Akkuzug

Ich verstehe nur Bahnhof · Das Wörterbuch · Begriff 238

„Dieser Zug fährt auf diesem Abschnitt vollständig mit Batteriestrom.“

Akkuzug

→ Übersetzt: Ein Elektrozug für Strecken, die gar keine Oberleitung haben.

Lesezeit: 8 Minuten · Zug & Technik

Die 30-Sekunden-Antwort

Ein Akkuzug ist ein elektrischer Triebzug mit eingebauten Batterien. Unter der Oberleitung fährt er ganz normal elektrisch und lädt dabei gleichzeitig seine Akkus. Auf Abschnitten ohne Fahrdraht fährt er dann rein aus der Batterie weiter. So lassen sich Dieselzüge ersetzen, ohne jede Strecke aufwendig elektrifizieren zu müssen.

Ein moderner Zug fährt lautlos durch die Landschaft.

Über ihm ist kein Fahrdraht zu sehen.

Trotzdem hört man keinen Dieselmotor.

Kein Dröhnen, kein Ruß, keine Abgase.

Der Zug fährt tatsächlich rein elektrisch.

Nur eben mit Strom aus dem eigenen Akku.

Genau darin liegt die Idee dieser Fahrzeuge.

Ein moderner Regionalzug auf einer Strecke ohne Oberleitung unter blauem Himmel
Kein Fahrdraht über dem Zug, und trotzdem fährt er elektrisch. Symbolbild, mit KI erstellt.

Warum es diese Züge überhaupt gibt

Etwa vierzig Prozent des deutschen Netzes haben keine Oberleitung.

Dort fuhren bislang fast ausschließlich Dieselzüge.

Eine Elektrifizierung kostet Millionen pro Kilometer.

Auf schwach befahrenen Strecken lohnt sich das kaum.

Der Akkuzug löst genau dieses Dilemma.

Er nutzt die vorhandene Elektrifizierung mit.

Und überbrückt die Lücken aus eigener Kraft.

Wie das technisch funktioniert

Unter dem Fahrdraht arbeitet der Zug wie jeder Elektrozug.

Gleichzeitig lädt er dabei seine Batterien auf.

Endet die Oberleitung, senkt sich der Stromabnehmer.

Der Zug schaltet automatisch auf Batteriebetrieb um.

Für Fahrgäste ist dieser Wechsel praktisch unbemerkbar.

Beim Bremsen fließt Energie zurück in den Akku.

Diese Rückgewinnung verlängert die Reichweite spürbar.

Was den Akkuzug ausmacht

REICHWEITE

meist 80 bis 100 km

Genug für die typischen Lücken zwischen elektrifizierten Abschnitten.

LADEN

während der Fahrt

Unter der Oberleitung fährt und lädt der Zug gleichzeitig.

LÄRM

deutlich leiser

Kein Dieselmotor bedeutet spürbar weniger Lärm für Fahrgäste und Anwohner.

EMISSIONEN

vor Ort keine

Weder Abgase noch Feinstaub entstehen während der Fahrt.

Beim Bremsen fließt Energie zurück in die Batterie und verlängert die Reichweite.

Wo die Grenzen liegen

Die Reichweite ist deutlich kleiner als bei Dieselzügen.

Sehr lange Strecken ohne Fahrdraht sind nicht machbar.

Im Winter sinkt die Batterieleistung zusätzlich.

Auch die Heizung verbraucht erhebliche Energie.

Batterien altern zudem und müssen ersetzt werden.

Diese Kosten fließen in die Wirtschaftlichkeit ein.

Wo solche Züge eingesetzt werden

Ideal sind Strecken mit teilweiser Elektrifizierung.

Etwa wenn nur das letzte Stück ohne Fahrdraht ist.

Auch Ladestationen an Endbahnhöfen sind möglich.

Dort lädt der Zug während der Wendezeit nach.

Mehrere Bundesländer haben solche Fahrzeuge bestellt.

Sie ersetzen dort schrittweise alte Dieseltriebwagen.

Video: „Akkuzug Pfalznetz“ vom Kanal DB InfraGO AG, Infrastrukturprojekte Südwest.

„Dieser Zug fährt auf diesem Abschnitt mit Batteriestrom.“

→ Übersetzt: Gerade ist der Stromabnehmer unten und der Akku übernimmt.

Der Vergleich zum Wasserstoffzug

Beide Konzepte sollen Dieselzüge ersetzen.

Der Akkuzug ist dabei technisch deutlich einfacher.

Er braucht keine eigene Tankinfrastruktur.

Der Wasserstoffzug hat dafür eine größere Reichweite.

Für kurze Lücken gilt der Akku als effizienter.

Bei sehr langen Strecken punktet der Wasserstoff.

Welches System sich durchsetzt, ist noch offen.

Was Fahrgäste davon merken

Der auffälligste Unterschied ist die Ruhe.

Ein Dieselzug dröhnt besonders beim Anfahren.

Der Akkuzug beschleunigt dagegen fast lautlos.

Auch Vibrationen fallen deutlich geringer aus.

Viele Reisende empfinden das als spürbaren Komfortgewinn.

Anwohner an der Strecke profitieren ebenfalls davon.

Was die Umstellung wirtschaftlich bedeutet

Ein Akkuzug kostet in der Anschaffung mehr als ein Dieselzug.

