Gleiswechselbetrieb: Wenn Züge auf dem falschen Gleis fahren

Ich verstehe nur Bahnhof

„Sonst hat jedes Gleis seine feste Richtung – doch manchmal fährt der Zug bewusst auf der falschen Seite.“

Gleiswechselbetrieb: Wenn Züge auf dem falschen Gleis fahren

→ Alles über das Fahren auf dem entgegengesetzten Gleis.

Lesezeit: 8 Minuten · Bahn-Lexikon

Kurz gesagt

Beim Gleiswechselbetrieb darf ein Zug auf einer zweigleisigen Strecke auch auf dem Gleis fahren, das sonst der Gegenrichtung vorbehalten ist. Das braucht man vor allem bei Bauarbeiten, wenn ein Gleis gesperrt ist. Besondere Signale für beide Richtungen machen das sicher.

Auf einer zweigleisigen Strecke hat gewöhnlich jedes der beiden Gleise seine feste Fahrtrichtung.

Auf dem einen fahren die Züge hin, auf dem anderen zurück, sauber getrennt und geordnet.

Doch manchmal fährt ein Zug bewusst auf dem eigentlich falschen Gleis, und das nennt man Gleiswechselbetrieb.

DB BR 185 254 0, Güterzug Freight train (DE) Treuchtlingen 20.04.2014 ()
Foto: HintenRum, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Jedes Gleis hat seine Richtung

Auf den meisten zweigleisigen Strecken ist jedem Gleis eine feste Richtung zugeordnet.

Auf dem rechten Gleis fahren die Züge in die eine, auf dem linken in die andere Richtung.

Diese klare Trennung sorgt dafür, dass sich zwei Züge niemals frontal begegnen.

So ist der gewöhnliche Betrieb auf zwei Gleisen einfach und sehr sicher geregelt.

Schwarzwaldbahn Güterzug
Foto: Reinhard Dietrich, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

Das Fahren auf dem Gegengleis

Beim Gleiswechselbetrieb wird diese feste Zuordnung vorübergehend aufgehoben.

Ein Zug darf dann auch auf dem Gleis fahren, das sonst der Gegenrichtung vorbehalten ist.

Er fährt also gewissermaßen auf der falschen Seite, aber mit voller Absicht und Erlaubnis.

Damit das sicher bleibt, gelten dabei besondere und strenge Regeln.

Gut zu wissen

Beim Gleiswechselbetrieb fährt ein Zug auf dem Gleis, das sonst der Gegenrichtung vorbehalten ist. Besondere Signale für beide Richtungen und eine strenge Sicherung sorgen dafür, dass sich nie zwei Züge begegnen.

Am häufigsten braucht man ihn bei Bauarbeiten, wenn ein Gleis gesperrt ist. Fährt der eigene Zug auf der ungewohnten Seite, wird meist gerade gebaut.

Wozu das gebraucht wird

Am häufigsten braucht man den Gleiswechselbetrieb bei Bauarbeiten an der Strecke.

Ist eines der beiden Gleise gesperrt, weil dort gearbeitet wird, bleibt nur das andere übrig.

Dann müssen beide Richtungen sich das eine verbliebene Gleis teilen.

Der Gleiswechselbetrieb macht es möglich, dass die Züge trotzdem in beide Richtungen fahren.

Signale für beide Richtungen

Damit das Fahren auf dem Gegengleis sicher ist, braucht es Signale für beide Richtungen.

Gewöhnlich stehen die Signale nur für die eine feste Fahrtrichtung eines Gleises.

Für den Gleiswechselbetrieb aber muss auch die Gegenrichtung durch Signale geschützt sein.

So weiß jeder Zug jederzeit, ob die Strecke vor ihm frei ist, egal auf welchem Gleis er fährt.

Die strenge Sicherung

Weil auf einem Gleis nun Züge in beide Richtungen fahren können, ist besondere Vorsicht nötig.

