Ablaufberg: Der kleine Hügel, der Güterzüge sortiert

Ich verstehe nur Bahnhof

„Ein Schubs über den kleinen Hügel, und der Wagen rollt von ganz allein an seinen richtigen Platz – so entstehen Güterzüge.“

Ablaufberg: Der kleine Hügel, der Güterzüge sortiert

→ Alles über den klugen Hügel im Rangierbahnhof.

Lesezeit: 8 Minuten · Bahn-Lexikon

Kurz gesagt

Ein Ablaufberg ist ein künstlicher kleiner Hügel im Rangierbahnhof. Eine Lok schiebt die Güterwagen langsam hinauf, dann rollen sie einzeln von selbst hinab. Über Weichen werden sie dabei auf das richtige Gleis gelenkt und zu neuen Zügen sortiert. Bremsen im Gleis sorgen dafür, dass sie sanft und nicht zu schnell rollen.

In einem großen Rangierbahnhof müssen die vielen Güterwagen zu neuen Zügen sortiert werden.

Das geschieht auf eine ebenso einfache wie geniale Weise mithilfe der Schwerkraft.

Das Herzstück dieser Sortieranlage ist ein kleiner künstlicher Hügel, der Ablaufberg.

Gleisdreick Bahnsteig (3)
Foto: © 1971markus, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Ein Hügel mitten im Bahnhof

Ein Ablaufberg ist ein eigens aufgeschütteter, künstlicher kleiner Hügel.

Er liegt mitten in einem großen Rangierbahnhof, wo Güterzüge sortiert werden.

Von seiner Kuppe aus fällt das Gelände sanft nach allen Seiten ab.

So nutzt der Ablaufberg allein die Schwerkraft, um die Wagen zu bewegen.

Bahnhof Plön, Bahnsteig, 2018 08 I
Foto: ChristianSW, CC0, via Wikimedia Commons

Der Schub über die Kuppe

Zunächst schiebt eine Lok den ankommenden Güterzug langsam auf den Berg hinauf.

An der Kuppe angekommen, werden die einzelnen Wagen voneinander gelöst.

Ein Wagen nach dem anderen rollt dann über die Kuppe des Hügels.

Auf der anderen Seite nimmt ihn das sanft abfallende Gelände auf.

Gut zu wissen

Ein Ablaufberg ist ein künstlicher Hügel im Rangierbahnhof. Eine Lok schiebt die Güterwagen hinauf, dann rollen sie einzeln von selbst hinab und werden über Weichen zu neuen Zügen sortiert.

Bremsen direkt im Gleis, die Gleisbremsen, sorgen dafür, dass die Wagen sanft und nicht zu schnell rollen. Der große Vorteil: Keine Lok muss jeden einzelnen Wagen ziehen, die Schwerkraft erledigt das Sortieren.

Von selbst ins richtige Gleis

Hat ein Wagen die Kuppe überrollt, so rollt er von ganz allein weiter hinab.

Unterwegs führen ihn die Weichen auf genau das für ihn bestimmte Gleis.

Dort sammeln sich nach und nach die Wagen für einen neuen Zug.

So sortiert sich der ganze Güterzug fast von selbst neu zusammen.

Weichen weisen den Weg

Damit jeder Wagen auf das richtige Gleis kommt, arbeiten die Weichen genau zusammen.

Für jeden einzelnen Wagen werden sie im richtigen Augenblick gestellt.

So wird jeder Wagen wie von unsichtbarer Hand an seinen Platz gelenkt.

Eine kluge Steuerung sorgt dafür, dass dabei nichts durcheinandergerät.

Bremsen im Gleis

Damit ein Wagen nicht zu schnell und zu hart auf die anderen prallt, gibt es Bremsen.

Diese Gleisbremsen sitzen direkt im Gleis und verlangsamen den rollenden Wagen.

Sie sorgen dafür, dass er sanft an die schon wartenden Wagen anrollt.

So werden die Wagen beim Sortieren nicht beschädigt.