Im Betrieb ist er dafür deutlich günstiger.

Strom ist pro Kilometer billiger als Diesel.

Auch die Wartung fällt einfacher aus.

Ein Elektroantrieb hat viel weniger bewegliche Teile.

Über die Lebensdauer rechnet sich das meist deutlich.

Genau deshalb bestellen immer mehr Länder solche Fahrzeuge.

Warum das für den Klimaschutz zählt

Dieselzüge verursachen direkte Emissionen auf der Strecke.

Ein Akkuzug fährt dagegen vor Ort komplett emissionsfrei.

Entscheidend ist dann nur noch die Herkunft des Stroms.

Bei Ökostrom ist die Bilanz besonders gut.

Auch der Feinstaub an Bahnhöfen sinkt spürbar.

Für Anwohner ist das ein direkt spürbarer Gewinn.

Ein leiser Zug verändert das Wohnen an der Strecke spürbar.

Das ist ein Nebeneffekt, den kaum jemand vorher einrechnet.

Für viele Gemeinden ist er trotzdem das stärkste Argument.

Weniger Lärm überzeugt oft mehr als jede Klimabilanz.

Was Akkuzüge für kleine Strecken bedeuten

Viele Nebenstrecken lohnen keine teure Oberleitung.

Der Akkuzug macht sie trotzdem sauber und leise.

Das rettet manche Strecke vor der Stilllegung.

Wo Akkuzüge in Deutschland fahren

Sie sind längst mehr als ein Versuch.

Das größte Netz entsteht in Schleswig-Holstein mit über fünfzig Fahrzeugen.

Auch in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Sachsen sind sie unterwegs.

Berlin und Brandenburg haben ebenfalls Strecken umgestellt.

Insgesamt sind mehrere hundert Fahrzeuge bestellt. Sie ersetzen fast überall alte Dieseltriebwagen.

Wie ein Akkuzug geladen wird

Es gibt drei Wege und alle drei werden genutzt.

Der wichtigste ist das Laden während der Fahrt unter vorhandener Oberleitung.

Der zweite ist das Laden im Stand an einer Ladestation im Bahnhof.

Der dritte ist die Nutzbremse. Beim Bremsen fließt Energie zurück in den Akku.

Deshalb ist die beste Strecke für einen Akkuzug eine, die teilweise elektrifiziert ist. Er lädt dort und fährt den Rest ohne Draht.

Alle Fragen zum Thema

Wie weit kommt ein Akkuzug?

Je nach Fahrzeug achtzig bis über hundertzwanzig Kilometer ohne Oberleitung. Bei Kälte weniger, weil die Heizung Energie zieht. Für die meisten Nebenstrecken reicht das.

Wie wird er geladen?

Unter vorhandener Oberleitung während der Fahrt, an Ladestationen im Bahnhof und über die Nutzbremse. Die Fahrt unter Draht ist der wichtigste Weg. Deshalb sind Teilelektrifizierungen so wirksam.

Wie lange dauert das Laden?

Unter Oberleitung geschieht es nebenbei während der Fahrt. An einer Ladestation im Stand meist zehn bis fünfzehn Minuten. Das passt gut in die Wendezeit.

Ist er besser als ein Wasserstoffzug?

Für die meisten Strecken ja. Er ist im Betrieb deutlich günstiger und energieeffizienter. Wasserstoff lohnt nur, wenn die Strecken für Akkus zu lang sind.

Wie lange hält der Akku?

Etwa acht bis zwölf Jahre, dann wird er getauscht. Das ist ein erheblicher Kostenfaktor. Die Fahrzeuge selbst halten dreißig Jahre und mehr.

Was passiert bei Kälte?

Die Reichweite sinkt, weil Heizung und Akku Energie brauchen. Deshalb wird mit Reserve geplant. Bei extremer Kälte kann ein Zug ausfallen.

Ist er leiser als ein Dieselzug?

Deutlich. Es gibt keinen Motorlärm und keine Abgase. Für Anwohner an Nebenstrecken ist das der spürbarste Unterschied.

Lohnt sich das gegenüber Elektrifizierung?

Bei wenigen Zügen pro Tag ja. Ein Kilometer Oberleitung kostet ein bis zwei Millionen Euro. Auf schwach befahrenen Strecken rechnet sich der Akkuzug schneller.

Merke ich als Fahrgast einen Unterschied?

Ja, er fährt leiser und beschleunigt gleichmäßiger. Vibrationen im Stand fehlen völlig. Viele empfinden die Fahrt als deutlich angenehmer.

Der Chefübersetzer sagt

„Der Akkuzug ist eine erstaunlich pragmatische Lösung. Statt jede Strecke teuer zu elektrifizieren, nimmt er den Strom einfach mit. Für die vielen kleinen Lücken im deutschen Netz ist das oft die klügste Antwort.“

Das heißt für dich am Gleis

1. Achte auf den Moment, in dem sich der Stromabnehmer senkt, dann übernimmt der Akku.

2. Erwarte auf sehr langen Strecken ohne Fahrdraht weiterhin Dieselzüge.

3. Sieh die deutlich geringere Lautstärke als echten Komfortgewinn.

4. Rechne im Winter mit etwas geringerer Reichweite dieser Fahrzeuge.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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