Die Technik stellt sicher, dass sich niemals zwei Züge auf demselben Abschnitt begegnen.

Immer darf nur ein Zug zugleich in einen bestimmten Abschnitt des Gegengleises einfahren.

So bleibt der Gleiswechselbetrieb trotz der ungewohnten Lage jederzeit sicher.

Auch zum Überholen

Der Gleiswechselbetrieb dient nicht allein den Bauarbeiten an der Strecke.

Manchmal nutzt man ihn auch, um einen langsamen Zug von einem schnelleren überholen zu lassen.

Der schnelle Zug wechselt dazu kurz auf das Gegengleis und zieht am langsamen vorbei.

So macht der Gleiswechselbetrieb den Betrieb auch abseits von Baustellen flexibler.

Ein Zeichen von Bauarbeiten

Für die Reisenden ist der Gleiswechselbetrieb oft ein sichtbares Zeichen für Bauarbeiten.

Fährt der eigene Zug plötzlich auf der ungewohnten Seite, wird meist gerade gebaut.

Häufig ist die Fahrt dann langsamer, weil auf dem einen Gleis besondere Vorsicht gilt.

So erklärt sich manche Verzögerung durch den vorübergehenden Betrieb auf dem Gegengleis.

Ein kluger Ausweg

Am Ende ist der Gleiswechselbetrieb ein kluger Ausweg, um den Verkehr auch bei Hindernissen aufrechtzuerhalten.

Statt eine Strecke ganz zu sperren, hält er sie auf einem Gleis für beide Richtungen offen.

Mit besonderen Signalen und strenger Sicherung bleibt das trotz der ungewohnten Lage sicher.

So sorgt er dafür, dass die Züge auch während der Bauarbeiten weiterfahren können.

Ein Blick in den Führerstand

Für die Lokführer bedeutet der Gleiswechselbetrieb eine besondere Aufmerksamkeit.

Sie fahren auf einem Gleis, das sie sonst nur aus der Gegenrichtung kennen.

Deshalb müssen sie besonders genau auf die Signale achten, die für diese Fahrt gelten.

So verlangt das Fahren auf dem Gegengleis vom Personal ein hohes Maß an Konzentration.

Warum es dabei oft langsamer geht

Im Gleiswechselbetrieb fahren die Züge häufig langsamer als im gewöhnlichen Betrieb.

Der Grund ist die besondere Vorsicht, die auf dem ungewohnten Gleis geboten ist.

Oft ist die Strecke auf dem Gegengleis nicht für das volle Tempo eingerichtet.

So erklärt sich manche Verzögerung während der Bauarbeiten durch dieses vorsichtige Fahren.

Häufige Fragen

Was ist Gleiswechselbetrieb?
Wenn ein Zug auf einer zweigleisigen Strecke auch auf dem Gleis fährt, das sonst der Gegenrichtung vorbehalten ist. Er fährt also bewusst auf der falschen Seite.
Wozu braucht man das?
Vor allem bei Bauarbeiten. Ist ein Gleis gesperrt, müssen sich beide Richtungen das andere teilen. Der Gleiswechselbetrieb macht das möglich.
Ist das sicher?
Ja. Besondere Signale für beide Richtungen und eine strenge Sicherung stellen sicher, dass sich niemals zwei Züge auf demselben Abschnitt begegnen.
Wird er nur bei Baustellen genutzt?
Nein. Manchmal nutzt man ihn auch, um einen langsamen Zug überholen zu lassen. Der schnelle Zug wechselt kurz auf das Gegengleis und zieht vorbei.
Woran merke ich das als Fahrgast?
Der eigene Zug fährt plötzlich auf der ungewohnten Seite, und oft ist die Fahrt langsamer. Meist wird dann gerade an der Strecke gebaut.

Weiterfahrt

Was ist ein Überholgleis? – wo Züge ausweichen

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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