienst kaum zu rechtfertigen.

Der klügste Weg liegt darin, Personal dort einzusetzen, wo es den Reisenden am meisten nützt, und anderswo aus der Ferne zu helfen.

Weiterfahrt

Sollte jeder Bahnhof barrierefrei sein? – ein verwandter Streit

Was ist die Bahnhofsmission? – Hilfe am Bahnhof

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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