Sortieren ohne Lok

Der große Vorteil des Ablaufbergs ist, dass keine Lok jeden Wagen ziehen muss.

Allein die Schwerkraft bringt die Wagen an ihren jeweiligen Platz.

So lassen sich viele Wagen in kurzer Zeit und mit wenig Aufwand sortieren.

Das macht den Ablaufberg zum Herzstück eines jeden großen Rangierbahnhofs.

Ein Erbe der großen Zeit

Die großen Ablaufberge stammen aus der großen Zeit des Güterverkehrs.

Damals wurden gewaltige Mengen einzelner Wagen Tag und Nacht sortiert.

Heute sind manche dieser Anlagen ruhiger geworden, doch das Prinzip bleibt.

So arbeitet der kluge Hügel bis heute nach demselben einfachen Gedanken.

Die Schwerkraft als Helfer

Am Ende ist der Ablaufberg ein schönes Beispiel für eine einfache, kluge Idee.

Statt jeden Wagen mühsam zu ziehen, lässt man ihn einfach hinabrollen.

Weichen und Bremsen lenken und zähmen den rollenden Wagen dabei.

So macht sich die Bahn am Ablaufberg die Schwerkraft zum fleißigen Helfer.

Ein Blick über den Rangierbahnhof

Von oben betrachtet gleicht ein großer Rangierbahnhof einem riesigen Fächer aus Gleisen.

Vom Ablaufberg aus verzweigen sich die Gleise in immer feinere Äste.

Auf jedem dieser Gleise sammelt sich ein anderer künftiger Zug.

Rund um die Uhr rollen hier Wagen über den Berg und finden ihren Platz.

So ist der Rangierbahnhof ein ständig arbeitendes Herz des Güterverkehrs.

Ruhe im modernen Netz

Manche der einst riesigen Ablaufberge sind heute ruhiger geworden.

Denn ein Teil der Güter reist nun in festen, ganzen Zügen ohne Sortieren.

Doch für den Verkehr einzelner Wagen bleibt der Ablaufberg unverzichtbar.

So hat der kluge Hügel auch im modernen Netz seinen festen Platz behalten.

Der Rangierer bei der Arbeit

Am Ablaufberg arbeiten erfahrene Rangierer mit großer Umsicht.

Sie lösen die Wagen im richtigen Augenblick und behalten den Überblick.

Über Funk stimmen sie sich mit der Steuerung der Weichen ab.

So greifen Mensch und Technik am Ablaufberg eng ineinander.

Nur in diesem Zusammenspiel gelingt das rasche und sichere Sortieren.

Häufige Fragen

Was ist ein Ablaufberg?
Ein künstlicher kleiner Hügel im Rangierbahnhof. Über ihn rollen einzelne Güterwagen von selbst hinab und werden zu neuen Zügen sortiert.
Wie funktioniert das Sortieren?
Eine Lok schiebt den Zug auf den Berg. An der Kuppe werden die Wagen gelöst und rollen einzeln hinab. Weichen lenken jeden Wagen auf das richtige Gleis.
Warum rollen die Wagen von selbst?
Wegen der Schwerkraft. Von der Kuppe des Hügels fällt das Gelände sanft ab, sodass jeder gelöste Wagen von allein hinabrollt, ganz ohne Lok.
Was verhindert, dass die Wagen zu hart aufprallen?
Bremsen im Gleis, die Gleisbremsen. Sie verlangsamen den rollenden Wagen, sodass er sanft an die schon wartenden Wagen anrollt und nichts beschädigt wird.
Warum ist der Ablaufberg nützlich?
Weil keine Lok jeden einzelnen Wagen ziehen muss. Allein die Schwerkraft sortiert viele Wagen in kurzer Zeit. Das macht ihn zum Herzstück großer Rangierbahnhöfe.

Weiterfahrt

Was ist ein Rangierbahnhof? – wo der Ablaufberg steht

Die Schraubenkupplung – wie Wagen verbunden werden

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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